Kernaussagen
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Der Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter verkürzt möglicherweise leicht die Zeit, bis Frühgeborene vollständig über den Mund ernährt werden können. Gerüche wie Vanille oder Zimt verringern möglicherweise leicht, wie häufig Frühgeborene Atemaussetzer haben. Der Duft von Rosen oder der Geruch der Eltern verkürzt möglicherweise leicht die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Für alle anderen Ergebnisse ist die Evidenz sehr unsicher.
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Künftige Studien sollten mehr Säuglinge einschließen, methodisch besser durchgeführt werden und Endpunkte wie Atemprobleme, niedrige Sauerstoffwerte im Blut, ausschließliches Stillen und die langfristige neurologische Entwicklung untersuchen.
Was ist eine Frühgeburt?
Eine Schwangerschaft dauert normalerweise zwischen 37 und 42 Wochen. Von einer Frühgeburt spricht man, wenn ein Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird. Frühgeborene hatten vor der Geburt weniger Zeit, sich vollständig zu entwickeln. Ihre Organe sind häufig noch nicht ausreichend entwickelt, um selbstständig zu funktionieren. Deshalb benötigen sie oft intensivmedizinische Versorgung und haben ein erhöhtes Risiko für Atem- und Ernährungsprobleme, Infektionen sowie langfristige Entwicklungsstörungen.
Was ist olfaktorische Stimulation und wie funktioniert sie?
Frühgeborene brauchen oft Zeit, um die Fähigkeiten und die körperliche Kraft zu entwickeln, die sie zum Trinken über den Mund benötigen. Bis dahin werden sie häufig über eine Sonde ernährt, die bis in den Magen reicht. Bei der olfaktorischen Stimulation werden Frühgeborene im Krankenhaus gezielt verschiedenen Gerüchen ausgesetzt. So soll untersucht werden, ob sie dadurch schneller mit dem Stillen oder Trinken beginnen können. Verwendet werden dabei z. B. Muttermilchgeruch, Lebensmittelgerüche wie Vanille oder Zimt sowie andere Gerüche wie Rosenduft oder der Geruch der Eltern.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob die gezielte Exposition gegenüber Gerüchen bei Frühgeborenen im Krankenhaus hilfreich und sicher ist und ihr kurzfristiges sowie langfristiges Wohlbefinden fördern kann. Insbesondere wollten wir untersuchen, ob die Geruchsstimulation im Vergleich zu Placebo (Scheinbehandlung), keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung:
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die Zahl der Säuglinge mit Apnoe (kurzen Atemaussetzern) verringert;
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die Zahl der Säuglinge mit niedrigen Sauerstoffwerten im Blut verringert;
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die Dauer des Krankenhausaufenthalts verkürzt;
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die Zeit verkürzt, bis die Säuglinge vollständig selbst mit dem Mund trinken können;
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die Zahl der Säuglinge erhöht, die ausschließlich mit Muttermilch ernährt werden;
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die Zahl der Kinder verringert, die im Alter von 18 bis 24 Monaten blind oder taub sind.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen die Geruchsstimulation bei Frühgeborenen mit Placebo, keiner Behandlung oder der üblichen Versorgung verglichen wurde.
Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie der Studiengröße und den verwendeten Methoden.
Was fanden wir heraus?
Wir schlossen 14 Studien mit 1087 Säuglingen ein. Neun Studien verwendeten den Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter, fünf Studien Lebensmittelgerüche wie Vanille, Zimt oder Anis, und drei Studien andere Gerüche wie Rosenduft oder den Geruch der Eltern. In allen Studien wurden diese Gerüche mit keiner Behandlung, Placebo oder der üblichen Versorgung verglichen.
Hauptergebnisse
Der Geruch der Muttermilch der eigenen Mutter verkürzt möglicherweise leicht die Zeit, bis Säuglinge vollständig mit dem Mund trinken können. Es ist unklar, ob dieser Geruch die Häufigkeit von Atemaussetzern oder die Dauer des Krankenhausaufenthalts beeinflusst.
Gerüche wie Zimt, Vanille oder Anis verringern möglicherweise leicht die Häufigkeit von Atemaussetzern. Es ist unklar, ob diese Gerüche die Dauer des Krankenhausaufenthalts oder die Zeit bis zum vollständigen Trinken mit dem Mund beeinflussen.
Rosenduft oder der Geruch der Eltern verkürzen möglicherweise leicht die Dauer des Krankenhausaufenthalts. Es ist unklar, ob diese Gerüche die Häufigkeit von Atemaussetzern oder die Zeit bis zum vollständigen Trinken mit dem Mund beeinflussen.
Was schränkt die Evidenz ein?
Wir haben nur wenig Vertrauen in diese Ergebnisse, da die eingeschlossenen Studien methodische Schwächen hatten und nur wenige Säuglinge einschlossen. Außerdem berichteten mehrere Studien nicht über alle Endpunkte, die für uns wichtig waren.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Es wurden Studien berücksichtigt, die bis zum 2. April 2025 veröffentlicht wurden.
A. Zink, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.