Welche langfristigen Vorteile und Risiken haben verschiedene Arten von Operationen zur Gewichtsreduktion bei der Behandlung von Adipositas bei erwachsenen Menschen mit Typ-2-Diabetes?
Kernaussagen
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Bei Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes könnte ein Magenbypass (d. h. ein Roux-en-Y-Magenbypass oder ein Magenbypass mit einer Anastomose) den größten Nutzen haben, um das Körpergewicht und den Taillenumfang zu verringern sowie den Typ-2-Diabetes und die langfristigen Blutzuckerwerte zu verbessern – mindestens fünf Jahre nach der Operation. Beim Magenbypass mit einer Anastomose sind wir hinsichtlich der Ergebnisse allerdings sehr unsicher.
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Es ist unklar, ob die verschiedenen Operationsverfahren einen Einfluss auf Risiken wie schwerwiegende unerwünschte gesundheitliche Wirkungen und den Tod jeglicher Ursache mindestens fünf Jahre nach der Operation haben.
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Größere und gut konzipierte Studien könnten dazu beitragen, die bestehenden Unsicherheiten zu verringern und unser Vertrauen in die Ergebnisse zu stärken.
Was sind Adipositas und Typ-2-Diabetes?
Adipositas bezeichnet eine übermäßige Ansammlung von Körperfett, die die Gesundheit beeinträchtigen kann. Bei Typ-2-Diabetes kann der Körper den Blutzuckerspiegel nicht ausreichend regulieren, da das Hormon Insulin nicht richtig wirkt. Typ-2-Diabetes tritt häufig bei Menschen mit Adipositas auf. Beide Erkrankungen erhöhen das Risiko für einen vorzeitigen Tod und andere gesundheitliche Probleme wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wie werden Adipositas und Typ-2-Diabetes behandelt?
Zur Gewichtsabnahme und Verbesserung des Diabetes werden zunächst häufig Änderungen des Lebensstils wie eine Ernährungsumstellung, Bewegung und verhaltenstherapeutische Maßnahmen sowie Medikamente eingesetzt. Wenn diese nicht ausreichend wirken, können metabolische und bariatrische Operationen als zusätzliche Behandlungsoption in Betracht gezogen werden. Es gibt verschiedene Arten der bariatrischen Chirurgie:
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Magenband (ein verstellbares Band, das um den oberen Teil des Magens gelegt wird und diesen verengt, sodass kleinere Portionen ausreichen);
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Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie; Entfernung eines Teils des Magens);
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Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB; aus dem oberen Teil des Magens wird ein kleiner Vormagen gebildet und direkt mit einem tiefer gelegenen Abschnitt des Dünndarms verbunden, sodass ein Teil des Magens und des Dünndarms umgangen wird);
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Magenbypass mit nur einer Verbindung (Ein-Anastomosen-Magenbypass oder Mini-Magenbypass);
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Magenplikatur (Einfaltung der Magenwand, um den Magen zu verkleinern);
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biliopankreatische Diversion mit Duodenal-Switch (der Magen wird verkleinert und ein großer Teil des Dünndarms umgangen, sodass der Körper weniger Nährstoffe aus der Nahrung aufnimmt).
Was wollten wir herausfinden?
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Welche der verschiedenen Operationsmethoden am sichersten und wirksamsten sind, wenn man sie miteinander sowie mit einer Behandlung durch Lebensstiländerung und Medikamente hinsichtlich ihrer langfristigen (mindestens 5 Jahre Nachbeobachtung) Vorteile und Risiken vergleicht.
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Ob diese Operationen das Körpergewicht und den Taillenumfang verringern, den Typ-2-Diabetes verbessern, die langfristigen Blutzuckerwerte senken und die Lebensqualität mindestens fünf Jahre nach der Operation verbessern.
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Ob sich die Operationen über diesen Zeitraum hinweg auf schwerwiegende unerwünschte gesundheitliche Wirkungen, Todesfälle jeglicher Ursache und Komplikationen des Typ-2-Diabetes auswirken.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien mit Personen, die Adipositas und Typ-2-Diabetes hatten. Wir schlossen Studien ein, in denen mindestens zwei verschiedene chirurgische Eingriffe oder eine Operation mit einer Lebensstil- und medikamentösen Behandlung verglichen wurden. Wir fassten alle Behandlungen mithilfe einer Methode namens Netzwerk-Metaanalyse zusammen und verglichen sie; dabei bewerteten wir unser Vertrauen in die Ergebnisse anhand von Faktoren wie Studienmethoden und Stichprobengröße.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden 18 Studien mit insgesamt 15.282 Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes. In 13 dieser Studien (mit insgesamt 911 Teilnehmenden) wurden die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip zwei oder mehr Behandlungsgruppen zugeordnet. Dies ist der beste Weg, um sicherzustellen, dass die Gruppen der Teilnehmenden ähnlich sind. Fünf Studien (mit 14.371 Personen) verwendeten Beobachtungsdaten aus der Versorgungsrealität. Die Studien untersuchten verschiedene Operationsverfahren wie Magenband, Schlauchmagen, Roux-en-Y-Magenbypass, Magenbypass mit einer Anastomose und Magenplikatur. Wir stellten fest, dass:
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Der Roux-en-Y-Magenbypass senkt langfristig möglicherweise das Körpergewicht und verringert wahrscheinlich den Taillenumfang – im Vergleich zu einer Behandlung mit Lebensstiländerungen und Medikamenten.
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Der Magenbypass mit einer Anastomose und, in geringerem Ausmaß, der Schlauchmagen könnten das Körpergewicht ebenfalls senken und den Taillenumfang verringern. Wir sind hinsichtlich dieser Ergebnisse jedoch sehr unsicher.
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Der Roux-en-Y-Magenbypass, der Magenbypass mit einer Anastomose, der Schlauchmagen und das Magenband verbessern den Typ-2-Diabetes möglicherweise. Wir sind hinsichtlich dieser Ergebnisse jedoch sehr unsicher.
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Es ist unklar, ob die verschiedenen Operationsverfahren einen Einfluss auf schwerwiegende unerwünschte gesundheitliche Wirkungen oder den Tod jeglicher Ursache haben.
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Der Roux-en-Y-Magenbypass verringert langfristig möglicherweise die Komplikationen bei Typ-2-Diabetes – im Vergleich zu nicht-chirurgischen Behandlungen. Wir sind hinsichtlich dieses Ergebnisses jedoch sehr unsicher.
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Der Roux-en-Y-Magenbypass verbessert möglicherweise die Blutzuckerwerte – im Vergleich zu nicht-chirurgischen Behandlungen.
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Der Magenbypass mit einer Anastomose und der Schlauchmagen könnten die Blutzuckerwerte ebenfalls verbessern. Wir sind hinsichtlich dieser Ergebnisse jedoch sehr unsicher.
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Der Roux-en-Y-Magenbypass und der Schlauchmagen könnten die gesundheitsbezogene Lebensqualität stärker steigern als nicht-chirurgische Behandlungen. Auch hier sind wir hinsichtlich der Ergebnisse sehr unsicher.
Was schränkt die Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Evidenz ist oft gering bis sehr gering, da in die Studien nur wenige Personen eingeschlossen wurden und die Ergebnisse für einige Endpunkte – insbesondere schwerwiegende unerwünschte gesundheitliche Wirkungen, Tod jeglicher Ursache und Komplikationen bei Typ-2-Diabetes – auf sehr wenigen Ereignissen beruhten. Zudem gab es für mehrere chirurgische Verfahren nicht genügend Studien, um sichere Aussagen über die Ergebnisse treffen zu können. Es ist wichtig zu beachten, dass die Bewertung unseres Vertrauens in die Ergebnisse ausschließlich auf Studien beruhte, in denen die Teilnehmenden den Gruppen nach dem Zufallsprinzip zugeteilt wurden, und keine Beobachtungsstudien einbezog.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Diese Evidenz ist auf dem Stand von Juni 2024.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




