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Digitales Tracking, Entscheidungsunterstützung für Leistungserbringende und gezielte mobile Kommunikation mit Klient*innen zur Verbesserung der Primärversorgung

Kernaussagen

Der Einsatz digitaler Hilfsmittel zur Unterstützung von Gesundheitsfachkräften bei der Nachverfolgung von Patientendaten und der Entscheidungsfindung zeigt uneinheitliche Ergebnisse. Diese Ansätze haben möglicherweise in bestimmten Situationen Vorteile, während sie in anderen nur geringe oder keine Effekte zeigen. Oft kennen wir die tatsächlichen Auswirkungen nicht, weil es entweder nicht genügend Studien gibt oder die vorhandenen Studien keine eindeutigen Ergebnisse liefern.

Was wollten wir herausfinden?

In diesem Review wurde untersucht, ob digitale Hilfsmittel Gesundheitsfachkräfte dabei unterstützen können, Patienteninformationen effektiver zu erfassen und eine bessere Versorgung zu gewährleisten als herkömmliche Methoden wie Papierakten oder der Verzicht auf unterstützende Hilfsmittel. Der Fokus lag auf Einrichtungen der primären Gesundheitsversorgung, darunter Kliniken und gemeindebasierte Gesundheitsprogramme.

Was ist digitales Tracking?

Digitales Tracking unterstützt Gesundheitsfachkräfte dabei, Patienteninformationen über einen längeren Zeitraum hinweg zu erfassen und zu speichern. Dies kann dazu beitragen, dass sie eine bessere Versorgung erbringen, und Regierungen dabei unterstützen, bedarfsgerechtere Gesundheitsdienste zu entwickeln.

In wohlhabenderen Ländern werden Patientendaten häufig in elektronischen Gesundheitsakten gespeichert. In vielen Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen verwenden Gesundheitsfachkräfte jedoch weiterhin Papierakten oder haben nur eingeschränkten Zugang zu digitalen Hilfsmitteln. Mobile Geräte wie Tablets und Smartphones können Gesundheitsfachkräften in diesen Settings die Nutzung digitaler Systeme erleichtern, um Patientendaten genauer und sicherer zu erfassen.

Welche weiteren Hilfsmittel gibt es?

Entscheidungsunterstützungssysteme: Digitales Tracking wird manchmal mit Entscheidungshilfen kombiniert. Diese Hilfsmittel unterstützen Gesundheitsfachkräfte dabei, Patientendaten systematisch auszuwerten und fundierte Behandlungsentscheidungen zu treffen.

Gezielte Kommunikation mit Klient*innen: Digitales Tracking kann auch mit Systemen zur Kommunikation mit Patient*innen und Klient*innen kombiniert werden. Diese Hilfsmittel ermöglichen es Gesundheitsfachkräften, Patient*innen Nachrichten zu senden, wie etwa Terminerinnerungen, Medikationspläne oder gesundheitsbezogene Empfehlungen.

Was fanden wir heraus?

Das Review schloss 18 Studien ein. Siebzehn stammten aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, in denen elektronische Patientenakten entweder selten genutzt werden oder sich erst in der Einführungsphase befinden. Die meisten Studien konzentrierten sich auf die Nutzung mobiler Geräte durch Gesundheitsfachkräfte, vor allem im Bereich der Mütter- und Kindergesundheit oder der Behandlung chronisch Kranker.

Wenn Beschäftigte in der primären Gesundheitsversorgung digitales Tracking in Kombination mit Entscheidungshilfen, gezielter Kommunikation oder beidem einsetzen, zeigen sich im Vergleich zur Regelversorgung uneinheitliche Ergebnisse.

Positive Wirkungen : Es gibt Hinweise darauf, dass diese Hilfsmittel Vorteile bieten könnten. Sie unterstützen beispielsweise möglicherweise Gesundheitsfachkräfte dabei, Leitlinien konsequenter einzuhalten, Aufzeichnungen präziser zu führen und die Versorgungsqualität zu verbessern. Sie verbessern möglicherweise auch Behandlungsergebnisse der Patient*innen. So könnten etwa weniger Babys mit niedrigem Geburtsgewicht geboren werden oder Mütter früher mit dem Stillen starten. Einige Patient*innen berichten zudem möglicherweise über eine verbesserte Lebensqualität oder eine konsequentere Einnahme ihrer Medikamente bei chronischen Erkrankungen, etwa nach einem Schlaganfall. Diese positiven Wirkungen sind jedoch möglicherweise gering

Geringe oder keine Wirkung : In anderen Fällen haben diese Hilfsmittel möglicherweise keinen oder nur einen geringen Einfluss auf das Verhalten von Gesundheitsfachkräften oder auf die Gesundheit der Patient*innen.

Unsicherheit : In vielen Fällen sind die Ergebnisse unklar, da es nicht genügend Studien gibt oder die vorhandenen Studien keine verlässliche Evidenz liefern.

Was sind die Limitationen dieser Evidenz?

Die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse ist gering, da nur wenige Studien vorlagen; einige waren klein, andere wiesen methodische Mängel auf, wodurch die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt ist.

Wie aktuell ist dieser Review?

Die Studien, die in diesem Review berücksichtigt wurden, stammen aus dem Zeitraum zwischen 2000 und November 2022.

Anmerkungen zur Übersetzung

B. Schinder, D. Schoberer, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Zitierung
Agarwal S, Chin WY, Vasudevan L, Henschke N, Tamrat T, Foss HS, Glenton C, Bergman H, Fønhus MS, Ratanaprayul N, Pandya S, Mehl GL, Lewin S. Digital tracking, provider decision support systems, and targeted client communication via mobile devices to improve primary health care. Cochrane Database of Systematic Reviews 2025, Issue 4. Art. No.: CD012925. DOI: 10.1002/14651858.CD012925.pub2.

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