Kernaussagen
Bei Erwachsenen mit Nierenversagen (wenn die Nieren ihre lebenswichtigen Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen können) senkt die konvektive Dialyse im Vergleich zur herkömmlichen Hämodialyse wahrscheinlich sowohl das allgemeine Sterberisiko als auch das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.
Die konvektive Dialyse hat wahrscheinlich kaum oder keinen Einfluss auf das Auftreten nicht tödlicher Herz-Kreislauf-Ereignisse. Sie hat möglicherweise kaum oder keinen Einfluss auf starke Müdigkeit, Probleme mit dem Gefäßzugang für die Dialyse, Krankenhausaufenthalte oder die allgemeine Lebensqualität.
Nur wenige Studien verglichen die verschiedenen konvektiven Dialyseverfahren direkt miteinander. Daher bleibt unklar, ob sich die Verfahren in ihrer Wirksamkeit und Sicherheit unterscheiden.
Was ist Nierenversagen und wie wird es behandelt?
Menschen mit Nierenversagen (wenn die Nieren ihre lebenswichtigen Funktionen nicht mehr ausreichend erfüllen) können mit einer Dialyse behandelt werden. Dabei werden Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit aus dem Blut entfernt. Bei der herkömmlichen Hämodialyse werden Abfallstoffe und überschüssige Flüssigkeit mithilfe eines Dialysegeräts aus dem Blut entfernt. Die erweiterte Hämodialyse ist eine Weiterentwicklung der herkömmlichen Hämodialyse. Dabei werden spezielle Filter eingesetzt, die auch größere Abfallstoffe aus dem Blut entfernen können. Die konvektive Dialyse ist eine neuere Behandlungsform. Dabei werden Abfallstoffe mithilfe eines Flüssigkeitsstroms durch eine Filtermembran aus dem Blut entfernt. So lassen sich auch größere Abfallstoffe entfernen. Es gibt drei Arten der konvektiven Dialyse: 1) Hämofiltration: Bei diesem Verfahren werden Abfallstoffe mithilfe eines Flüssigkeitsstroms durch eine Filtermembran aus dem Blut entfernt. 2) Hämodiafiltration: Dieses Verfahren kombiniert die herkömmliche Hämodialyse mit der Entfernung von Abfallstoffen durch einen Flüssigkeitsstrom 3) Acetatfreie Biofiltration: Diese besondere Form der Hämodiafiltration verwendet eine spezielle Ersatzlösung, die dazu beitragen soll, den Blutdruck während der Dialyse stabil zu halten. Wir haben diese neueren Dialyseverfahren mit der herkömmlichen und der erweiterten Hämodialyse verglichen.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, welche Vor- und Nachteile konvektive Dialyseverfahren im Vergleich zur herkömmlichen Hämodialyse bei Erwachsenen mit Nierenversagen haben.
Wir wollten herausfinden, ob konvektive Dialyseverfahren das allgemeine Sterberisiko und das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, verringern. Außerdem wollten wir untersuchen, ob diese Verfahren die Energie und Lebensqualität verbessern, Krankenhausaufenthalte verringern und Probleme mit dem Gefäßzugang für die Dialyse verhindern.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen die konvektive Dialyse mit der herkömmlichen Hämodialyse bei Erwachsenen mit Nierenversagen verglichen wurde.
Wir verglichen und fassten die Ergebnisse zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studienmethoden und Größe der Studien.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden 62 Studien mit insgesamt 6.897 erwachsenen Teilnehmenden; 54 Studien verglichen die konvektive Hämodialyse mit der herkömmlichen Hämodialyse (6.525 Erwachsene). Wir haben die Ergebnisse der Studien miteinander verglichen, um festzustellen, welche Behandlung wirksamer ist.
Im Vergleich zur herkömmlichen Hämodialyse senkt die konvektive Dialyse wahrscheinlich sowohl das allgemeine Sterberisiko als auch das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.
Die konvektive Dialyse hat wahrscheinlich kaum oder keinen Einfluss auf das Auftreten nicht tödlicher Herz-Kreislauf-Ereignisse.
Die konvektive Dialyse hat möglicherweise kaum oder keinen Einfluss auf starke Erschöpfung, Probleme mit dem Gefäßzugang für die Dialyse, Krankenhausaufenthalte oder die allgemeine Lebensqualität.
Es gab zu wenige Daten aus Studien, die verschiedene konvektive Dialyseverfahren direkt miteinander verglichen. Daher bleibt unklar, ob sich die Verfahren voneinander unterscheiden.
Was schränkt die Evidenz ein?
Wir haben mäßiges Vertrauen in die Ergebnisse zum allgemeinen Sterberisiko, zum Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sowie zum Auftreten nicht tödlicher Herz-Kreislauf-Ereignisse. Wir haben geringes Vertrauen in die Ergebnisse zu starker Erschöpfung, Problemen mit dem Gefäßzugang für die Dialyse, Krankenhausaufenthalten und der allgemeinen Lebensqualität. Das liegt daran, dass an einigen Studien nur wenige Erwachsene teilnahmen oder die Studien keine Ergebnisse zu diesen Endpunkten berichteten. Außerdem unterschieden sich die Studien darin, wie die Behandlungen durchgeführt wurden. Dies erschwerte direkte Vergleiche. Zukünftige Studien sollten sich darauf konzentrieren, wie sich diese Behandlungen auf den Alltag von Erwachsenen mit Nierenversagen auswirken.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand von April 2025.
S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




