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Welche Hormone wirken am besten zur Stimulation der Eierstöcke bei Frauen, die sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen?

Kernaussagen

  • Bei der Verwendung von rekombinantem follikelstimulierendem Hormon (rFSH) kommt es wahrscheinlich zu etwas weniger Lebendgeburten als bei der Verwendung von gereinigtem humanem Menopausen-Gonadotropin (HMG) oder hochgereinigtem HMG (HP-HMG). Im Vergleich zu rFSH-Biosimilars kommt es wahrscheinlich zu etwas mehr Lebendgeburten. Zwischen rFSH und hochgereinigtem follikelstimulierendem Hormon (FSH-HP) oder Follitropin Delta gibt es wahrscheinlich kaum bis keinen Unterschied in der Zahl der Lebendgeburten. Bei der Verwendung von rFSH kommt es wahrscheinlich zu weniger klinischen Schwangerschaften als bei der Verwendung von HMG oder HP-HMG, aber wahrscheinlich zu mehr klinischen Schwangerschaften als bei der Verwendung von rFSH-Biosimilars. Zwischen rFSH und FSH-HP oder Follitropin Delta gibt es wahrscheinlich kaum bis keinen Unterschied in der Zahl der klinischen Schwangerschaften.

  • Bei der Verwendung von rFSH ist das Risiko eines ovariellen Überstimulationssyndroms (OHSS) wahrscheinlich höher als bei der Verwendung von HMG, HP-HMG oder Follitropin Delta. Im Vergleich zu FSH-HP gibt es wahrscheinlich kaum bis keinen Unterschied. Im Vergleich zu rFSH-Biosimilars gibt es möglicherweise kaum bis keinen Unterschied.

  • Zukünftige Studien sollten auch eingefrorene Embryonen berücksichtigen und die kumulativen Ergebnisse über mehrere Embryotransfers hinweg untersuchen. So ließe sich die Wirksamkeit der Behandlung umfassender beurteilen. Strategien zur Prävention und Behandlung des OHSS sollten Priorität haben.

Was ist In-vitro-Fertilisation?

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Form der Fertilitätsbehandlung. Durch die Stimulation der Eierstöcke reifen mehrere Eizellen heran. Diese werden entnommen, befruchtet und anschließend als Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt. Zur Stimulation der Eierstöcke werden verschiedene Hormone, darunter Gonadotropine, eingesetzt:

  • gereinigtes humanes Menopausen-Gonadotropin (HMG) und hochgereinigtes humanes Menopausen-Gonadotropin (HP-HMG);

  • gereinigtes follikelstimulierendes Hormon (FSH-P) oder hochgereinigtes follikelstimulierendes Hormon (FSH-HP);

  • rekombinantes follikelstimulierendes Hormon (rFSH), das mithilfe gentechnischer Verfahren im Labor hergestellt wurde und eine hohe Reinheit aufweist;

  • Follitropin Delta, das entwickelt wurde, um eine individuellere Wirkung zu erzielen; und

  • „Biosimilars“, die hergestellt werden, um ähnliche Ergebnisse wie rFSH zu potenziell geringeren Kosten zu erzielen.

Das ovarielle Überstimulationssyndrom (OHSS) ist eine mögliche, mitunter schwerwiegende Komplikation der IVF. Dabei schwellen die Eierstöcke an, und Flüssigkeit kann sich im Bauchraum ansammeln.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, welches Gonadotropin zu mehr Lebendgeburten und mehr klinischen, durch Ultraschall bestätigten Schwangerschaften führt und zugleich seltener ein ovarielles Überstimulationssyndrom (OHSS) verursacht.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen verschiedene Gonadotropine bei Frauen verglichen wurden, die sich einer IVF unterzogen. In den Studien konnten frische oder eingefrorene Embryonen verwendet werden.

Was fanden wir heraus?

Wir schlossen 59 Studien mit insgesamt 18.119 Frauen ein, die sich in einer Klinik einer Fertilitätsbehandlung unterzogen.

rFSH im Vergleich zu HMG/HP-HMG (17 Studien, 5.639 Frauen)

  • Die Zahl der Lebendgeburten ist bei rFSH im Vergleich zu HMG/HP-HMG wahrscheinlich geringer. Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt unter HMG/HP-HMG bei 28 % liegt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt unter rFSH zwischen 22 % und 27 %.

  • Das Risiko für ein OHSS ist bei rFSH im Vergleich zu HMG/HP-HMG wahrscheinlich höher. Wenn das Risiko für ein OHSS bei HMG/HP-HMG bei 2,6 % liegt, dann liegt das Risiko für ein OHSS bei rFSH zwischen 2,9 % und 4,7 %.

  • Die Zahl der klinischen Schwangerschaften ist bei rFSH im Vergleich zu HMG/HP-HMG wahrscheinlich geringer.

rFSH im Vergleich zu FSH-HP (23 Studien, 4.612 Frauen)

  • Es gibt wahrscheinlich kaum oder gar keinen Unterschied bei den Lebendgeburten zwischen rFSH und FSH-HP. Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt mit FSH-HP bei 27 % liegt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt mit rFSH zwischen 24 % und 31 %.

  • Es gibt wahrscheinlich kaum bis gar keinen Unterschied beim Auftreten eines OHSS bei der Behandlung mit rFSH im Vergleich zu FSH-HP. Wenn das Risiko eines OHSS bei FSH-HP bei 2,5 % liegt, dann liegt das Risiko eines OHSS bei rFSH zwischen 1,7 % und 3,8 %.

  • Zwischen rFSH und FSH-HP gibt es wahrscheinlich kaum bis keinen Unterschied in der Zahl der klinischen Schwangerschaften.

rFSH im Vergleich zu Follitropin Delta (7 Studien, 3.614 Frauen)

  • Es gibt wahrscheinlich kaum oder gar keinen Unterschied bei den Lebendgeburten zwischen rFSH und Follitropin Delta. Liegt die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt mit Follitropin Delta bei 29 %, so liegt die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt mit rFSH zwischen 24 % und 30 %.

  • Das Risiko für ein OHSS ist bei rFSH wahrscheinlich höher. Wenn das Risiko für ein OHSS bei Follitropin Delta bei 4,4 % liegt, dann liegt das Risiko bei rFSH zwischen 5,1 % und 9,2 %.

  • Zwischen rFSH und Follitropin Delta gibt es wahrscheinlich kaum bis keinen Unterschied in der Zahl der klinischen Schwangerschaften.

rFSH im Vergleich zu Biosimilars (8 Studien, 2.870 Frauen)

  • Die Lebendgeburtenrate ist bei rFSH im Vergleich zu Biosimilars wahrscheinlich höher. Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei Biosimilars bei 23 % liegt, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei rFSH zwischen 25 % und 32 %.

  • Beim OHSS gibt es möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied zwischen rFSH und Biosimilars. Liegt die Wahrscheinlichkeit eines OHSS bei Biosimilars bei 9,6 %, so liegt sie bei rFSH zwischen 5,7 % und 10 %.

  • Die klinische Schwangerschaftsrate ist bei rFSH wahrscheinlich höher als bei Biosimilars.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Ergebnisse beruhen überwiegend auf IVF-Zyklen, bei denen ein frischer Embryo übertragen wurde. Bei der Übertragung eingefrorener Embryonen könnten die Ergebnisse anders ausfallen. Viele Studien wurden von Pharmaunternehmen finanziert, die die untersuchten Hormone herstellen. Dies könnte die Ergebnisse beeinflusst haben. Zudem schlossen wir einige Studien mithilfe einer Integritätscheckliste aus. Bei mehreren der verbleibenden Studien hatten wir jedoch weiterhin Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Daten.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Dies ist eine Aktualisierung einer zuvor im Jahr 2011 veröffentlichten Übersichtsarbeit. Die Evidenz ist auf dem Stand von März 2025.

Anmerkungen zur Übersetzung

B. Schindler, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Berkhout RP, Kostova EB, van Wely M. Recombinant follicle-stimulating hormone (rFSH) versus other recombinant or urinary gonadotropins for ovarian stimulation in assisted reproductive technology cycles. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 7. Art. No.: CD005354. DOI: 10.1002/14651858.CD005354.pub3.

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