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Welche Methode ist am besten geeignet, um bei Schwangeren ab der 37. Woche die Geburt einzuleiten?

Kernaussagen

Ergebnisse aus Studien mit Frauen ohne vorherigen Kaiserschnitt sowie aus Studien mit einer gemischten Gruppe (mit und ohne vorherigen Kaiserschnitt), in denen die meisten Frauen keinen vorherigen Kaiserschnitt hatten:

  • Es ist unklar, ob eine andere Methode zur Geburtseinleitung besser ist als Misoprostol in niedriger Dosis (≤ 50 µg) in die Scheide einzuführen, wenn es darum geht, innerhalb von 24 Stunden eine vaginale Geburt zu erreichen, das Risiko eines Kaiserschnitts wegen Sorgen um das Wohlbefinden des Babys zu senken und den Tod des Babys zu verhindern.

  • Stickstoffmonoxid-Donatoren, osmotische Zervixdilatatoren, Ballonkatheter und die orale Einnahme einer niedrigen Dosis (≤ 50 μg) Misoprostol tragen wahrscheinlich dazu bei, das Risiko übermäßiger Gebärmutterkontraktionen zu verringern, die das Baby belasten können, im Vergleich zur vaginalen Verabreichung einer niedrigen Dosis (≤ 50 μg) Misoprostol.

  • Weitere Studien sind notwendig, um die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz zu verbessern.

Was ist eine Geburtseinleitung?

Eine Geburtseinleitung bedeutet, dass die Wehen gezielt mit medizinischen Methoden ausgelöst werden. Das kann nötig sein, wenn das Baby nach dem errechneten Termin noch nicht geboren ist oder wenn die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährdet sein könnte. Es gibt fünf verschiedene Methoden der Geburtseinleitung, die im Folgenden beschrieben werden.

  • Medikamentöse Methoden: Hormonpräparate wie Misoprostol, Dinoproston und Oxytocin werden vaginal, oral (durch den Mund) oder intravenös (in eine Vene) verabreicht

  • Mechanische Methoden: beispielsweise ein Ballonkatheter, der in die Scheide eingeführt wird, um den Gebärmutterhals zu erweitern (zu öffnen)

  • Eröffnung der Fruchtblase mit einem schmerzlosen kleinen Schnitt (Amniotomie)

  • Kombination verschiedener Methoden: Einsatz von Medikamenten und mechanischen oder chirurgischen Techniken zur Verbesserung der Wirksamkeit

  • Alternative Methoden (z. B. Akupunktur und pflanzliche Präparate).

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Methode zur Geburtseinleitung bei Schwangeren ab der 37. Schwangerschaftswoche am wirksamsten ist und dabei am sichersten für Mutter und Kind.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen Methoden zur Geburtseinleitung bei Frauen ab der 37. Schwangerschaftswoche verglichen wurden. Wir haben Methoden berücksichtigt, die in internationalen Leitlinien zur Geburtseinleitung empfohlen werden und bereits in früheren Cochrane Reviews untersucht wurden. Wir fassten die Studienergebnisse zusammen, verglichen sie und bewerteten das Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studienqualität und Stichprobengröße.

Was haben wir herausgefunden?

Wir haben 106 Studien mit 30 348 Frauen aus 35 Ländern ausgewertet, in denen 13 Methoden der Geburtseinleitung und eine Kontrollgruppe ohne routinemäßige Geburtseinleitung, bei der entweder abgewartet wurde (abwartendes Vorgehen) oder keine aktive Einleitung erfolgte, verglichen wurden.

Die Studien umfassten die folgenden Gruppen von Frauen.

  • Die meisten Studien konzentrierten sich auf Frauen ohne vorangegangenen Kaiserschnitt.

  • In zwei Studien wurden ausdrücklich nur Frauen mit einem vorangegangenen Kaiserschnitt berücksichtigt.

  • Sieben Studien umfassten sowohl Frauen mit als auch ohne vorherigen Kaiserschnitt, wobei die meisten keinen vorherigen Kaiserschnitt hatten.

    • In drei Studien wurde eindeutig angegeben, dass sie Frauen mit und ohne vorherigen Kaiserschnitt einschlossen.

    • Da jedoch mehr als die Hälfte der Frauen zum ersten Mal Mutter wurde, gingen wir davon aus, dass auch bei diesen Studien die Mehrheit der Frauen noch keinen vorherigen Kaiserschnitt hatte.

Wir haben folgende Methoden untersucht.

  • Acht medikamentöse Methoden: niedrig dosiertes (≤ 50 μg) Misoprostol, verabreicht oral, vaginal oder über die Mundschleimhaut (sublingual/bukkal); ein Misoprostol-Vaginalpessar mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung (eine tamponähnliche Vorrichtung); Dinoproston, angewendet als Vaginalgel, Vaginaltablette oder als Vaginalpessar mit kontrollierter Wirkstofffreisetzung; Oxytocin und Stickstoffmonoxid-Donatoren.

  • Zwei mechanische Methoden: Ballonkatheter und osmotische Zervixdilatatoren

  • Drei Kombinationen von Methoden: Oxytocin mit Amniotomie; Ballonkatheter mit Oxytocin; und Ballonkatheter mit niedrig dosiertem Misoprostol (≤ 50 μg)

Die folgenden Ergebnisse beziehen sich auf unsere vier wichtigsten Endpunkte: keine vaginale Geburt innerhalb von 24 Stunden, Kaiserschnitt aufgrund von Sorgen um das Wohlergehen des Babys, Uteruskontraktionen, die das Baby belasten können, und Tod des Babys. Die Daten stammen aus Studien mit Frauen ohne vorherigen Kaiserschnitt sowie aus Studien mit einer gemischten Gruppe von Frauen mit und ohne vorherigen Kaiserschnitt.

  • Es gab keine eindeutigen Belege dafür, dass eine der untersuchten Methoden wirksamer ist als niedrig dosiertes Misoprostol (≤ 50 µg), das vaginal verabreicht wird. Dies gilt für wichtige Endpunkte wie das Ausbleiben einer vaginalen Geburt innerhalb von 24 Stunden, einen Kaiserschnitt aufgrund von Sorgen um das Wohlbefinden des Babys oder den Tod des Babys.

  • Im Vergleich zur niedrig dosierten (≤ 50 μg) vaginalen Gabe von Misoprostol senken Stickoxidspender, osmotische Dilatatoren, Ballonkatheter und niedrig dosiertes (≤ 50 μg) oral eingenommenes Misoprostol wahrscheinlich das Risiko übermäßiger Uteruskontraktionen, die für das Baby belastend sein können.

Es gibt nicht genügend Evidenz, um die sicherste und wirksamste Methode der Geburtseinleitung für Frauen mit vorangegangenem Kaiserschnitt zu bestimmen.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist überwiegend moderat bis niedrig. Das liegt daran, dass die Studien methodisch Schwächen hatten und es nicht genügend Studien gab, um sichere Ergebnisse zu erzielen. In vielen Studien wurden schwerwiegende unerwünschte Wirkungen für Frauen und Babys nicht erfasst oder berichtet, wie z. B. der Tod des Babys und übermäßige Gebärmutterkontraktionen, die das Baby belasten können. Außerdem untersuchten die Studien nicht alle Methoden der Geburtseinleitung, die für die von uns untersuchten Endpunkte von Bedeutung sind.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 1. Februar 2023.

Anmerkungen zur Übersetzung

B. Schindler, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Rattanakanokchai S, Gallos ID, Kietpeerakool C, Eamudomkarn N, Show KL, Tin KN, Oladapo OT, Chou D, Mol BWJ, Li W, Lumbiganon P, Coomarasamy A, Price MJ. Methods of induction of labour: a network meta-analysis. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 1. Art. No.: CD015234. DOI: 10.1002/14651858.CD015234.pub2.

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