Kernaussagen
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Im Vergleich zu herkömmlichen Zahnimplantaten, die erst nach einem Knochenaufbau eingesetzt werden, gehen Jochbeinimplantate wahrscheinlich seltener verloren. Außerdem konnten die Betroffenen deutlich schneller mit funktionsfähigem Zahnersatz versorgt werden. Allerdings traten bei Jochbeinimplantaten mehr Komplikationen auf.
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Die Löcher für die Implantate können entweder mit einem herkömmlichen rotierenden Bohrer oder mithilfe eines vibrierenden Instruments angelegt werden, das den Knochen sehr gezielt abträgt (piezoelektrische Chirurgie). Hinsichtlich der Haltbarkeit der Implantate und des Zahnersatzes sowie des Komplikationsrisikos gibt es zwischen den beiden Methoden möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied. Mit einem rotierenden Bohrer lässt sich der Eingriff jedoch wahrscheinlich schneller durchführen.
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Es gibt nur wenige Studien zu dieser Fragestellung. Wir benötigen weitere und größere Studien, um die Vorteile und Risiken verlässlicher beurteilen zu können.
Welche Folgen hat es, wenn Menschen keine oder nur noch wenige natürliche Zähne haben?
Wenn Zähne verloren gehen, bildet sich der umgebende Knochen allmählich zurück, weil er beim Kauen nicht mehr belastet wird. Das Ausmaß des Knochenverlusts variiert von Person zu Person. Der Knochenabbau kann so stark sein, dass Betroffene herausnehmbare Zahnprothesen nicht mehr bequem tragen können. Dies kann das Essen und Sprechen erschweren und das Selbstbewusstsein, das Wohlbefinden und die sozialen Beziehungen beeinträchtigen. Zahnimplantate können helfen, diese Probleme zu lösen.
Was sind Zahnimplantate und wie helfen sie?
Herkömmliche Zahnimplantate sind 0,5 bis 2 cm lange Schrauben, die in den Kieferknochen eingesetzt werden und als künstliche Zahnwurzeln dienen. Daran können Zahnärzt*innen festsitzenden Zahnersatz oder herausnehmbare beziehungsweise teilweise herausnehmbare Prothesen befestigen.
Jochbeinimplantate („zygomatische Implantate“) sind mit etwa 3 bis 5 cm länger. Sie kommen zum Einsatz, wenn sich der Oberkieferknochen so stark zurückgebildet hat, dass herkömmliche Implantate nicht mehr sicher darin verankert werden können. Jochbeinimplantate dienen fast immer als Verankerung für festsitzenden Zahnersatz und nicht für herausnehmbare Prothesen.
Bei Jochbeinimplantaten kann der festsitzende Zahnersatz häufig noch am selben Tag eingesetzt werden. Das ist möglich, weil bei Jochbeinimplantaten kein Knochenaufbau erforderlich ist. Bei einem solchen Eingriff bringt eine Chirurgin bzw. ein Chirurg patienteneigenen Knochen oder Knochenersatzmaterial in den Kiefer ein, damit herkömmliche Implantate darin verankert werden können. Knochenaufbau ist komplex, teuer und zeitaufwendig. Es kann mehrere Operationen erfordern und mehr als ein Jahr dauern, bis Zahnersatz eingesetzt werden kann.
Jochbeinimplantate können entweder mit rotierenden Bohrern oder mithilfe der piezoelektrischen Chirurgie eingesetzt werden. Dabei wird der Knochen durch Ultraschallschwingungen bearbeitet, was das umliegende Gewebe möglicherweise weniger belastet. Jochbeinimplantate können Komplikationen verursachen. Ihre möglichen Vorteile müssen daher sorgfältig gegen die damit verbundenen Risiken abgewogen werden.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob Jochbeinimplantate im Vergleich zu herkömmlichen Implantaten nach einem Knochenaufbau zu Folgendem führen:
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Versagen des Zahnersatzes – wenn der Zahnersatz bricht oder sich lockert;
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Implantatversagen – bei dem die Implantatschrauben instabil werden;
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Komplikationen.
Außerdem wollten wir herausfinden:
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welcher Implantattyp zu einer höheren Zufriedenheit und einer schnelleren Rehabilitation führte;
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welches Verfahren zur Vorbereitung der Implantatstelle schneller durchgeführt werden konnte und welches die Patient*innen bevorzugten.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen folgende Behandlungen miteinander verglichen wurden:
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Jochbeinimplantate im Vergleich zu Standardimplantaten in transplantiertem Kieferknochen bei Patient*innen mit schwerem Knochenverlust im Oberkiefer; oder
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verschiedene Methoden zur Vorbereitung des Implantatbetts für Jochbeinimplantate.
Wir haben die Studienergebnisse verglichen und zusammengefasst und unsere Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie den Studienmethoden bewertet.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden zwei kleine Studien, in denen die Teilnehmenden drei Jahre lang beobachtet wurden. Beide wurden in Europa durchgeführt. Eine verglich Jochbeinimplantate mit Standardimplantaten in transplantiertem Knochen und umfasste 71 Personen. Die andere verglich die piezoelektrische Chirurgie mit rotierenden Bohrern zur Vorbereitung der Implantatstelle und umfasste 20 Personen.
Hauptergebnisse
Nach drei Jahren führten Jochbeinimplantate im Vergleich zu Standardimplantaten in transplantiertem Kieferknochen:
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möglicherweise seltener zu einem Versagen des Zahnersatzes: Von 100 behandelten Personen versagte der Zahnersatz bei etwa 12 Personen weniger als nach einem Knochenaufbau mit herkömmlichen Implantaten;
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wahrscheinlich seltener zu einem Implantatversagen: Von 100 behandelten Personen versagten die Implantate bei etwa 22 Personen weniger als nach einem Knochenaufbau mit herkömmlichen Implantaten;
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wahrscheinlich zu mehr Komplikationen: Etwa vier Fünftel der Personen mit Jochbeinimplantaten hatten Komplikationen, verglichen mit etwa der Hälfte der Personen mit Standardimplantaten.
Wir wissen nicht, welches Verfahren zu einer höheren Zufriedenheit der Patient*innen führt. Personen mit Jochbeinimplantaten erhielten ihren neuen Zahnersatz jedoch wahrscheinlich deutlich früher: im Durchschnitt nach etwas mehr als einem Tag. Bei herkömmlichen Implantaten dauerte es dagegen im Durchschnitt 444 Tage, bis der Zahnersatz eingesetzt werden konnte.
In der Studie, in der die piezoelektrische Chirurgie mit rotierenden Bohrern zur Vorbereitung der Implantatstellen verglichen wurde, gab es nach drei Jahren möglicherweise kaum oder gar keinen Unterschied zwischen den beiden Verfahren hinsichtlich:
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Versagen der Zahnersatzteile;
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Implantatversagen;
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Komplikationen;
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Präferenz der Patient*innen.
Allerdings konnte das Einsetzen der Implantate mit rotierenden Bohrern wahrscheinlich um mehr als neun Minuten verkürzt werden.
Was schränkt die Evidenz ein?
Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz reichte für die einzelnen Ergebnisse von sehr gering bis moderat. Wir fanden nur zwei Studien zu diesen Behandlungsansätzen. Beide umfassten nur wenige Teilnehmende. Weitere gut geplante Studien sind erforderlich, um herauszufinden, welche Behandlungsverfahren am besten geeignet sind.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand von November 2025.
B. Schindler, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




