Kernaussagen
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Bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung (engl. chronic kidney disease, CKD) – also einer langfristigen Schädigung der Nieren, bei der diese das Blut nicht mehr ausreichend filtern können – und Typ-2-Diabetes ist das Risiko für vorzeitigen Tod, Herzinfarkt und Schlaganfall erhöht, und ihre Lebensqualität kann eingeschränkt sein.
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Es ist unklar, ob Dipeptidylpeptidase-4-(DPP-4-)Hemmer – Medikamente zur Senkung des Blutzuckers – bei Menschen, die sowohl eine chronische Nierenerkrankung als auch Typ-2-Diabetes haben, das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle, schwere Unterzuckerungen (mit Symptomen wie Zittern, Schwindel oder Schwitzen) oder Herz-Kreislauf- bzw. Nierenkomplikationen verringern.
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Es ist unklar, ob DPP-4-Hemmer im Vergleich zu anderen Medikamenten für Menschen mit CKD und Typ-2-Diabetes einen ähnlichen Nutzen oder Schaden haben.
Warum sollten Menschen mit chronischer Nierenerkrankung und Typ-2-Diabetes mit DPP-4 behandelt werden?
Dipeptidylpeptidase 4 (DPP-4)-Hemmer sind Medikamente, die den Blutzuckerspiegel senken. Sie werden jetzt als Zweitlinientherapie für Menschen mit Typ-2-Diabetes (eine lebenslange Erkrankung, die einen zu hohen Blutzuckerspiegel verursacht) und chronischer Nierenerkrankung (CKD) empfohlen, deren Typ-2-Diabetes mit ihren derzeitigen Medikamenten nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob DPP-4-Hemmer dazu beitragen, Herz-Kreislauf- und Nierenkomplikationen bei Menschen zu verhindern, die sowohl an CKD als auch an Typ-2-Diabetes leiden.
Wie gingen wir vor?
Wir untersuchten, ob DPP-4-Hemmer Komplikationen wie kardiovaskulär bedingten Tod, schwere Hypoglykämie (ein Zustand, bei dem der Blutzuckerspiegel zu stark abfällt und Symptome wie Zittern, Schwindel und Schwitzen verursacht), Kreislaufprobleme, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenprobleme verhindern, wenn die Betroffenen sowohl eine CKD als auch Typ-2-Diabetes haben. Wir suchten nach allen verfügbaren randomisierten klinischen Studien (Studien, in denen Menschen nach dem Zufallsprinzip verschiedenen Behandlungsoptionen zugewiesen werden), um festzustellen, ob DPP-4-Hemmer diese Komplikationen verhindern können. Wir haben auch unser Vertrauen in die Ergebnisse der verfügbaren Forschungsstudien bewertet.
Was fanden wir heraus?
Wir haben 59 klinische Studien mit 27.893 Erwachsenen mit CKD und Diabetes identifiziert. Die Teilnehmenden an den Studien erhielten einen DPP-4-Hemmer, ein Placebo (Scheinmedikament), die Standardversorgung allein oder ein anderes Diabetesmedikament (z. B. Insulin). Welche Behandlung sie erhielten, wurde per Zufall entschieden (wie beim Werfen einer Münze). Wir haben keine Studien gefunden, an denen Kinder beteiligt waren.
Die Gesamtauswertung aller Studien zeigt, dass weiterhin unklar ist, ob DPP-4-Hemmer das Risiko für kardiovaskulär bedingte Todesfälle oder schwere Unterzuckerungen verringern. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, ob die Behandlung Herz-Kreislaufproblemen, einschließlich eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls, oder Nierenproblemen vorbeugt, da wir in den verfügbaren Studien nicht genügend Informationen gefunden haben. Wir können auch nicht mit Sicherheit sagen, ob DPP-4-Hemmer besser oder schlechter als andere Diabetesbehandlungen sind, da dies in den klinischen Studien nicht ausführlich untersucht wurde.
Was schränkt die Aussagekraft der Evidenz ein?
Einige der Studien wiesen Verzerrungsrisiken auf, hatten nur sehr kleine Stichproben oder wurden nur über einen kurzen Zeitraum durchgeführt. Wir können nicht sicher sein, ob die Behandlung unerwünschte Wirkungen verursacht. Im Allgemeinen sind die Daten zu Wirkungen von DPP-4-Hemmern bei Menschen mit CKD und Typ-2-Diabetes nicht ausreichend, um eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand von März 2025.
B. Schindler, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.