Kernaussagen
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Eine frühzeitige Behandlung von Infektionen mit dem Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) (einer Bakterienart, die gegen bestimmte Antibiotika resistent ist) bei Menschen mit Mukoviszidose (CF) scheint möglich zu sein, doch sind wir uns über die Wirksamkeit der derzeitigen Routinebehandlung unsicher.
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Die längerfristigen Auswirkungen der Behandlung sind unklar.
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Es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um MRSA-Infektionen und deren Behandlung im Zeitalter der CFTR-Modulatoren (Medikamente, die das durch das CF-Gen gebildete defekte Protein reparieren, sodass Salz und Wasser korrekt durch die Zellen transportiert werden können und der Abtransport von Schleim aus der Lunge unterstützt wird) zu bewerten.
Was ist Mukoviszidose (Cystische Fibrose; CF)?
CF ist eine Erbkrankheit, bei der sich zäher Schleim in der Lunge und anderen Organen ansammelt. Für Menschen mit CF ist es sehr schwierig, diesen zähen Schleim abzuhusten. Dadurch können sich darin leicht Krankheitserreger, darunter auch MRSA, vermehren, und das Risiko für Infektionen der Atemwege steigt. CF verschlimmert sich mit der Zeit. Obwohl es derzeit keine Heilung gibt, können viele Menschen mit CF ein aktives und erfülltes Leben führen.
Was ist MRSA und wie wird es behandelt?
MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) sind Bakterien, die unter Umständen Infektionen verursachen und mit Antibiotika behandelt werden können. MRSA ist jedoch gegen bestimmte Antibiotika resistent, was die Behandlung einer Infektion erschwert. Diese Bakterien werden manchmal auch als „Superkeime“ bezeichnet. Eine Infektion mit MRSA ist für Menschen mit CF besonders besorgniserregend, da MRSA vermutlich mehr Schäden verursachen kann als andere Bakterien, die nicht gegen Antibiotika resistent sind.
MRSA wird in der Regel mit einer Kombination aus Antibiotika behandelt, die oral (über den Mund) eingenommen oder inhaliert werden. Ergänzt wird die Therapie durch eine Dekontaminationsbehandlung (Antibiotika-Cremes, die auf die Haut und in die Nasenhöhlen aufgetragen werden).
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten wissen, ob eine Behandlung mit Antibiotika:
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die MRSA-Infektion in der Lunge von Kindern oder Erwachsenen mit CF beseitigen kann;
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keine Infektion mit anderen resistenten Bakterien verursacht;
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keine unerwünschten Wirkungen hervorruft.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen Antibiotika (oral oder inhalativ) zur Behandlung von MRSA-Infektionen bei Menschen mit CF untersucht wurden.
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Die Studien mussten die Antibiotikabehandlung entweder mit keiner Behandlung, einem Placebo (Scheinbehandlung) oder einer anderen Art von Antibiotika vergleichen.
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Die Teilnehmenden mussten an CF leiden und eine aktuelle MRSA-Infektion haben.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden fünf Studien, an denen 410 Menschen mit CF und einer diagnostizierten MRSA-Infektion teilnahmen. Die Studien fanden in Italien oder Nordamerika statt und dauerten zwischen acht Wochen und sechs Monaten. Die Teilnehmenden der Studien (gleiche Anzahl von Männern und Frauen) waren jung (das Durchschnittsalter lag zwischen 11 und 25 Jahren).
Orale Antibiotika im Vergleich zu keiner Behandlung (2 Studien, 106 Personen)
Eine Gruppe von Menschen mit CF wurde mit oralen Antibiotika (Trimethoprim, Sulfamethoxazol und Rifampicin oder Cotrimoxazol und Rifampicin) sowie einer Dekontaminationsbehandlung behandelt; die andere Gruppe erhielt keine Behandlung.
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Orale Antibiotika können MRSA möglicherweise beseitigen. Eine Studie wurde aufgrund der eindeutigen Vorteile der Antibiotika vorzeitig abgebrochen, doch bei einigen Personen klang die Infektion auch ohne Behandlung ab. Nach sechs Monaten gab es zwischen den Gruppen keinen Unterschied hinsichtlich der Anzahl der Personen, die noch MRSA hatten.
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Antibiotika verbessern möglicherweise die Lungenfunktion.
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Hinsichtlich der Lebensqualität und unerwünschter Effekte der Behandlung gab es möglicherweise kaum bis gar keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Möglicherweise gab es auch kaum bis gar keinen Unterschied hinsichtlich der Häufigkeit von Krankheitsschüben (obwohl eine Studie berichtete, dass in den ersten sechs Monaten weniger Personen, die Antibiotika einnahmen, ins Krankenhaus eingewiesen wurden) oder der Gewichtsveränderung.
Inhalative Antibiotika im Vergleich zu Placebo (2 Studien, 251 Personen)
In beiden Studien wurde eine Standarddosis Vancomycin (ein inhalatives Antibiotikum) mit einem Placebo (einem Scheinmedikament) verglichen, und in einer Studie wurde zudem eine Standarddosis Vancomycin mit einer hohen Dosis verglichen.
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Inhalative Antibiotika führen im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich zu keinem Unterschied in der Lungenfunktion (2 Studien), doch die Ergebnisse einer Studie deuteten darauf hin, dass inhalative Antibiotika nach 20 Wochen wahrscheinlich zu einer leichten Verbesserung führen.
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Eine Standarddosis Vancomycin hat im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Schüben (2 Studien);
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Eine Studie berichtete über eine längere Zeitspanne bis zum nächsten Krankheitsschub bei der niedrigeren Vancomycin-Dosis;
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Eine Studie berichtete über einen Rückgang der MRSA-Bakterienkonzentration bei einer höheren Dosis Vancomycin über einen Zeitraum von bis zu einem Monat;
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In keiner der beiden Studien zeigten sich Unterschiede hinsichtlich der Lebensqualität oder unerwünschter Wirkungen.
Orale und inhalative Antibiotika im Vergleich zu oralen Antibiotika plus Placebo (1 Studie, 25 Teilnehmende)
Eine Studie verglich eine Kombination aus oralen und inhalativen Antibiotika mit oralen Antibiotika plus inhalativem Placebo.
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Wir sind uns nicht sicher, ob eine der beiden Behandlungen einen Einfluss auf die MRSA-Beseitigung hatte;
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Es gibt möglicherweise nur wenige oder gar keine Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der Lungenfunktion oder unerwünschter Wirkungen. Es ist unsicher, ob es einen Unterschied in der Lebensqualität gibt;
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Die Studie berichtete nicht über Veränderungen des Gewichts oder der Häufigkeit von Krankheitsschüben.
Was schränkt die Evidenz ein?
Unser Vertrauen in die Evidenz reichte von hoch bis sehr gering. Dies lag möglicherweise an Problemen mit dem Studiendesign (die Teilnehmenden wussten, welche Behandlung sie erhielten) oder daran, dass an den einzelnen Studien nur wenige Personen teilnahmen und viele von ihnen vorzeitig abbrachen.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Diese Übersichtsarbeit aktualisiert unsere vorherige Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2022. Die Evidenz ist auf den Stand vom 28. April 2026.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




