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Was sind Nutzen und Risiken einer Botox-A-Injektion zur Behandlung anhaltender Nackenschmerzen?

Kernaussagen

  • Im Vergleich zu einem Kochsalz-Placebo (einer inaktiven sterilen Salzlösung) kann Botox-A kurzfristig eine leichte Schmerzlinderung bewirken (6 % stärker als unter Placebo). Dieser Effekt hält jedoch nicht langfristig an. Die Betroffenen berichten möglicherweise sowohl kurz- als auch langfristig von einer leichten Verbesserung des Behandlungserfolgs (20 %). Möglicherweise verbessert sich weder die Fähigkeit der Betroffenen, alltägliche Tätigkeiten auszuführen, noch ihr gesundheitsbezogenes Wohlbefinden. Es besteht möglicherweise ein um 16 % erhöhtes Risiko für leichte unerwünschte Wirkungen wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Muskelermüdung, Muskelkater oder Kopfschmerzen, die bis zu drei Wochen anhalten können.

  • Die Hersteller von Botox-A haben einen Teil der Forschung finanziert, was möglicherweise die Studien beeinflusst und den Nutzen dieser Behandlung überbewertet hat.

  • Zukünftige Studien sollten größer angelegt sein, methodisch hochwertiger durchgeführt werden und über einen längeren Zeitraum laufen. Die Studien sollten unabhängig finanziert werden.

Was ist Botox-A?

Botox-A ist ein Neurotoxin (eine chemische Substanz), das bestimmte Muskeln vorübergehend schwächt, lähmt oder bestimmte Nerven blockiert. Es wird in Triggerpunkte injiziert. Triggerpunkte sind als besonders empfindliche Knoten in verspannten Skelettmuskelsträngen definiert, die Schmerzen in Körperregionen auslösen können, die nicht direkt an der betroffenen Stelle liegen. Dieses Phänomen wird als übertragener Schmerz bezeichnet.

Botox-A könnte bei hartnäckigen Nackenschmerzen helfen, indem es Muskelverspannungen und -krämpfe sowie die damit verbundenen Schmerzsignale reduziert.

Es können leichte und vorübergehende unerwünschte Wirkungen auftreten, wie zum Beispiel kleine Stellen, die schmerzen oder empfindlich sind. Es können seltene Ereignisse wie schwere allergische Reaktionen auftreten, die zum Tod führen können.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob bei Menschen mit anhaltenden Nackenschmerzen Botox-A bei der Linderung folgender Symptome wirksamer ist als eine Placebo-Injektion mit Kochsalzlösung (eine inaktive sterile Salzlösung):

  • Schmerz;

  • körperliche Funktionsfähigkeit (Fähigkeit, alltägliche Aktivitäten auszuführen);

  • gesundheitsbezogenes Wohlbefinden;

  • als wie erfolgreich die Betroffenen ihre Behandlung empfanden;

  • Patientenzufriedenheit.

Nackenschmerzen können Symptome im Kopf, im oberen Rücken und im Arm umfassen, die ihren Ursprung im Nacken haben. Nackenschmerzen können mit oder ohne begleitende myofasziale Schmerzen (empfindliche Knoten mit verspannten Muskelsträngen), degenerative Veränderungen, Schleudertrauma-bedingte Beschwerden und vom Nacken ausgehende Kopfschmerzen auftreten.

Wir wollten auch wissen, ob Botox-A unerwünschte Wirkungen hervorruft.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir haben nach Studien gesucht, in denen Injektionen mit Botox-A mit einem Placebo verglichen wurden. Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen hinsichtlich der Evidenz bewertet. Dabei haben wir Faktoren wie die Studienmethodik, unterschiedliche Behandlungsdosen, die Übereinstimmung der Studienergebnisse sowie die Größe der Studien berücksichtigt.

Was fanden wir heraus?

Wir haben 16 Studien mit insgesamt 855 Personen mit anhaltenden Nackenschmerzen (myofasziale Schmerzen, Schleudertrauma-assoziierte Beschwerden oder vom Nacken ausgehende Kopfschmerzen) gefunden. Sie waren zwischen 18 und 80 Jahre alt, davon waren mehr als die Hälfte (64%) Frauen. Die meisten Studien dauerten zwischen 3 und 12 Wochen; nur zwei Studien erstreckten sich über 24 Wochen oder länger. Sie fanden in Schmerzambulanzen in Krankenhäusern, chirurgischen Abteilungen und an Universitäten in Nord- und Mittelamerika, Europa, dem Nahen Osten und Asien statt. In den meisten Studien wurden kurzfristige Ergebnisse (bis zu drei Monate) berichtet. Die Gesamtdosis an Botox-A lag zwischen 10 und 400 Einheiten und wurde an 1 bis 10 Triggerpunkten verabreicht.

Hauptergebnisse

Bei Personen mit anhaltenden Nackenschmerzen, die mit Botox-A im Vergleich zu Placebo behandelt wurden:

  • kann es möglicherweise zu einer leichten kurzfristigen Linderung der Schmerzen kommen (6 %; 12 Studien, 393 Personen), doch diese Veränderungen haben möglicherweise keine spürbaren Auswirkungen auf den Alltag. hält möglicherweise die festgestellte Schmerzlinderung langfristig nicht an;

  • gibt es möglicherweise nur einen geringen oder gar keinen Nutzen für die alltägliche körperliche Funktionsfähigkeit (2 %; 3 Studien, 76 Personen) oder das gesundheitsbezogene Wohlbefinden, doch sind wir hinsichtlich dieser Evidenz nicht sicher;

  • könnte es möglicherweise sowohl kurzfristig (20 %; 1 Studie, 19 Teilnehmende) als auch langfristig (20 %; 1 Studie, 31 Teilnehmende) eine leichte Verbesserung des von den Teilnehmenden angegebenen Behandlungserfolgs geben;

  • kann möglicherweise das Risiko für leichte Wirkungen wie Schmerzen an der Injektionsstelle, Muskelermüdung, Muskelkater oder allgemeine Kopfschmerzen im Vergleich zu Placebo um 16 % höher sein. Diese unerwünschten Wirkungen können bis zu drei Wochen anhalten.

In keiner Studie wurde die Patientenzufriedenheit untersucht.

Was schränkt die Evidenz ein?

Unser Vertrauen in die Evidenz ist aus mehreren Gründen eingeschränkt.

  • Da die meisten Studien nur kurzfristig angelegt waren, sind die langfristigen Auswirkungen nicht bekannt.

  • Die meisten Studien wurden von Pharmaunternehmen finanziert, sodass die Vorteile von Botox-A möglicherweise überbewertet wurden.

  • Die in mehreren Studien angewandten Methoden haben wahrscheinlich Fehlerquellen eingeführt, darunter die Art und Weise der Gruppenzuteilung sowie die Möglichkeit, dass den Teilnehmenden bewusst war, welche Behandlung sie erhielten.

  • In den Studien wurden unterschiedliche Dosierungen von Botox-A verwendet, was einen Vergleich der Ergebnisse erschwert.

Zukünftige Studien sollten unabhängig finanziert werden, auf fundiertere Methoden zurückgreifen und Langzeitergebnisse liefern.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand vom März 2026. Diese Übersicht ergänzt die 2011 veröffentlichte Vorgängerversion um 10 neue Studien. Wir stellten eine möglicherweise leichte Linderung der Schmerzen fest.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Gross AR, Lee H, Chacko N, Kovacevic L, Smith A, Shanthanna H, Burnie SJ, Forget M, Schneider G, Santaguida PL, Bobos P. Botulinum toxin type A for subacute/chronic neck pain. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 5. Art. No.: CD008626. DOI: 10.1002/14651858.CD008626.pub4.

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