Kernaussagen
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Bewegungsprogramme verringern bei Jugendlichen mit Adipositas im Vergleich zu keinem Bewegungsprogramm möglicherweise geringfügig das Körpergewicht, den Taillenumfang und den Körperfettanteil – jeweils gemessen am Ende der Intervention.
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Wir wissen nicht, ob Bewegungsprogramme im Vergleich zu keinem Bewegungsprogramm Auswirkungen auf andere Körpermaße oder durch Adipositas bedingte Gesundheitsprobleme haben.
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Wir benötigen größere, länger dauernde und qualitativ hochwertigere Studien, um die Wirkungen von Bewegungsprogrammen bei Jugendlichen mit Adipositas verlässlicher beurteilen zu können.
Was ist Adipositas?
Adipositas bedeutet, dass eine Person so viel Körperfett hat, dass dies ihre Gesundheit beeinträchtigen kann. Weltweit hat sich die Adipositas bei Jugendlichen (im Alter von 10 bis 19 Jahren) seit 1990 verdreifacht, und bis zum Jahr 2050 könnten mehr als 300 Millionen Kinder und Jugendliche an Adipositas leiden.
Adipositas im Kindes- und Jugendalter kann sich negativ auf die körperliche und psychische Gesundheit auswirken und das Risiko für Krebs, Leber- oder Nierenerkrankungen im Erwachsenenalter erhöhen.
Eine Gewichtsabnahme ist der beste Weg, die gesundheitlichen Risiken von Adipositas zu verringern. Dies geschieht in der Regel durch Änderungen des Lebensstils, wie mehr körperliche Aktivität (z. B. Schwimmen, Laufen, Krafttraining) und eine gesündere Ernährung, durch chirurgische Eingriffe oder Medikamente.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob Bewegungsprogramme im Vergleich zu keinem Bewegungsprogramm Jugendlichen mit Adipositas hilft:
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Gewicht zu verlieren und den BMI (Body-Mass-Index; ein Maß zur Beurteilung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße), den BMI-z-Score (ein Maß dafür, wie der BMI im Vergleich zu anderen Personen gleichen Alters und Geschlechts liegt), den Taillenumfang und den Körperfettanteil zu senken;
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ihren Blutzuckerspiegel und ihre Insulinresistenz zu senken (Insulin ist ein Hormon, das dabei hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren).
Wir wollten außerdem herausfinden, ob bestimmte Bewegungsformen diese Wirkungen besser erzielen als andere und ob die Bewegungsprogramme unerwünschte oder schädliche Ereignisse verursachen.
Wie sind wir vorgegangen?
Wir suchten nach Studien, in denen die Teilnahme an einem Bewegungsprogramm (wie Ausdauertraining, Krafttraining oder Fußball) verglichen wurde mit:
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keinem Bewegungsprogramm;
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einem anderen Bewegungsprogramm (zum Beispiel hochintensives Training im Vergleich zu Training mit mittlerer Intensität).
Die Jugendlichen mussten mindestens 12 Wochen lang an diesem Bewegungsprogramm teilnehmen. Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und beurteilten unser Vertrauen in die Evidenz, basierend auf Faktoren wie Studienmethoden und Anzahl an Teilnehmenden.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden 30 Studien mit insgesamt 1.508 Jugendlichen. Die Studien waren klein: Die kleinste umfasste nur 21 Jugendliche, die größte 106. Knapp die Hälfte der teilnehmenden Jugendlichen waren weiblich (46 %). Ihr Durchschnittsalter lag zwischen 10 und fast 17 Jahren. Die Studien wurden in 15 Ländern durchgeführt: 5 in Tunesien; je 4 in China und im Iran; 3 in Brasilien; je 2 in Kanada, Spanien und den USA; sowie je eine in Australien, Estland, Indien, Mexiko, Südkorea, Schweden, Taiwan und Thailand.
Die meisten Studien dauerten 12 oder 13 Wochen; die längste Studie dauerte 32 Wochen.
Wir fassten die Ergebnisse der Studien in zwei übergeordneten Vergleichen zusammen:
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jede Art von Bewegungsprogramm (z. B. Ausdauertraining, aktive Videospiele) im Vergleich zu keinem Bewegungsprogramm (22 Studien);
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eine Form von Bewegung im Vergleich zu einer anderen (17 Studien).
Hauptergebnisse
Bewegungsprogramme im Vergleich zu keinem Bewegungsprogramm
Im Vergleich zu keinem Bewegungsprogramm führen Bewegungsprogramme möglicherweise zu einer leichten Verringerung:
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des Körpergewichts: Jugendliche in den aktiven Gruppen wogen im Durchschnitt 1,88 kg weniger (17 Studien, 749 Jugendliche);
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des Taillenumfangs: In den aktiven Gruppen war der durchschnittliche Taillenumfang der Jugendlichen um 2,88 cm geringer (10 Studien, 476 Jugendliche);
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des Körperfettanteil: In den aktiven Gruppen lag der durchschnittliche Körperfettanteil der Jugendlichen um 2,96 % niedriger (9 Studien, 313 Jugendliche).
Es ist sehr unsicher, welche Wirkungen Bewegungsprogramme auf folgende Faktoren haben:
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BMI;
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BMI-Z-Score;
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Blutzuckerwerte;
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Insulinresistenz;
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unerwünschte, schädliche Ereignisse.
Eine Form von Bewegung im Vergleich zu einer anderen
Wir sind sehr unsicher, ob sich verschiedene Bewegungsformen in ihren Wirkungen auf die untersuchten Aspekte unterscheiden.
Was schränkt die Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Evidenz ist aus folgenden Gründen begrenzt:
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Die Studien waren klein;
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in den Studien wurden unterschiedliche Formen von Bewegung untersucht;
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die Studien haben ihre Methoden und Ergebnisse unzureichend berichtet;
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in einigen Studien wurden nicht alle Ergebnisse berichtet;
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keine Studie berichtete über unerwünschte, schädliche Ereignisse.
Die Studien, die verschiedene Bewegungsformen miteinander verglichen, unterschieden sich stark. Deshalb konnten wir ihre Ergebnisse meist nicht zusammenfassen und keine verlässlichen Schlussfolgerungen ziehen. Daher wissen wir nicht, ob eine bestimmte Form von Bewegung besser ist als eine andere.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Diese Evidenz ist auf den Stand von Dezember 2025.
B. Schindler, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




