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Helfen Lendenwirbelstützen und andere Hilfsmittel Menschen mit lang anhaltenden (chronischen) Schmerzen im unteren Rückenbereich, sich leichter zu bewegen?

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Kernaussagen

  • Bei Erwachsenen mit lang anhaltenden (chronischen) Schmerzen im unteren Rückenbereich führen Lendenwirbelstützen, die ohne zusätzliche Behandlung allein angewendet werden, möglicherweise nicht zu einer Verringerung der Schmerzen oder der Funktionsbeeinträchtigung.

  • Bei Erwachsenen mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich werden die Schmerzen möglicherweise leicht gelindert, wenn Lendenwirbelstützen zusammen mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln (NSAR) angewendet werden, im Vergleich zur alleinigen Einnahme der NSAR. Wir wissen nicht, wie sich dies auf die Funktionsbeeinträchtigung auswirkt. Wir wissen nicht, ob die Kombination von Lendenwirbelstützen mit Aufklärung und Bewegung besser ist als Aufklärung und Bewegung allein, oder ob die Kombination von Lendenwirbelstützen mit Physiotherapie einen Vorteil gegenüber einer alleinigen Physiotherapie bietet.

  • Es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, insbesondere bei älteren Erwachsenen und Menschen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Was sind Schmerzen im unteren Rückenbereich?

Schmerzen im unteren Rückenbereich sind Schmerzen im unteren Teil des Rückens, die auch in eines oder beide Beine ausstrahlen können. Wenn die Beschwerden länger als 12 Wochen andauern, gelten sie als langanhaltend und werden als chronische Schmerzen im unteren Rückenbereich bezeichnet. Sie sind weltweit eine häufige Ursache für Einschränkungen, die die Lebensqualität der Menschen beeinträchtigen kann. Schätzungen zufolge sind sie die häufigste Ursache für den Bedarf an Rehabilitation. Dadurch verursachen sie hohe Kosten im Gesundheitswesen sowie durch Arbeitsausfälle.

Was sind Lendenwirbelstützen und andere Hilfsmittel?

Zu den Lendenwirbelstützen zählen Bandagen, Gürtel und allgemeine Stützen, die dazu beitragen, den unteren Rücken zu stabilisieren oder zu stützen. Einige bestehen aus Hartplastik, um die Bewegung einzuschränken. Andere sind weicher, ermöglichen eine gewisse Bewegungsfreiheit und bieten dennoch Halt während der Bewegung.

Andere Hilfsmittel sind Gegenstände, die Menschen mit Behinderungen helfen, sich leichter fortzubewegen. Dazu gehören Rollstühle, Elektromobile, Dreiräder, Krücken, Gehstöcke und Gehhilfen wie Rollatoren.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, ob Lendenwirbelstützen und andere Hilfsmittel für Erwachsene mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich dazu beitragen, Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen zu verringern und die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu verbessern. Außerdem interessierten uns die Sicherheit der Behandlungen, ob die Personen, die sie erhielten, sie als hilfreich empfanden, ob sie den Einsatz von Schmerzmitteln und Stürze reduzierten, sowie ihre Wirkungen auf Angstzustände, Depressionen und die Teilnahme an sozialen Aktivitäten.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen Menschen mit chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich entweder eine spezifische Rückenschmerzbehandlung oder die „übliche Versorgung“ (z. B. Schmerzmittel, allgemeine Physiotherapie, Aufklärung) oder gar keine Behandlung erhielten und die Ergebnisse der Gruppen miteinander verglichen wurden. Wir haben die Ergebnisse ähnlicher Studien zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden acht Studien mit 501 Männern und Frauen im Alter von 25 bis 78 Jahren. Sie litten seit einem bis fünf Jahren an chronischen Schmerzen im unteren Rückenbereich. In allen Studien wurden Lendenwirbelstützen (z. B. Bandagen, Korsetts) untersucht. Fünf der Studien fanden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen (Bangladesch, Iran, Türkei) statt, drei in Ländern mit hohem Einkommen (Japan, USA).

Hauptergebnisse

  • Lendenwirbelstützen allein haben im Vergleich zu keiner Behandlung nach drei Monaten möglicherweise nur eine geringe bis gar keine Wirkung auf Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung (1 Studie, 107 Teilnehmende).

  • Lendenwirbelstützen in Kombination mit Schmerzmitteln können möglicherweise nach drei bis vier Wochen zu einer leichten Verringerung der Schmerzintensität im Vergleich zu Schmerzmitteln allein führen, doch die Evidenz hinsichtlich der Funktionsbeeinträchtigung ist sehr ungewiss (2 Studien, 149 Teilnehmende).

  • Wir sind sehr unsicher hinsichtlich der Wirkungen einer Ergänzung von Bewegungstraining und Aufklärung (d. h. Vermittlung von Wissen über den Aufbau und die Bewegung des unteren Rückens, dessen Funktion bei alltäglichen Aktivitäten, häufige Erkrankungen, die zu Schmerzen im unteren Rückenbereich führen können, sowie verschiedene Behandlungsoptionen zur Bewältigung und Linderung der Symptome) durch Lendenwirbelstützen auf Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung nach sechs Wochen im Vergleich zu Bewegungstraining und Aufklärung allein (1 Studie, 24 oder 25 Teilnehmende).

  • Wir sind sehr unsicher hinsichtlich der Wirkungen einer Kombination aus Lendenwirbelstützen und allgemeiner Physiotherapie (einschließlich Ultraschall, schwacher elektrischer Ströme, Wärme sowie Übungen zur Verbesserung der Flexibilität und Steigerung der Kraft) auf Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung nach vier Wochen im Vergleich zu allgemeiner Physiotherapie allein (1 Studie, 41 Teilnehmende).

Was schränkt die Evidenz ein?

  • Insgesamt haben wir ein nur eingeschränktes Vertrauen in die Ergebnisse, und unsere Schlussfolgerungen könnten sich nach Durchführung weiterer Studien ändern.

  • Die wichtigste Einschränkung bestand darin, dass die Teilnehmenden und das medizinische Personal wussten, welche Behandlung sie erhielten. Auch wenn sich dies bei solchen Studien nicht vermeiden lässt, könnte es beeinflusst haben, wie die Teilnehmenden ihre Schmerzen oder Funktionsbeeinträchtigungen wahrnahmen und einschätzten.

  • Keine der Studien berichtete über unerwünschte Wirkungen der Behandlungen.

  • Die Merkmale der Teilnehmenden an den Studien wurden meist nicht ausführlich beschrieben. Es ist schwierig einzuschätzen, inwieweit sich die Ergebnisse auf die größere Gruppe von Menschen mit chronischen unteren Rückenschmerzen übertragen lassen.

  • Keine der Studien untersuchte Hilfsmittel zur Fortbewegung, wie Gehhilfen oder Rollstühle, obwohl diese häufig verordnet werden und möglicherweise Auswirkungen auf Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigungen haben können. Diese Lücke in der Evidenz ist besonders für ältere Erwachsene und Menschen mit Behinderungen von Bedeutung.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Diese Evidenz ist auf den Stand von Januar 2025.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Arienti C, Lazzarini SG, Zaina F, Cordani C, Dal Farra F, Minozzi S, Kiekens C, Negrini S. Assistive technologies (lumbar supports and other devices) for treating chronic low back pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 9. Art. No.: CD015492. DOI: 10.1002/14651858.CD015492.pub2.

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