Kernaussagen
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Bei Menschen mit Alpha-1-Antitrypsin-Mangel führt die Zufuhr von zusätzlichem Alpha-1-Antitrypsin über eine Infusion in eine Vene (intravenöse Substitutionstherapie) möglicherweise zu einem leichten Anstieg der Anzahl der Exazerbationen (Verschlimmerungen der Lungenerkrankung) pro Jahr. Auf die Zahl der Todesfälle hat die Behandlung jedoch möglicherweise nur geringe oder gar keine Auswirkungen. Wir sind sehr unsicher, ob die intravenöse Substitutionstherapie einen Einfluss auf die Anzahl der Menschen hat, bei denen schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie Krankenhausaufenthalte oder bleibende Schäden auftreten. Die Verabreichung von zusätzlichem Alpha-1-Antitrypsin über eine Atemmaske (inhalative Substitutionstherapie) hat möglicherweise nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Anzahl der Menschen, bei denen schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten. Zudem sind wir sehr unsicher, ob diese Behandlung einen Einfluss auf Exazerbationen hat.
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Unsere Übersichtsarbeit umfasste nur wenige Studien, und wir haben wenig Vertrauen in die Evidenz.
Was ist ein Alpha-1-Antitrypsin-Mangel (AATD)?
Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist ein Protein, das unsere Organe vor Schäden durch körpereigene Enzyme schützt. Ein AAT-Mangel (AATD) ist eine genetisch bedingte Erkrankung, bei der der Körper nicht genügend AAT produziert. Dies kann zu Lungenschäden und chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD; einer Langzeiterkrankung, die das Atmen erschwert) führen. Zu den Symptomen von AATD gehören Atemnot, Husten und Keuchen. Raucher mit AATD haben ein höheres Risiko, eine schwere Lungenerkrankung zu entwickeln. AATD kann auch zu Leberproblemen führen. Manche Menschen mit AATD können ihr ganzes Leben lang gesund bleiben.
Was ist eine Alpha-1-Antitrypsin-Substitutionstherapie?
Die AAT-Substitutionstherapie soll den AAT-Spiegel im Blutkreislauf und in der Lunge erhöhen. Das erfolgt mithilfe von AAT-Protein aus dem Blut, das aus dem Blut gesunder Spendender gewonnen wird. Die AAT-Substitutionstherapie kann möglicherweise dazu beitragen, das Lungengewebe vor Schäden zu schützen und das Fortschreiten der Lungenerkrankung zu verlangsamen. Sie kann über eine Infusion in eine Vene (intravenös), durch Injektion unter die Haut (subkutan) oder über eine Atemmaske verabreicht werden.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob eine Anhebung der AAT-Spiegel bei Menschen mit AATD die Anzahl der Exazerbationen (Verschlimmerungen der Erkrankung), die Zahl der Todesfälle sowie die Zahl der Menschen, bei denen schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie Krankenhausaufenthalte oder bleibende Schäden auftreten, verringern könnte. Unsere Übersichtsarbeit konzentrierte sich auf die Endpunkte, die für Menschen mit dieser Erkrankung am wichtigsten sind.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen eine AAT-Substitutionstherapie, die auf beliebige Weise verabreicht wurde (intravenös, subkutan oder inhalativ), mit einer anderen Art der Verabreichung, einem Placebo (Scheinbehandlung) oder keiner Behandlung verglichen wurde. Wir verglichen und fassten die Ergebnisse zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie Studienmethoden und Größe der Studien.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden sechs Studien mit 524 Teilnehmenden. Vier Studien befassten sich mit der intravenösen AAT-Substitutionstherapie, die anderen beiden mit der inhalativen AAT-Substitutionstherapie. In allen sechs Studien wurde die AAT-Substitutionstherapie mit einem Placebo verglichen. Die Studien wurden in einkommensstarken Ländern in Europa, Nordamerika und Australien durchgeführt. Die kleinste Studie umfasste fünf Teilnehmende, die größte 180 Teilnehmende.
Hauptergebnisse
Intravenöse AAT-Substitutionstherapie im Vergleich zu Placebo
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Die intravenöse AAT-Substitutionstherapie führt möglicherweise zu einem leichten Anstieg der Anzahl der jährlichen Exazerbationen. Die Evidenz zeigt eine Rate von 1710 jährlichen Exazerbationen pro 1000 Personen, die eine intravenöse AAT-Substitutionstherapie erhielten, verglichen mit 1420 jährlichen Exazerbationen pro 1000 Personen, die Placebo erhielten (290 Exazerbationen mehr in der AAT-Gruppe).
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Die intravenöse AAT-Substitutionstherapie hat im Vergleich zu Placebo möglicherweise nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf die Zahl der Todesfälle.
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Wir sind sehr unsicher, ob bei Personen, die eine intravenöse AAT-Substitutionstherapie erhalten, die Wahrscheinlichkeit, ein oder mehrere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse zu erleiden, höher ist als bei denjenigen, die ein Placebo erhalten.
Inhalative AAT-Substitutionstherapie im Vergleich zu Placebo
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Wir sind sehr unsicher, ob die inhalative AAT-Substitutionstherapie im Vergleich zu Placebo einen Einfluss auf die Anzahl der jährlichen Exazerbationen hat.
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In keiner Studie wurden Todesfälle berichtet.
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Die inhalative AAT-Substitutionstherapie hat im Vergleich zu Placebo möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Anzahl der Personen, bei denen ein oder mehrere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten.
Was schränkt die Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Evidenz ist gering, da nur wenige Studien verfügbar waren, die von uns gefundenen Studien nur wenige Teilnehmende umfassten und die Ergebnisse nur einen Teil der Personen abdeckten, die für uns von Interesse waren.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Wir haben Evidenz berücksichtigt, die bis August 2025 veröffentlicht wurde.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




