Kernaussagen
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Eine Thrombozytentransfusion (Gabe von Blutplättchen, die Blutgerinnsel zur Blutstillung bilden) bereits bei höheren Thrombozytenwerten (wenn das Blutungsrisiko noch geringer ist) scheint weder die Sterblichkeit noch das Blutungsrisiko zu senken.
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Eine Transfusion erst bei einem niedrigeren Thrombozytenwert führt wahrscheinlich dazu, dass weniger Neugeborene überhaupt eine Thrombozytentransfusion erhalten – möglicherweise ohne dabei das Risiko für Tod oder Blutungen zu erhöhen.
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Weitere Studien sind nötig, um festzustellen, bei welcher genauen Thrombozytenzahl Neugeborene - unter Berücksichtigung ihres individuellen Blutungsrisikos - Thrombozytentransfusionen erhalten sollten.
Was sind Thrombozyten (Blutplättchen)?
Thrombozyten sind Blutzellen, die Blutgerinnsel bilden, um Blutungen zu stillen. Thrombozyten sind Blutzellen, die Blutgerinnsel bilden, um Blutungen zu stillen. Eine niedrige Thrombozytenzahl (weniger als 150.000 Thrombozyten pro Mikroliter im Bluttest) wird als Thrombozytopenie bezeichnet. Eine Thrombozytopenie tritt häufig bei Frühgeborenen oder kranken Neugeborenen auf und kann deren Blutungsrisiko erhöhen.
Wie wird eine Thrombozytopenie behandelt?
Eine Thrombozytopenie wird üblicherweise durch die Verabreichung von Blutplättchen aus Spenderblut behandelt. Thrombozyten werden im Rahmen einer sogenannten Transfusion direkt in eine Vene verabreicht. Allerdings kann eine Thrombozytentransfusion selbst das Sterberisiko und das Risiko anderer Komplikationen erhöhen. Fachleute sind sich zudem uneinig, ob Neugeborene bereits bei höheren oder erst bei niedrigeren Thrombozytenwerten eine Thrombozytentransfusion erhalten sollten.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob es für Neugeborene mit Thrombozytopenie besser ist, Thrombozyten bereits bei höheren oder erst bei niedrigeren Thrombozytenwerte zu transfundieren. Wir wollten wissen, welche Wirkungen Transfusionen auf die Sterblichkeit und Blutungen sowie auf die Entwicklung der Neugeborenen haben.
Wie gingen wir vor?
Wir haben nach Studien gesucht, die sich mit Thrombozytentransfusionen bei Neugeborene mit Thrombozytopenie befassten. Wir haben die Ergebnisse der Studien zusammengefasst, verglichen und die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz bewertet – auf Grundlage von Faktoren wie der Studienmethodik und der Größe der Studien.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden drei Studien (856 Neugeborene), in denen verschiedene Thrombozytenwerte als Schwellenwert für eine Thrombozytentransfusion verglichen wurden. Zwei Studien wurden in Ländern mit hohem Einkommen (Kanada sowie dem Vereinigten Königreich, Irland und den Niederlanden) durchgeführt, eine weitere in einem Land mit niedrigem mittlerem Einkommen (Indien). In einer Studie wurde untersucht, ob es besser ist, eine Thrombozytentransfusion bereits bei einer leicht verminderten Thrombozytenzahl durchzuführen (leichte Thrombozytopenie) oder erst bei mäßig verminderten Thrombozytenwerten (moderate Thrombozytopenie) (Bereich der leichten Thrombozytopenie) . Eine weitere Studie untersuchte, ob es besser ist, bereits bei einer mäßig verminderten Thrombozytenzahl eine Thrombozytentransfusion durchzuführen (moderate Thrombozytopenie) oder erst bei einer stark verminderten Thrombozytenzahl (schwere Thrombozytopenie) (Bereich der moderaten Thrombozytopenie) . In der dritten Studie wurde untersucht, ob es besser ist, bereits bei einer sehr niedrigen Thrombozytenzahl (schwere Thrombozytopenie) zu transfundieren oder erst bei einer extrem niedrigen Zahl (sehr schwere Thrombozytopenie) (Bereich der schweren Thrombozytopenie) .
Möglicherweise besteht kein oder nur ein geringer Unterschied in der Sterblichkeit zwischen niedrigeren und höheren Thrombozytenwerten:
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im Bereich der leichten Thrombozytopenie (1 Studie, 152 Neugeborene);
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im Bereich der mäßigen Thrombozytopenie (1 Studie, 44 Neugeborene);
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im Bereich der schweren Thrombozytopenie (1 Studie, 656 Neugeborene).
Möglicherweise besteht auch kein oder nur ein geringer Unterschied bei Blutungen zwischen niedrigeren und höheren Thrombozytenwerten:
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im Bereich der leichten Thrombozytopenie (keine Angaben);
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im Bereich der mäßigen Thrombozytopenie (1 Studie, 44 Neugeborene);
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im Bereich der schweren Thrombozytopenie (1 Studie, 658 Neugeborene).
Wenn erst bei einem niedrigeren Thrombozytenwert transfundiert wurde, erhielten deutlich weniger Neugeborene überhaupt eine Thrombozytentransfusion:
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im Bereich der leichten Thrombozytopenie (1 Studie, 152 Neugeborene);
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im Bereich der mäßigen Thrombozytopenie (keine Angaben);
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Bereich der schweren Thrombozytopenie (1 Studie, 659 Neugeborene).
Was schränkt die Evidenz ein?
Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist moderat bis sehr niedrig. Sie ist begrenzt, da das Behandlungsteam wusste, welche Behandlung die Neugeborenen erhielten. Außerdem fanden wir nur drei Studien, die sich alle hinsichtlich der untersuchten Thrombozytenwerte unterschieden. Die Studien unterschieden sich zudem darin, ob sie Neugeborene einbezogen, bei denen bereits Blutungen vorlagen. Die größte Studie schloss Neugeborene mit Blutungen nicht ein.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand von Juni 2025.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




