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Helfen Programme zur Rauchentwöhnung Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden?

Kernaussagen

  • Wenn Menschen während ihres Aufenthalts in einer psychiatrischen Klinik eine Beratung zur Rauchentwöhnung und eine Nikotinersatztherapie erhalten und diese Unterstützung nach der Entlassung fortgesetzt wird, gelingt es möglicherweise mehr von ihnen, mit dem Rauchen aufzuhören, als bei der üblichen Behandlung. Dies wurde sechs Monate nach Beginn der Behandlung gemessen. Bei einer Nikotinersatztherapie wird Nikotin in einer weniger schädlichen Form als durch Rauchen verabreicht, um das Verlangen nach Nikotin und Entzugserscheinungen zu verringern.

  • Für andere Maßnahmen zur Rauchentwöhnung, die im Rahmen stationärer psychiatrischer Aufenthalte begonnen wurden, gab es nicht genügend Informationen, um ihre Wirksamkeit zuverlässig beurteilen zu können. Wir benötigen mehr und besser konzipierte Studien, die verschiedene Ansätze zur Unterstützung beim Rauchstopp untersuchen, insbesondere medikamentöse Behandlungen.

Warum ist Rauchen ein Problem für Menschen mit psychischen Erkrankungen?

Menschen mit psychischen Erkrankungen sterben im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre früher als Menschen in der Allgemeinbevölkerung. Häufige Ursachen dafür sind vermeidbare körperliche Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes und Krebs. Tabakrauchen ist eine der Hauptursachen für diese Erkrankungen. Menschen, die wegen einer psychischen Erkrankung stationär behandelt werden, rauchen häufiger als Menschen in der Allgemeinbevölkerung. Obwohl viele von ihnen mit dem Rauchen aufhören möchten, gelingt ihnen dies seltener. Viele Krankenhäuser sind rauchfreie Einrichtungen und bieten daher einen geeigneten Rahmen, um Menschen mit psychischen Erkrankungen beim Rauchstopp zu unterstützen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen, ob Programme zur Rauchentwöhnung, die während eines Aufenthalts auf einer psychiatrischen Station beginnen, den Betroffenen helfen, mit dem Rauchen aufzuhören, und welche Programme am wirksamsten sind. Besonders interessierte uns, wie viele Menschen nach sechs Monaten rauchfrei waren und ob schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftraten, beispielsweise Todesfälle oder lebensbedrohliche Ereignisse.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen Programme zur Rauchentwöhnung, die während eines Aufenthalts auf einer psychiatrischen Station begannen, mit der üblichen Versorgung, einer Wartelistenkontrolle oder einer Scheinbehandlung verglichen wurden. Die teilnehmenden Personen konnten jede psychiatrische Diagnose haben, mussten jedoch volljährig (18 Jahre oder älter) sein und Tabak rauchen.

Wir fassten die Ergebnisse der Studien zusammen und bewerteten das Vertrauen in die Evidenz. Dabei berücksichtigten wir unter anderem die Studienmethoden und die Größe der Studien.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 10 Studien mit insgesamt 2262 Personen in psychiatrischen Notfall- oder Langzeitstationen. Die meisten Studien umfassten Teilnehmende mit unterschiedlichen psychischen Diagnosen, beispielsweise affektiven Störungen, Angststörungen oder Schizophrenie. Drei Studien schlossen ausschließlich Personen mit Schizophrenie oder schizophrenieähnlichen Erkrankungen ein. Die Studien fanden in fünf Ländern statt (Australien, USA, Taiwan, Israel und Iran).

Die Programme umfassten:

  • Beratung plus Nikotinersatztherapie und fortgesetzte Unterstützung bei der Rauchentwöhnung nach Verlassen des Krankenhauses (im Vergleich zur Standardversorgung);

  • ein verhaltensorientiertes psychologisches Gruppenprogramm zur Unterstützung beim Rauchstopp ohne medikamentöse Behandlung (im Vergleich zu einer Wartelistenkontrolle);

  • Medikamente wie Bupropion (im Vergleich zu Placebo) oder Cytisin (im Vergleich zur Nikotinersatztherapie);

  • Vergleiche zwischen verschiedenen Arten und Dosierungen der Nikotinersatztherapie.

Hauptergebnisse

Beratung plus Nikotinersatztherapie in Verbindung mit fortgesetzter Unterstützung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus im Vergleich zur Standardversorgung (5 Studien, 1.611 Personen):

  • führt möglicherweise dazu, dass sechs Monate nach der Entlassung etwa 6 von 100 Menschen zusätzlich weiterhin rauchfrei sind; und

  • führt möglicherweise zu 1 Todesfall weniger je 100 Personen; dieses Ergebnis ist jedoch sehr unsicher

Was schränkt die Evidenz ein?

Unsere Ergebnisse basieren auf einer begrenzten Anzahl von Studien, und unser Vertrauen in die Evidenz ist gering. Wir hatten sehr geringes Vertrauen in das Ergebnis bezüglich der Todesfälle, da es in den Studien nur sehr wenige Todesfälle gab.

Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Medikamente zur Rauchentwöhnung, beispielsweise Vareniclin, bei ambulant behandelten Menschen mit psychischen Erkrankungen wirksam sind. Wir fanden jedoch keine Studien, in denen ihr Einsatz während eines Aufenthalts auf einer psychiatrischen Station untersucht wurde.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dieser Review ist auf dem Stand vom 10. Februar 2026.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Plever S, Kisely SR, Bonevski B, Siskind D, Yamazaki-Tan J, Thaker P, Vos G, Kim D, Guillaumier A, Gartner CE. Interventions for smoking cessation in inpatient psychiatry settings. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 7. Art. No.: CD015934. DOI: 10.1002/14651858.CD015934.pub2.

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