Kernaussagen
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Es ist unklar, ob Augentropfen zur Dämpfung der Immunreaktionen der Augenoberfläche, wie beispielsweise topische Kortikosteroide (zur lokalen Anwendung) oder Cyclosporin, nach 4 bis 12 Wochen die Anzeichen und Symptome einer Blepharitis lindern. Die bisherige Evidenz ist begrenzt, deutet jedoch darauf hin, dass die Kombination aus topischen Kortikosteroiden und Antibiotika die Hornhautverfärbung wahrscheinlich stärker verringert als Antibiotika allein.
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Weitere Studien sind erforderlich, um den langfristigen Nutzen und Schaden dieser Medikamente bei Blepharitis mit einheitlichen Methoden zu untersuchen.
Was ist eine Blepharitis?
Blepharitis ist eine häufige Augenerkrankung. Damit sind geschwollene und juckende Augenlider infolge einer Entzündung gemeint. Zu den Symptomen einer Blepharitis gehören ein sandiges oder reibendes Gefühl im Auge, Schmerzen, Juckreiz und tränende Augen. Diese Beschwerden zählen zu den häufigsten Gründen, weshalb Betroffene eine Augenklinik aufsuchen. Es gibt verschiedene Ursachen für eine Blepharitis, darunter Infektionen, verstopfte Talgdrüsen oder Hauterkrankungen.
Wie wird eine Blepharitis behandelt?
Die Augenlidhygiene ist die erste Behandlungsmaßnahme bei einer Blepharitis. Dazu gehören das Erwärmen und Reinigen der Augenlider. Die Augenlider können mit einem heißen Handtuch oder einem Wärmepack auf den geschlossenen Augen erwärmt werden. In manchen Fällen verschreiben Ärzt*innen antibiotische Augentropfen oder -salben, um die bakterielle Besiedlung der Augenoberfläche zu verringern. Bei einer schweren Entzündung können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Dazu gehören Kortikosteroide und steroidsparende Immunsuppressiva wie Cyclosporin und Tacrolimus. Diese Wirkstoffe dämpfen die Immunreaktion und können dadurch die Entzündung verringern. Da es sich bei der Blepharitis um eine Entzündung handelt, könnten Augentropfen, die die Immunreaktion dämpfen, zur Behandlung beitragen. Derzeit fehlen jedoch klare Empfehlungen dazu, wann diese Medikamente eingesetzt werden sollten, wie lange die Behandlung dauern sollte und welche Konzentration oder Zubereitungsform für die Anwendung am Auge am besten geeignet ist.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, wie gut entzündungshemmende Medikamente zur Anwendung am Auge bei Blepharitis wirken.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen Medikamente zur Anwendung am Auge bei Blepharitis untersucht wurden. Diese wurden verglichen mit einem anderen topischen Immunsuppressivum, einer anderen Dosierung desselben Medikaments, einem Placebo (einer Scheinbehandlung ohne Wirkstoff, die genauso aussieht wie das getestete Medikament), herkömmlichen Behandlungen wie Augenlidhygiene oder künstlichen Tränen, Antibiotika oder keiner Behandlung. Wir schlossen Studien aus, in denen bei derselben Person an jedem Auge ein anderes Medikament getestet wurde.
Was fanden wir heraus?
Wir schlossen 12 Studien mit insgesamt 2752 Teilnehmenden und 2802 untersuchten Augen ein. Die Studien untersuchten Kortikosteroide – allein oder zusammen mit Antibiotika – sowie Cyclosporin und Tacrolimus, die jeweils direkt am Auge angewendet wurden. Sechs der Studien wurden in den Vereinigten Staaten durchgeführt. Der Zeitpunkt der Beurteilung und die Behandlungsdauer lagen zwischen 2 und 12 Wochen.
Was sind die Hauptergebnisse unseres Reviews?
Die langfristigen Wirkungen von Medikamenten für die Augen auf die Symptome und Anzeichen einer Blepharitis über einen Zeitraum von mehr als 12 Wochen waren unklar. Es ist unklar, ob topische Kortikosteroide – allein oder zusammen mit Antibiotika – oder Cyclosporin im Vergleich zu Placebo oder Antibiotika allein die zusammengefassten Symptomwerte verbessern.
In keiner Studie, die topische Kortikosteroide – allein oder zusammen mit Antibiotika – mit einem Placebo verglich, wurde die Tränenfilm-Aufreißzeit untersucht. Sie gibt an, wie lange es nach einem Lidschlag dauert, bis der erste trockene Fleck auf der Augenoberfläche entsteht. Topische Kortikosteroide in Kombination mit Antibiotika verbessern die Tränenfilm-Aufreißzeit im Vergleich zu einer alleinigen Antibiotikabehandlung wahrscheinlich nicht. Es ist unklar, ob topisches Cyclosporin die Tränenfilm-Aufreißzeit im Vergleich zu einem Placebo verbessert.
Es ist unklar, ob topische Kortikosteroide – allein oder zusammen mit Antibiotika – oder Cyclosporin im Vergleich zu einem Placebo die Hornhautverfärbung beeinflussen. Allerdings führen topische Kortikosteroide in Kombination mit Antibiotika wahrscheinlich zu einer stärkeren Verringerung der Hornhautverfärbung als Antibiotika allein.
Reizungen der Augenoberfläche traten unter topischen Kortikosteroiden und den Vergleichsbehandlungen ähnlich häufig auf. In keiner Studie, in der Cyclosporin mit Placebo verglichen wurde, wurden unerwünschte Wirkungen untersucht.
Was schränkt die Evidenz ein?
Dass es keine einheitliche oder standardisierte Skala zur Beurteilung der Symptome und Anzeichen einer Blepharitis gibt, führte dazu, dass die Studien sehr unterschiedliche Bewertungsinstrumente verwendeten. Die kurz- und langfristigen unerwünschten Wirkungen topischer Steroide und anderer Immunsuppressiva sollten in künftigen Studien sorgfältig untersucht werden, damit Ärzt*innen Behandlungsentscheidungen besser treffen können. Es sind hochwertige Studien erforderlich. Unser Vertrauen in die Evidenz ist begrenzt, da für die meisten Vergleiche nur wenige Studien vorlagen und nicht alle Studien Daten zu allen für uns wichtigen Aspekten lieferten.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Die Evidenz entspricht dem Stand vom 6. April 2025.
S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




