Welche Vorteile und Risiken hat die Behandlung mit menschlichen Stammzellen im Vergleich zu keiner aktiven Behandlung, einer unterstützenden Behandlung oder einem Placebo bei Menschen mit dekompensierter Leberzirrhose?
Kernaussagen
Wir sind uns nicht sicher,
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ob menschliche Stammzellen (d. h. spezielle Zelltypen, die sich selbst erneuern und sich zu vielen verschiedenen Zelltypen im Körper entwickeln können) bei Menschen mit dekompensierter Leberzirrhose (d. h. einer fortgeschrittenen Lebererkrankung) im Vergleich zu keiner aktiven Behandlung, einer unterstützenden Behandlung oder einem Placebo (Scheininjektion) zu einer Verringerung der Todesfälle führen können
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ob menschliche Stammzellen schwerwiegende unerwünschte Wirkungen verringern oder verstärken können.
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ob menschliche Stammzellen die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Wohlbefinden) verbessern können.
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ob menschliche Stammzellen Komplikationen verringern können.
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ob menschliche Stammzellen nicht schwerwiegende unerwünschte Wirkungen verstärken oder Leberfunktionstests (ein Bluttest, bei dem Substanzen in der Leber gemessen werden) verbessern könnten.
Was sind dekompensierte Leberzirrhose und menschliche Stammzellen?
Bei einer Leberzirrhose werden normale Leberzellen durch Narbengewebe ersetzt. Die dekompensierte Leberzirrhose ist ein fortgeschrittenes Stadium der Zirrhose, bei dem die Leber ihre Funktion verliert. Menschen mit dekompensierter Leberzirrhose zeigen in der Regel eine Gelbfärbung der Augen, der Haut und des Urins, Gas- oder Flüssigkeitsansammlungen im Bauch, Verwirrung, Erbrechen von Blut oder eine geschwächte Nierenfunktion. Bei dekompensierter Leberzirrhose ist eine Lebertransplantation erforderlich, die jedoch Risiken birgt. Zudem sind nicht immer Spender verfügbar . Menschliche Stammzellen können eine alternative Methode für Menschen mit fortschreitender Verschlechterung der Leberfunktion sein, da sie die Regeneration und Wiederherstellung der Leberzellen fördern können.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob menschliche Stammzellen - unabhängig von ihrer Zielgruppe (Erwachsene oder Geschlecht), der Art der Stammzellen, der Art der Injektion oder der verabreichten Dosis - besser sind als Scheininjektionen (Placebo), konventionelle oder reguläre Behandlungen, keine Behandlung oder unterstützende Behandlungen (d. h. Kontrollinterventionen), um das Sterberisiko und schwere (lebensbedrohliche) unerwünschte Ereignisse zu verringern und das Wohlbefinden zu verbessern. Wir wollten auch herausfinden, ob menschliche Stammzellen mit Komplikationen, nicht schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen oder Veränderungen der Leberfunktion in Verbindung stehen.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen die Behandlung mit menschlichen Stammzellen mit einer Kontrollgruppe verglichen wurde, die eine Scheininjektion, eine regelmäßige Behandlung, keine Behandlung oder eine unterstützende Behandlung erhielt.
Was fanden wir heraus?
12 Studien mit 823 Erwachsene mit dekompensierter Leberzirrhose wurden in diesen Review eingeschlossen. In den Studien wurden sechs Gruppen von menschlichen Stammzellen untersucht (aus dem Knochenmark stammende mesenchymale Zellen, mononukleäre Zellen, Stammzellen aus der Nabelschnur, autologe Stammzellen, CD34/133+ und CD133+ Zellen).
Die Stammzelltransplantation erfolgte in sechs Studien über die Leberarterie, in zwei Studien über die Pfortader, in zwei weiteren Studien über die Venen der oberen Extremitäten und in einer Studie intravenös. Eine Studie lieferte keine Informationen über die Vorgehensweise bei der Zelltransplantation. Die kleinste Studie umfasste 27 Teilnehmende, die größte Studie 219. Diese Studien wurden durch universitäre, industrielle, nationale oder vorläufige Forschungsgelder finanziert. Alle 12 Studien wiesen Probleme mit dem Studiendesign und den Studienmethoden auf.
Die Evidenz über die Wirkungen der untersuchten menschlichen Stammzellen im Vergleich zu einer der oben genannten Kontrollinterventionen auf die Sterblichkeit ist sehr unsicher; 41 von 308 Personen (13,3 %) im Vergleich zu 78 von 269 Personen (29 %) starben nach einem Monitoring von 3 bis 75 Monaten (sieben Studien).
Die Evidenz ist sehr unsicher, was die Wirkung der untersuchten Stammzellen im Vergleich zu einer der oben genannten Kontrollinterventionen auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen angeht. Bei einem Nachbeobachtungszeitraum von einem Monat bis zu einem Jahr (acht Studien) traten bei 74 von 366 Personen (20,2 %) im Vergleich zu 108 von 312 Personen (34,6 %) schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auf.
Es ist sehr unklar, ob die untersuchten Stammzellen im Vergleich zu einer der oben genannten Kontrollbehandlungen das Wohlbefinden der Menschen nach einer Nachbeobachtung von einem und sechs Monaten (zwei Studien) beeinflussen.
Die Evidenz über die Wirkung der untersuchten Stammzellen im Vergleich zu einer der oben genannten Kontrollbehandlungen auf die Entwicklung von Komplikationen ist sehr unsicher. Bei 20 von 154 Personen (13 %) im Vergleich zu 29 von 150 Personen (19,3 %) traten eine oder mehrere Komplikationen nach der Nachbeobachtung von drei Monaten bis zu einem Jahr auf (vier Studien).
Die Evidenz ist sehr unsicher, was die Wirkung der untersuchten Stammzellen im Vergleich zu einer der oben genannten Kontrollbehandlungen auf nicht schwerwiegende unerwünschte Wirkungen betrifft. Bei 26 von 226 Personen (11,5 %) im Vergleich zu 1 von 211 Personen (0,5 %) traten nach einer Nachbeobachtung von einem Monat bis 75 Monaten (fünf Studien) nicht schwerwiegende unerwünschte Wirkungen auf.
Die Evidenz über die Wirkungen der untersuchten Stammzellen im Vergleich zu einer der oben genannten Kontrollbehandlungen auf die Leberwerte nach einer Nachbeobachtung von drei Monaten bis zu einem Jahr ist sehr unsicher.
Wir haben 12 laufende Studien ermittelt (über deren Ergebnisse noch nicht berichtet wurde).
Was schränkt die Evidenz ein?
Unzureichende Studienmethoden könnten den Nutzen und unerwünschten Wirkungen menschlicher Stammzellen über- oder unterbewerten. Es fehlt noch immer Evidenz über die Wirkung menschlicher Stammzellen im Vergleich zu einer Scheininjektion, keiner Behandlung oder einer unterstützenden Behandlung bezüglich der Sterblichkeit, dem Wohlbefinden, schwerwiegenden und nicht schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen und der Entwicklung von Komplikationen.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand vom 4. Oktober 2024.
Universität Heidelberg, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.