Direkt zum Inhalt

Filter

Evidence

Handbooks/Manuals

Neuigkeiten

Welche krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) wirken bei Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis, wenn ein biologisches oder zielgerichtetes synthetisches DMARD nicht ausreichend gewirkt hat?

Kernaussagen

  • Wenn ein biologisches oder zielgerichtetes synthetisches krankheitsmodifizierendes Antirheumatikum (DMARD) nicht ausreichend wirkt, stehen mehrere weitere Medikamente zur Verfügung, die die Beschwerden der rheumatoiden Arthritis lindern können. DMARDs sind Medikamente, die den Krankheitsverlauf bremsen oder aufhalten können.

  • Wir wissen nicht sicher, ob sich die Medikamente hinsichtlich ihrer unerwünschten Wirkungen von Placebo (Scheinbehandlung) oder voneinander unterscheiden.

  • Wir benötigen weitere Studien, in denen die Medikamente direkt miteinander verglichen werden, um besser einschätzen zu können, welches das beste ist. Bei der Wahl der Behandlung sollten die persönliche gesundheitliche Situation und die Präferenzen der betroffenen Person berücksichtigt werden.

Was ist rheumatoide Arthritis?

Rheumatoide Arthritis ist eine Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem, das normalerweise Infektionen bekämpft, fälschlicherweise die Gelenke angreift. Dies führt zu Gelenkschmerzen, Schwellungen, Steifheit und Funktionseinschränkungen. Rheumatoide Arthritis ist eine chronische Erkrankung, doch Behandlungen können helfen, die Symptome zu lindern und den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Wie wird rheumatoide Arthritis behandelt?

Rheumatoide Arthritis wird in der Regel mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) behandelt, die die für die Symptome verantwortliche Entzündung eindämmen und zudem Gelenkschäden verhindern. Es gibt verschiedene Arten von DMARDs. Zielgerichtete synthetische (targeted synthetic, ts) DMARDs wirken, indem sie auf bestimmte Zellen oder Proteine abzielen. Biologische (b) DMARDs richten sich ebenfalls gezielt gegen bestimmte Zellen oder Proteine. Sie werden jedoch mithilfe lebender Zellen biotechnologisch hergestellt. Konventionelle synthetische DMARDs beeinflussen das Immunsystem auf breiterer Ebene, statt gezielt an einem bestimmten Bestandteil oder Signalweg anzusetzen.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten die Wirkungen von DMARDs bei Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis untersuchen, bei denen die Behandlung mit einem b/ts-DMARD nicht angeschlagen hat. Dies ist eine sogenannte „lebende“ systematische Übersichtsarbeit. Das bedeutet, dass regelmäßig nach neuen Studien gesucht und die Übersichtsarbeit bei Bedarf aktualisiert wird. Da sich dieses Gebiet der Medizin ständig weiterentwickelt und verändert, möchten wir sicherstellen, dass die aktuellste Evidenz in dieser Übersichtsarbeit berücksichtigt wird.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen untersucht wurde wie wirksam DMARDs bei Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis sind, bei denen die Behandlung mit einem b/ts-DMARD nicht angeschlagen hatte.

Wir untersuchten, wie gut die verfügbaren DMARDs die Symptome der rheumatoiden Arthritis linderten, darunter Schmerzen, Gelenkschwellungen und Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit. Dies ermittelten wir mithilfe der ACR50-Ansprechkriterien des American College of Rheumatology (ACR50-Ansprechen). Ein ACR50-Ansprechen bedeutet, dass das Medikament gegen rheumatoide Arthritis wirksam ist und sich die Symptome um mindestens die Hälfte verbessert haben. Wir untersuchten außerdem unerwünschte Wirkungen, die dazu führen könnten, dass eine Person die Einnahme des Medikaments abbricht.

Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten, wie groß unser Vertrauen in die Evidenz ist. Dabei berücksichtigten wir Faktoren wie die Größe der Studien und deren Durchführung.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 19 Studien mit insgesamt 4.779 Menschen mit rheumatoider Arthritis. Alle waren zuvor mit einem Tumornekrosefaktor-Hemmer (einer Art biologischem DMARD) behandelt worden, der nicht ausreichend gewirkt hatte. Die meisten Teilnehmenden waren Frauen. Sie waren im Durchschnitt 49 bis 58 Jahre alt und lebten seit durchschnittlich 6 bis 14 Jahren mit rheumatoider Arthritis. Die Studien wurden weltweit durchgeführt, unter anderem in Nordamerika, Europa und Asien. Neun Studien wurden von Pharmaunternehmen finanziert, während die übrigen 10 durch nationale Forschungszuschüsse finanziert wurden.

Folgende Medikamente linderten die Symptome der rheumatoiden Arthritis bei Patient*innen, bei denen ein b/ts-DMARD versagt hatte:

  • ein anderer Tumornekrosefaktor-Hemmer (2 Studien; 343 Personen);

  • Sarilumab (1 Studie, 365 Personen);

  • Tocilizumab 4 mg/kg (1 Studie, 319 Personen);

  • Tocilizumab 8 mg/kg (1 Studie, 328 Personen);

  • intravenös (in eine Vene) verabreichtes Abatacept (2 Studien, 665 Personen);

  • Rituximab (1 Studie, 499 Personen);

  • Upadacitinib (1 Studie, 333 Personen);

  • Tofacitinib (1 Studie, 263 Personen);

  • eine höhere Dosis Baricitinib (1 Studie, 353 Personen).

Wir wissen nicht sicher, ob sich die Medikamente hinsichtlich ihrer unerwünschten Wirkungen von Placebo (Scheinbehandlung) oder voneinander unterscheiden. Die Evidenz hierzu war insgesamt von geringer Vertrauenswürdigkeit.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz reichte von hoch bis sehr niedrig. Wenn unser Vertrauen in die Evidenz begrenzt war, lag dies daran, dass nicht genügend Studien vorlagen, um sicher über die Ergebnisse urteilen zu können. Bei unserer Suche stellten wir mehrere Lücken in der verfügbaren Evidenz fest. Insbesondere gab es nur wenige Studien, in denen Medikamente direkt miteinander verglichen wurden. Die meisten Studien verglichen ein Medikament mit Placebo. Mehr Studien mit direkten Vergleichen zwischen den Medikamenten würden uns helfen, besser zu beurteilen, welches Medikament am besten geeignet ist.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf den Stand vom 28. November 2025. Da es sich um eine „lebende“ systematische Übersichtsarbeit handelt, werden wir sie jährlich aktualisieren, damit neue Evidenz in die Ergebnisse einfließt.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Thomas J, Kamso MM, Whittle SL, Wells GA, Kelly SE, Pardo Pardo J, Tugwell P, Johnston RV, Glennon V, Ejaredar M, Thomas M, Lee C, Elliott J, Mokbel A, Avery JC, Grobler L, Cyril S, Deardon R, Akl EA, Maxwell LJ, Buchbinder R, Hazlewood GS, Supported by the Cochrane Musculoskeletal Health and Pain Thematic Group. Disease‐modifying antirheumatic drugs (DMARDs) for rheumatoid arthritis after failure of biologic or targeted synthetic therapy: a systematic review and network meta‐analysis. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 7. Art. No.: CD013562. DOI: 10.1002/14651858.CD013562.pub2.

So verwenden wir Cookies

Wir verwenden notwendige Cookies, damit unsere Website funktioniert. Wir möchten auch optionale Cookies setzen, um unsere Webseite zu verbessern. Solche optionalen Cookies setzen wir nur, wenn Sie dies zulassen. Wenn Sie dieses Programm aufrufen, wird ein Cookie auf Ihrem Gerät platziert, um Ihre Präferenzen zu speichern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern, indem Sie auf den Link "Cookie-Einstellungen" am Ende jeder Seite klicken.
Weitere Informationen, wie diese Cookies funktionieren, finden Sie auf unserer Seite über Cookies.

Alle akzeptieren
Anpassen