Kernaussagen
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Eine Venenpunktion (das Einführen einer Nadel in eine Vene) ist für Neugeborene bei der Blutentnahme möglicherweise weniger schmerzhaft als eine Fersenpunktion (das Durchstechen der Haut an der Ferse mit einer speziellen Stechhilfe), unabhängig davon, ob zur Schmerzlinderung eine süß schmeckende Lösung verabreicht wird oder nicht. Zudem kann sie, wenn keine süß schmeckende Lösung zur Schmerzlinderung eingesetzt wird, die Notwendigkeit mehrerer Hautpunktionen verringern.
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Wir wissen nicht, ob die Venenpunktion im Vergleich zur Fersenpunktion die Notwendigkeit von mehr als einer Hautpunktion verringert, wenn zur Schmerzlinderung eine süß schmeckende Lösung verabreicht wird.
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Es werden größere, methodisch besser geplante Studien mit vollständiger Ergebnisberichterstattung benötigt, um zu zeigen, welche Methode für Neugeborene besser ist.
Warum entnehmen wir Neugeborenen Blutproben?
In den meisten Ländern wird eine Blutprobe von Neugeborenen für routinemäßige Vorsorgeuntersuchungen entnommen. Blutproben können auch für andere Blutuntersuchungen erforderlich sein, um Erkrankungen wie Gelbsucht oder Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu diagnostizieren und zu überwachen. Die Blutentnahme bei Neugeborenen ist jedoch schmerzhaft. Unbehandelte Schmerzen bei Neugeborenen können ihr körperliches Wachstum und ihre Gehirnentwicklung beeinträchtigen. Zur Schmerzlinderung kann Neugeborenen vor dem Eingriff eine süß schmeckende Lösung (z. B. eine Saccharoselösung) verabreicht werden. Schmerzen bei Neugeborenen lassen sich nur schwer messen. Zur Beurteilung werden daher Anzeichen wie der Gesichtsausdruck, Weinen und Veränderungen der Herzfrequenz herangezogen.
Wie werden Blutproben entnommen?
Venenpunktion
Die Venenpunktion ist eine Methode zur Blutentnahme, bei der eine Nadel direkt in eine Vene gestochen wird. Wer eine Venenpunktion durchführt, muss dafür gut geschult sein, damit die Blutentnahme erfolgreich verläuft. Diese Technik wird häufig angewendet, wenn 1 ml oder mehr Blut benötigt wird, sowie um wiederholte Einstiche in die Haut und damit verbundene Komplikationen (wie z. B. Hautinfektionen) durch die Fersenpunktion zu vermeiden.
Fersenpunktion
Die Fersenpunktion ist weltweit die Standardmethode zur Blutentnahme bei Neugeborenen in Krankenhäusern. Sie wird üblicherweise angewendet, wenn weniger als 1 ml Blut benötigt wird. Die erfolgreiche Anwendung erfordert keine spezielle Schulung oder Erfahrung. Bei dem Verfahren wird mit einer Lanzette – in der Regel einer automatischen Stechhilfe – ein kleiner Einstich (1 bis 2 mm tief) an der Ferse vorgenommen. Nach der Punktion wird die Ferse des Neugeborenen zusammengedrückt, um die benötigte Blutprobe zu entnehmen, was weitere Schmerzen verursachen kann.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden:
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ob eine Venenpunktion bei Neugeborenen weniger schmerzhaft ist als eine Fersenpunktion; und
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welches Verfahren beim ersten Versuch am besten funktioniert, sodass keine zweite Hautpunktion erforderlich ist.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen die Venenpunktion und die Fersenpunktion zur Blutentnahme bei Neugeborenen verglichen wurden. Die Studien mussten die Schmerzreaktionen sowie die Anzahl der Hautpunktionen erfassen, die für eine erfolgreiche Probenentnahme erforderliche waren. Außerdem mussten sie dokumentiert haben, ob den Neugeborenen zur Schmerzlinderung eine süß schmeckende Lösung verabreicht wurde. Die Säuglinge in den Studien mussten gesund und termingerecht geboren sein. Wir verglichen und fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und bewerteten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz anhand von Faktoren wie der Methodik und Größe der Studien.
Was fanden wir heraus?
Wir haben acht Studien mit insgesamt 826 termingeborenen Neugeborenen einbezogen. Drei Studien fanden in Schweden statt, je eine in Japan, Malaysia, Nepal, Spanien und Großbritannien.
Wenn keine süß schmeckende Lösung verabreicht wird:
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verursacht die Venenpunktion wahrscheinlich weniger Schmerzen als die Fersenpunktion (6 Studien, 488 Neugeborene); und
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verringert die Venenpunktion im Vergleich zur Fersenpunktion wahrscheinlich die Notwendigkeit von mehr als einer Hautpunktion (6 Studien, 397 Neugeborene).
Wenn eine süß schmeckende Lösung verabreicht wird:
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verursacht die Venenpunktion im Vergleich zur Fersenpunktion möglicherweise weniger Schmerzen (3 Studien, 170 Neugeborene); und
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sind wir unsicher, welche Auswirkungen eine Venenpunktion im Vergleich zur Fersenpunktion auf die Notwendigkeit von mehr als einer Hautpunktion hat (2 Studien, 110 Neugeborene).
Was schränkt die Aussagekraft der Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Evidenz war begrenzt und reichte von moderat bis sehr gering. Das liegt daran, dass alle Studien Einschränkungen hinsichtlich ihrer Durchführung aufwiesen. Dazu gehörten Probleme bei der Zuordnung der Neugeborenen zu den jeweiligen Gruppen, bei der Berichterstattung über die Studienergebnisse sowie bei der Anzahl der in die Studien eingeschlossenen Neugeborenen. Zudem wussten die Personen, die die Eingriffe durchführten, welche Entnahmemethode bei jedem Neugeborenen angewendet wurde, was die Bewertung der Schmerzen in den Studien beeinflusst haben könnte.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Diese Übersichtsarbeit aktualisiert unsere Cochrane-Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2011. Die Evidenz ist auf den Stand von Juli 2025.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




