Antioxidantien für Frauen mit verminderter Fruchtbarkeit (Subfertilität)

Fragestellung:
Verbessern ergänzende oral verabreichte Antioxidantien im Vergleich zu Placebo, keiner Behandlung/Regelversorgung oder anderen Antioxidantien Endpunkte für Fruchtbarkeit bei subfertilen Frauen (Regelversorgung beinhaltet Folsäure < 1 mg)?

Hintergrund:
Viele subfertile Frauen, die eine Fruchtbarkeitsbehandlung erhalten, nehmen auch Nahrungsergänzungsmittel zu sich in der Hoffnung, damit ihre Fruchtbarkeit zu verbessern. Dies kann eine sehr stressreiche Zeit für die Frauen und ihre Partner sein. Es ist wichtig, diesen Paaren qualitativ hochwertige Evidenz zur Verfügung zu stellen, damit sie eine informierte Entscheidung treffen können, ob die Einnahme von ergänzenden Antioxidantien während Fruchtbarkeitsbehandlungen ihre Chancen verbessert oder unerwünschte Ereignisse verursacht. Dies ist besonders wichtig, da die meisten antioxidativen Nahrungsergänzungsmittel keiner gesetzlichen Kontrolle unterliegen. Dieser Review untersuchte, inwiefern Ergänzungsmittel mit oral verabreichten Antioxidantien die Chancen einer subfertilen Frau erhöhen, schwanger zu werden und ein Baby zu bekommen.

Datum der Suche:
Die Evidenz ist auf dem Stand von September 2016.

Studieneigenschaften:
Dieser Review schloss 50 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 6510 teilnehmenden Frauen ein, welche Antioxidantien entweder mit Placebo, keiner Behandlung bzw. Regelversorgung oder mit anderen Antioxidantien verglichen.

Finanzierung:
Finanzierungsquellen wurden nur in 14 von 50 eingeschlossenen Studien genannt.

Hauptergebnisse:
Evidenz von sehr niedriger Qualität deutet darauf hin, dass Antioxidantien mit einer höheren Lebendgeburtenrate und höheren Raten an klinischen Schwangerschaften in Verbindung steht. Aufgrund der Ergebnisse würden wir erwarten, dass von 100 subfertilen Frauen, welche keine Antioxidantien einnehmen, 20 ein Kind bekommen würden. Im Vergleich dazu würden zwischen 26 und 43 von 100 subfertilen Frauen ein Kind bekommen, welche Antioxidantien einnehmen. Es lag nicht genügend Evidenz vor, um Schlussfolgerungen zu unerwünschten Ereignissen wie Fehlgeburten, Mehrlingsgeburten oder Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt zu ziehen. Evidenz von sehr niedriger Qualität deutet darauf hin, dass Pentoxifyllin auch mit höheren Raten klinischer Schwangerschaften in Verbindung stehen könnte, jedoch waren nur drei Studien in dieser Analyse. In diesem Fall würden wir erwarten, dass von 100 subfertilen Frauen, welche kein Pentoxifyllin einnehmen, 25 schwanger würden. Im Vergleich dazu würden zwischen 28 und 53 von 100 subfertilen Frauen schwanger werden, welche Pentoxifyllin einnehmen, um die Chancen einer Schwangerschaft zu erhöhen. Es gab nicht genügend Evidenz, um Schlussfolgerungen über unerwünschte Ereignisse von Pentoxifyllin zu ziehen. Nur eine Studie verglich Antioxidatien untereinander, sodass es nicht genügend Evidenz zu diesem Vergleich gibt, um darüber Schlussfolgerungen zu ziehen.

Qualität der Evidenz:
Die Gesamtqualität der Evidenz war eingeschränkt durch ein hohes Risiko für Bias, das in Verbindung mit schlechter Berichterstattung der Methoden, Ungenauigkeit und Inkonsistenz stand.

Übersetzung: 

I. Toews, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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