Kernaussagen
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Telepharmazeutische Betreuung hilft Menschen möglicherweise dabei, ihre Medikamente wie verschrieben einzunehmen. Zudem senkt sie möglicherweise sowohl den systolischen Blutdruck (Druck während des Herzschlags) als auch den diastolischen Blutdruck (Druck zwischen zwei Herzschlägen). Telepharmazeutische Betreuung hat wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf die Blutzuckerkontrolle, gemessen anhand des HbA1c-Werts.
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Es ist sehr unsicher, ob telepharmazeutische Betreuung die Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Versorgung verbessert. Telepharmazeutische Betreuung wirkt sich möglicherweise auf arzneimittelbezogene Probleme wie Neben- oder Wechselwirkungen aus. Die Ergebnisse waren jedoch uneinheitlich: Einige Maßnahmen zielten darauf ab, solche Probleme häufiger zu erkennen, während andere darauf ausgerichtet waren, arzneimittelbedingte Schäden zu verringern. In keiner Studie wurde über Todesfälle oder unerwünschte Wirkungen der telepharmazeutischen Betreuung berichtet. Mögliche Risiken bleiben daher unklar.
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Die Studien zeigten keine einheitlichen Wirkungen auf die Lebensqualität, Krankenhausaufenthalte, Besuche in der Notaufnahme oder die Gesundheitskosten. Die meisten Studien umfassten nur wenige Personen oder hatten Einschränkungen. Zudem unterschieden sich die telepharmazeutischen Maßnahmen in ihrem Inhalt und ihrer Durchführung.
Was ist Telepharmazie?
Unter „Telepharmazie“ versteht man die pharmazeutische Betreuung per Telefon, Videoanruf, App oder andere elektronische Kommunikationsmittel, ohne, dass man persönlich anwesend sein muss. Dazu gehören die Beratung zu Medikamenten, die Unterstützung bei der richtigen Einnahme von Medikamenten und die Überwachung des Gesundheitszustands. Telepharmazie kann Menschen den Zugang zur Unterstützung durch Apothekerinnen und Apotheker erleichtern – insbesondere, wenn sie weit entfernt wohnen oder nur eingeschränkt mobil sind. Dies kann Apothekerinnen und Apothekern zudem dabei helfen, Probleme im Zusammenhang mit Medikamenten zu erkennen und die Behandlung bei Bedarf anzupassen.
Was sind chronische Erkrankungen?
Chronische Erkrankungen sind Gesundheitsprobleme, die drei Monate oder länger andauern. Sie lassen sich meist behandeln, aber nicht heilen. Sie können sich mit der Zeit verschlimmern. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen oft eine kontinuierliche Betreuung. Beispiele hierfür sind Diabetes, Bluthochdruck, Asthma und Herzerkrankungen. Diese Erkrankungen können die Lebensqualität beeinträchtigen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, wenn sie nicht ausreichend behandelt werden. Menschen mit chronischen Erkrankungen benötigen oft regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Tests und Unterstützung bei der korrekten Einnahme ihrer Medikamente.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob Telepharmazie Menschen mit chronischen Erkrankungen in der ambulanten Versorgung im Vergleich zur üblichen Versorgung dabei hilft, ihre Medikamente wie verordnet einzunehmen. Zudem untersuchten wir, ob Telepharmazie die Zufriedenheit mit der Versorgung, Probleme im Zusammenhang mit Medikamenten, die Asthmakontrolle, den Blutdruck und die Blutzuckerkontrolle (gemessen anhand des HbA1c-Werts) beeinflusst. Wir untersuchten auch andere mögliche Wirkungen, etwa auf die Lebensqualität, die Zahl der Krankenhauseinweisungen, Besuche in der Notaufnahme und die Gesundheitskosten.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen telepharmazeutische Betreuung durch Apothekerinnen und Apotheker mit der üblichen Versorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen in der ambulanten Versorgung verglichen wurde. Wir haben hochwertige Studien einbezogen, sogenannte randomisierte kontrollierte Studien. Wir fassten die Ergebnisse zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz. Dabei berücksichtigten wir Faktoren wie das Studiendesign, die Zahl der Teilnehmenden und die Frage, wie gut die Ergebnisse der Studien übereinstimmten.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden 21 Studien mit insgesamt 5440 Teilnehmenden, die in verschiedenen Ländern und Einrichtungen wie Apotheken und Krankenhäusern durchgeführt wurden. In den meisten Studien wurde die telepharmazeutische Betreuung mit der üblichen persönlichen Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen im ambulanten Bereich verglichen. In den einbezogenen Studien bezog sich die Standardversorgung im Allgemeinen auf die übliche persönliche Betreuung ohne zusätzliche Unterstützung durch Telepharmazie. Die meisten Studien dauerten höchstens 12 Monate.
Im Vergleich zur üblichen Versorgung kann telepharmazeutische Betreuung Menschen mit chronischen Erkrankungen in der ambulanten Versorgung
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möglicherweise dabei helfen, ihre Medikamente wie verordnet einzunehmen (10 Studien, 2978 Personen).
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Die Evidenz ist sehr ungewiss hinsichtlich der Frage, ob telepharmazeutische Betreuung die Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Versorgung verbessert (3 Studien, 422 Personen).
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Telepharmazeutische Betreuung wirkt sich möglicherweise auf Probleme im Zusammenhang mit Medikamenten wie Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen aus (5 Studien, 547 Personen). Die Ergebnisse waren jedoch uneinheitlich: Einige Studien sollten mehr Probleme erkennen, während andere Schäden durch Medikamente verringern sollten.
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Telepharmazeutische Betreuung senkt möglicherweise sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck (5 Studien, 1254 Personen).
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Telepharmazeutische Betreuung hat aber wahrscheinlich kaum oder gar keinen Einfluss auf die Blutzuckerkontrolle, gemessen anhand der HbA1c-Werte (5 Studien, 1771 Personen).
In keiner Studie wurde über Todesfälle oder unerwünschte Wirkungen der telepharmazeutischen Betreuung berichtet. Mögliche Risiken bleiben daher unklar. Bei einigen Ergebnissen – etwa zur Blutzuckerkontrolle – sind wir uns sicherer als bei anderen, beispielsweise bei der Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Versorgung. Bei einigen Endpunkten könnten zukünftige Studien zeigen, dass die Wirkungen anders sind als bisher angenommen.
Was schränkt die Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Ergebnisse ist eingeschränkt, weil viele Studien nur wenige Teilnehmende umfassten, methodische Einschränkungen aufwiesen oder die Ergebnisse nicht immer übereinstimmten. Die Evidenz zu Problemen im Zusammenhang mit Medikamenten beruhte ausschließlich auf den Berichten der Teilnehmenden. Da die Studien diese Probleme unterschiedlich erfassten, konnten wir die Daten nicht zusammenfassen und gemeinsam analysieren. In den Studien kamen unterschiedliche telepharmazeutische Maßnahmen zum Einsatz, die sich in ihrem Inhalt sowie darin unterschieden, wie und wie häufig sie angeboten wurden. Dies könnte die Ergebnisse beeinflusst haben.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand von Dezember 2025.
B. Schindler, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.