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Welche Behandlungen helfen bei Schmerzen an den Sehnenansätzen (Apophysitis) an der Hüfte, den Beinen oder Füßen bei Kindern und Jugendlichen?

Kernaussagen

  • Bei den meisten Kindern mit Schmerzen an den Sehnenansätzen (Apophysitis) bessern sich die Beschwerden im Laufe der Zeit. Es ist ungewiss, ob eine Behandlung der Apophysitis die Schmerzen kurzfristig lindert, sowie die körperliche Funktionsfähigkeit und die Teilnahme am Sport beeinflusst.

  • Es ist unklar, ob eine bestimmte Behandlung besser oder schlechter ist als eine andere. Die Studien waren größtenteils klein und wiesen Mängel im Studiendesign auf. Die Studien erfassten unerwünschte Wirkungen nicht durchgängig. Keine Studie untersuchte, ob Kinder die Teilnahme aufgrund unerwünschter Wirkungen abbrachen.

  • Die Evidenz ist begrenzt. In den meisten Studien nahmen mehr Jungen als Mädchen teil. Zudem wurden Kinder eingeschlossen, die überdurchschnittlich körperlich aktiv waren. Die Kinder wussten oft, welcher Behandlungsgruppe sie zugeteilt waren, was die Ergebnisse beeinflusst haben könnte.

Was ist eine Apophysitis?

Während des Wachstums entwickeln Kinder und Jugendliche manchmal belastungsabhängige Schmerzen an Sehnenansätzen der Hüfte, den Beinen oder Füßen. Diese Schmerzen werden in der Regel durch eine Reizung der Sehnenansätze infolge wiederholter und länger andauernder Belastung verursacht, und nicht durch ein einzelnes Ereignis. Die Schmerzen sind meist von kurzer Dauer und haben nur begrenzte Auswirkungen auf das Leben des Kindes. Manchmal können die Schmerzen jedoch dazu führen, dass Kinder hinken, weniger Sport treiben oder körperlich weniger aktiv sind. Je nachdem, an welcher Stelle von Hüfte, Knie oder Fuß die Beschwerden auftreten, werden sie unterschiedlich bezeichnet. Zusammenfassend spricht man von „Apophysitis“ oder „apophysären Beschwerden der unteren Extremitäten“.

Wie wird eine Apophysitis behandelt?

An der Behandlung einer Apophysitis können unterschiedliche Gesundheitsfachkräfte beteiligt sein, darunter Hausärzt*innen, Physiotherapeut*innen und Podolog*innen. Zum Einsatz kommen verschiedene Behandlungen, darunter Bewegungs- und Dehnübungen, Medikamente, Bandagen oder Schienen sowie Hilfsmittel für die Schuhe, etwa spezielles Schuhwerk oder Fersenerhöhungen. Unabhängig von der Behandlung bessert sich eine Apophysitis in der Regel von selbst. In einigen Fällen jedoch können die Schmerzen lange bestehen bleiben.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welche Behandlungen Schmerzen wirksam lindern, und verstehen, wie sicher diese Behandlungen sind. Wir wollten wissen, welche Behandlungen die körperliche Funktionsfähigkeit der Kinder verbessern und ihre Teilnahme am Sport ermöglichen. Außerdem wollten wir wissen, ob eine Behandlung besser wirkt als eine andere.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen verschiedene Behandlungsmethoden für Apophysitis an Hüfte, Knie und Fuß untersucht wurden. Wir haben nicht nach Behandlungen gesucht, die eine Operation umfassten.

Wir haben die Ergebnisse von Studien zusammengefasst, in denen dieselben Behandlungen untersucht wurden und ähnliche Methoden zur Messung der Wirksamkeit verwendet wurden. Und wir haben die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz bewertet.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 10 Studien mit 654 Kindern, deren Durchschnittsalter zwischen 10,3 und 13,3 Jahren lag. Sieben Studien befassten sich mit Schmerzen der Ferse (Kalkaneusapophysitis), drei mit Schmerzen an der Vorderseite des Knies (Traktionsapophysitis des Tibiatuberkel).

Hauptergebnisse

  • Eine Studie (23 Kinder) verglich ein Medikament (Dexamethason) mit einem Placebo (Scheinbehandlung). Es ist sehr unsicher, ob Dexamethason die Schmerzen lindert, die körperliche Funktionsfähigkeit verbessert oder den Kindern hilft, kurzfristig wieder Sport zu treiben. Zwei Studien (74 Kinder) berichteten über unerwünschte Wirkungen von Medikamenten, doch auch hier war die Evidenz sehr ungewiss.

  • Eine Studie (21 Kinder) verglich Dexamethason mit der Standardversorgung. Es ist sehr unsicher, ob Dexamethason die Schmerzen lindert, die körperliche Funktionsfähigkeit verbessert oder den Kindern hilft, kurzfristig wieder Sport zu treiben. Eine Studie (30 Kinder) berichtete über unerwünschte Wirkungen, doch die Evidenz war ebenfalls sehr ungewiss.

  • Eine Studie (22 Kinder) verglich Kinesio-Tape mit einem Placebo. Es ist sehr unsicher, ob Kinesio-Tape kurzfristig Schmerzen lindert oder die körperliche Funktionsfähigkeit verbessert. Die Studie berichtete nicht über die Teilnahme am Sport oder über unerwünschte Wirkungen.

  • Eine Studie (124 Kinder) verglich Fußorthesen mit Fersenerhöhungen. Sie zeigte, dass es kurzfristig wahrscheinlich kaum oder gar keinen Unterschied zwischen den beiden Behandlungen hinsichtlich der Schmerzen oder der körperlichen Funktionsfähigkeit gibt. Die Studie berichtete nicht über die Teilnahme am Sport. Eine Studie (101 Kinder) berichtete, dass keine unerwünschten Wirkungen auftraten.

  • Eine Studie mit 43 Kindern verglich eine Fersenpolsterung mit einem Fersenband. Es ist sehr unsicher, ob Fersenpolster kurzfristig die körperliche Funktionsfähigkeit verbessern oder unerwünschte Wirkungen verursachen. Die Studie berichtete nicht über die Teilnahme am Sport.

  • In keiner der Studien wurde berichtet, ob Kinder aufgrund von unerwünschten Wirkungen aus den Studien ausgeschieden sind.

Was schränkt die Aussagekraft der Evidenz ein?

  • In den meisten Studien wussten die Kinder und ihre Betreuer*innen, welche Behandlung sie erhielten, was möglicherweise Einfluss darauf hatte, wie sie über Verbesserungen berichteten. Dies könnte die Zuverlässigkeit der Ergebnisse beeinträchtigen.

  • Eine Apophysitis bessert sich häufig von selbst, wenn die Kinder weiterwachsen und sich die Apophysenfugen schließen. Daher ist schwer zu beurteilen, ob eine Besserung durch die Behandlung oder durch den natürlichen Heilungsverlauf bedingt ist.

  • An den Studien nahmen deutlich mehr Jungen als Mädchen teil, und die meisten Teilnehmenden waren körperlich sehr aktiv. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die Erkrankung bei Jungen und Mädchen unterschiedlich auswirkt. Unklar ist jedoch, ob die Ergebnisse auf weniger körperlich aktive Kinder übertragbar sind.

  • Außerdem umfassten die meisten Studien nur eine geringe Zahl an Teilnehmenden. Daher können wir den Ergebnissen nur begrenzt vertrauen und wissen nicht, ob sie sich auf eine größere Gruppe von Kindern mit Apophysitis übertragen lassen.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 4. Januar 2025.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, xx, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Williams CM, Krommes K, Paterson KL, Haines T, Caserta A, Thorborg K. Non-surgical treatment for lower limb apophyseal injuries. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 7. Art. No.: CD015156. DOI: 10.1002/14651858.CD015156.pub2.

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