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Sind schnell und sehr schnell wirksame Insulinformen (Insulinanaloga) für Erwachsene mit Typ-1-Diabetes, die sich mehrmals täglich Insulin spritzen, besser als Humaninsulin?

Kernaussagen

  • Möglicherweise kontrollieren fünf schnell oder sehr schnell wirksame Insuline den Blutzucker ähnlich gut wie Humaninsulin.

  • Es gibt Hinweise darauf, dass einige dieser schnell oder sehr schnell wirksamen Insuline (ultraschnell wirksames Lispro, ultraschnell wirksames Aspart und schnell wirksames Aspart) schwere Unterzuckerungen reduzieren könnten. Aufgrund der sehr geringen Sicherheit der Evidenz bleibt dies jedoch ungewiss.

  • Wir wissen nicht, wie sich diese Insuline auf leichte bis mittelschwere Unterzuckerungen, die Lebensqualität und die Therapietreue auswirken.

Was ist Typ-1-Diabetes?

Typ-1-Diabetes ist eine Erkrankung, bei der der Blutzuckerspiegel zu hoch ansteigt, weil die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert.

Wie wird das behandelt?

Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen sich Insulin spritzen, um ihren Blutzuckerspiegel zu kontrollieren und gesund zu bleiben. Schnell und ultraschnell wirksame Insulinformen (sogenannte Insulinanaloga) sind modifizierte Formen von Humaninsulin, die so konzipiert sind, dass sie nach der Injektion schneller wirken als normales Humaninsulin. Beispiele hierfür sind Insulin Lispro, Insulin Aspart, Insulin Glulisin, schnell wirksames Insulin Aspart (FIAsp) und ultraschnell wirksames Insulin Lispro (URLi). Sie können unmittelbar vor einer Mahlzeit gespritzt werden und tragen dazu bei, den Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen zu begrenzen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten die Wirkungen einer langfristigen Behandlung mit schnell oder sehr schnell wirkenden Insulinanaloga im Vergleich zu normalem Humaninsulin oder zu einem anderen schnell wirkenden Insulinanalogon bei Menschen mit Typ-1-Diabetes untersuchen, die mehrmals täglich Insulin spritzen. Wir wollten untersuchen, wie sich die Behandlung auf die Blutzuckerkontrolle, Unterzuckerungen (einschließlich nächtlicher Unterzuckerungen), eine schwerwiegende Komplikation des Diabetes (diabetische Ketoazidose), die Lebensqualität und die Therapietreue auswirkt.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 15 Studien gefunden, in denen die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei oder mehr Behandlungsgruppen zugeordnet wurden. In den Studien wurden schnell oder sehr schnell wirkende Insulinanaloga mit normalem Humaninsulin verglichen. An diesen Studien nahmen 6335 Personen teil. Die Teilnehmenden wurden nach Beginn der Behandlung zwischen 24 und 52 Wochen lang beobachtet.

Hauptergebnisse

Unsere Analysen deuten darauf hin, dass fünf schnell wirkende Insulinanaloga die Blutzuckerkontrolle im ersten Behandlungsjahr möglicherweise ähnlich gut verbessern wie normales Humaninsulin. Die Blutzuckerkontrolle wurde anhand des HbA1c-Werts gemessen, der den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der vergangenen zwei bis drei Monate widerspiegelt. Wir sind uns nicht sicher, wie sich die Behandlung auf den Nüchternblutzucker, leichte bis mittelschwere Unterzuckerungen, schwere nächtliche Unterzuckerungen oder die Einhaltung der Insulintherapie auswirkt. Möglicherweise bieten sie Vorteile, weil schwere Unterzuckerungen und die diabetische Ketoazidose, eine sehr gefährliche Komplikation mit stark erhöhten Blutzuckerwerten, seltener auftreten könnten.

Wir fanden keine klaren Hinweise auf Vorteile hinsichtlich leichter oder mittelschwerer nächtlicher Unterzuckerungen oder der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Diese umfasst die körperliche, psychische, emotionale und soziale Gesundheit. Außerdem lagen keine Daten zu den langfristigen Auswirkungen vor, da die Teilnehmenden in den Studien nicht länger als ein Jahr nachbeobachtet wurden.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir haben nur begrenztes Vertrauen in die Evidenz. Ein Grund dafür ist, dass die meisten Studien nicht verblindet waren. Das bedeutet, dass sowohl die Teilnehmenden als auch das medizinische Fachpersonal wussten, welche Behandlung verabreicht wurde. Zudem brachen einige Teilnehmende die Behandlung vor Studienende ab (mehr als 5 %, aber weniger als 20 % der Teilnehmenden setzten die Behandlung nicht bis zum Ende der Studie fort), und die Studienberichte enthielten nicht genügend Informationen. Deshalb können wir den Ergebnissen nicht uneingeschränkt vertrauen. Darüber hinaus gab es in mehreren Studien Widersprüche bei der Beschreibung der Methoden und Ergebnisse.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Diese Evidenz ist auf dem Stand vom Mai 2025.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Guo Y, Mei Y, Bongaerts B, Metzendorf MI, Fullerton B, Siebenhofer A, Jeitler K, Horvath K, Semlitsch T, Berghold A, Plank J, Siegfried NL, Franco JVA. (Ultra-)short-acting insulin analogues for adults with type 1 diabetes mellitus on multiple daily injections: a network meta-analysis. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 6. Art. No.: CD012161. DOI: 10.1002/14651858.CD012161.pub2.

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