Kernaussagen
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Im Vergleich zur Trapeziektomie (Entfernung des Knochens an der Daumenbasis) bietet die Trapeziektomie mit LRTI (engl. Ligament Reconstruction and Tendon Interposition, das bedeutet Ersatz des Bandes und Verstärkung des Gelenks durch eine Sehne aus dem Unterarm) 3 bis 54 Monate nach der Behandlung möglicherweise nur einen geringen bis gar keinen Effekt hinsichtlich Schmerzen, Funktion, Gelenkbildgebung oder unerwünschter Wirkungen.
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Wir wissen nicht, welche Operation bei einer Arthrose des Daumens am besten geeignet ist. In diesem Bereich bedarf es weiterer Forschung.
Was ist Daumenarthrose?
Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der die Knorpelschicht des Gelenks immer dünner wird und es zu Umbauprozessen im Gelenk kommen kann. Arthrose am Daumengrundgelenk (Trapezometacarpalgelenk) kann Schmerzen, Steifheit und Kraftverlust im Daumen verursachen. Dies kann sich darauf auswirken, wie gut sich der Daumen bewegen lässt, wie stark der Griff ist und wie gut jemand alltägliche Aufgaben zu Hause oder bei der Arbeit bewältigen kann.
Obwohl viele Menschen unter dieser Erkrankung leiden, lassen sich deren Auswirkungen auf das Befinden nicht mit Röntgenaufnahmen messen. Daher wird eine Arthrose des Daumens anhand ihrer Symptome behandelt und nicht anhand dessen, was auf Röntgenaufnahmen zu sehen ist.
Bei vielen Menschen sind die Symptome sehr gering, sodass keine Behandlung erforderlich ist. Bestimmte Tätigkeiten und Hobbys können die Beschwerden verschlimmern, insbesondere wenn häufige Greifbewegungen oder feinmotorische Bewegungen (z. B. Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger) erforderlich sind.
Wie wird eine Daumenarthrose behandelt?
Arthrose im Daumen kann behandelt werden mit:
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nicht-chirurgischen Behandlungsmethoden, wie Schienen oder entzündungshemmende Medikamente
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Steroidinjektionen
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Operation - wird oft angewendet, wenn die ersten beiden aufgeführten Methoden nicht zum Erfolg führen
Es gibt viele verschiedene Arten von Operationen, doch alle zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Funktionsfähigkeit zu verbessern (bzw. die Einschränkung zu verringern). Bei den meisten Operationen wird zunächst der Knochen an der Daumenbasis entfernt (Trapeziektomie). Anschließend wird das Gelenk entweder rekonstruiert oder stabilisiert, indem Bänder oder Sehnen verwendet werden, die aus einer anderen Körperregion entnommen, von einem Spender gewonnen oder künstlich hergestellt sind. Das gängigste Verfahren ist die Trapeziektomie mit Bandrekonstruktion und Sehneninterposition (LRTI). Dabei wird das Band, das die Knochen zwischen Daumen und Zeigefinger zusammenhält, wiederaufgebaut. Der durch den entfernten Knochen entstandene Hohlraum wird mit einer Sehne aus dem Unterarm aufgefüllt, um den Daumen zu stützen. Andere Operationsmethoden lassen den durch den entfernten Knochen entstandenen Hohlraum bewusst offen, damit er sich mit Narbengewebe füllt (Distraktionsarthroplastik), oder ersetzen das Gelenk vollständig durch ein künstliches Gelenk (Arthroplastik).
Was wollten wir herausfinden?
Für Menschen mit Daumenarthrose wollten wir die besten Operationsmethoden finden, um:
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Schmerzen, Funktionsbeeinträchtigungen, unerwünschte Ereignisse und Therapieversagen (was zu weiteren Operationen führt) zu verringern, und
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die Lebensqualität zu verbessern.
Wir wollten außerdem untersuchen, wie sich die verschiedenen Methoden auf die Zufriedenheit der Patienten mit ihrer Behandlung auswirken und wie das Gelenk im Röntgenbild aussieht.
Wie gingen wir vor?
Wir haben nach Studien gesucht, in denen verschiedene Operationsmethoden bei Daumenarthrose verglichen wurden. Die Studienteilnehmenden konnten jeden Alters und jeden Geschlechts sein, an einer leichten oder schweren Arthrose leiden und aus jedem Land der Welt stammen. Wir haben die Ergebnisse verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz bewertet.
Was fanden wir heraus?
Wir haben 25 Studien mit insgesamt 1591 Teilnehmenden gefunden, bei denen es sich überwiegend um Frauen handelte. In den Studien kamen verschiedene chirurgische Verfahren zum Einsatz. Am häufigsten wurde eine Trapeziektomie mit LRTI durchgeführt. Die Studien begleiteten die Teilnehmenden über einen Zeitraum von 12 bis 120 Monaten.
In keiner der Studien wurde eine Scheinoperation (eine vorgetäuschte Operation ohne die Absicht, die Arthrose zu behandeln) als Vergleich herangezogen.
Hauptergebnisse
Im Vergleich zur alleinigen Trapeziektomie bietet die Trapeziektomie mit LRTI zwischen 3 und 54 Monaten nach der Behandlung möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Vorteil hinsichtlich Schmerzen, Funktion, Gelenkbildgebung oder unerwünschten Wirkungen (4 Studien; 421 Teilnehmende).
Die auf einer Skala von 0 bis 100 gemessene Schmerzintensität (wobei 0 für keine Schmerzen steht) war bei der Trapeziektomie mit LRTI um 2,8 Punkte geringer.
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Personen, bei denen eine Trapeziektomie mit LRTI durchgeführt wurde, bewerteten ihre Schmerzen mit 23,2 Punkten.
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Personen, bei denen eine Trapeziektomie durchgeführt wurde, bewerteten ihre Schmerzen mit 26 Punkten.
Die körperliche Funktionsfähigkeit, gemessen auf einer Skala von 0 bis 100 (wobei 0 die beste Funktionsfähigkeit darstellt), war bei einer Trapeziektomie mit LRTI um 0,03 Punkte schlechter.
Unerwünschte Wirkungen: Nach einer Trapeziektomie mit LRTI traten am Ende der Nachbeobachtung bei 66 von 1000 Personen mehr unerwünschte Wirkungen auf im Vergleich zur alleinigen Trapeziektomie.
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133 von 1000 Personen berichteten über ein unerwünschtes Ereignis im Zusammenhang mit einer Trapeziektomie mit LRTI.
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67 von 1000 Personen berichteten von einem unerwünschten Ereignis im Zusammenhang mit einer Trapeziektomie.
Gelenkbildgebung: Der Abstand zwischen dem Kahnbein (einem Knochen im Handgelenk) und dem ersten Mittelhandknochen (einem Knochen in der Hand, der das Handgelenk mit dem Daumen verbindet) war bei einer Trapeziektomie mit LRTI um 0,1 mm geringer als bei einer Trapeziektomie ohne LRTI.
In den Studien wurden weder die allgemeine Zufriedenheit der Patienten mit der Behandlung noch die Rate an Therapieversagen oder die Lebensqualität erfasst.
Was schränkt die Evidenz ein?
Wir haben wenig Vertrauen in die Evidenz dafür, dass eine Trapeziektomie mit einer LRTI Schmerzen lindert, die Funktion verbessert oder dazu führt, dass mehr Menschen über unerwünschte Wirkungen berichten. Das liegt daran, dass die Studien klein waren und die chirurgischen Verfahren von Studie zu Studie erheblich variierten.
Wir sind uns unsicher, ob eine Operation Vorteile gegenüber dem Verzicht auf eine Operation, nicht-chirurgischen Therapien oder einer Scheinoperation (Placebo) bietet, da wir keine Studien gefunden haben, die diesen Vergleich untersucht haben. Zukünftige Studien werden die aktuellen Einschätzungen wahrscheinlich korrigieren.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Dies ist eine aktualisierte Fassung eines Reviews, der erstmals im Jahr 2005 veröffentlicht wurde. Die Evidenz entspricht dem Stand vom 19. Mai 2025.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.