Die Themengruppe „Arbeit, Gesundheit und soziale Absicherung“ widmet sich gesundheitsbezogenen Themen in diesem Bereich.
Über uns
Im Rahmen unserer Thematischen Gruppe umfasst die soziale Absicherung insbesondere medizinische Aspekte der Invaliditätsversicherung (z. B. Arbeitsunfähigkeit) und der Unfallversicherung (z. B. durch Verletzungen verursachte Gesundheitsschäden). In einigen Ländern wird dieses Fachgebiet als „Versicherungsmedizin“ bezeichnet.
Unsere Thematische Gruppe ist das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Arbeitsgruppe „Work Review“ und dem Bereich „Versicherungsmedizin“ (CIM), die beide über umfangreiche Erfahrung und Fachkompetenz auf den Gebieten der Evidenzsynthese, Methodenentwicklung sowie Wissensumsetzung und -Verbreitung verfügen. Unsere Thematische Arbeitsgruppe ist sich der wachsenden Herausforderungen einer alternden Erwerbsbevölkerung bewusst, wie beispielsweise die zunehmende Verbreitung chronischer Erkrankungen in der arbeitenden Bevölkerung. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, arbeits- und unfallbedingte Beeinträchtigungen zu verringern sowie die Teilhabe am Arbeitsleben und am gesellschaftlichen Leben zu verbessern und gleichzeitig die Einkommenssicherheit für diejenigen zu gewährleisten, die aus gesundheitlichen Gründen arbeitsunfähig sind.
Systematische Übersichtsarbeiten und Evidenzsynthese (Cochrane Work)
Die Gruppe erstellt, unterstützt und (mit-)verfasst Evidenzsynthesen, die als Grundlage für bewährte Verfahren im Bereich Arbeitsmedizin und soziale Sicherheit dienen. Die Aktivitäten von Cochrane Work werden fortgesetzt, darunter Themen zur Wirksamkeit von Maßnahmen im Bereich der Arbeitsmedizin mit Schwerpunkt auf Prävention, Behandlung, Management und Rehabilitation. In letzter Zeit haben wir uns auch mit prognostischen Fragen befasst. Die folgenden ausgewählten systematischen Übersichtsarbeiten spiegeln die Arbeit unserer Gruppe, die Evidenz zu einer Vielzahl von Themen zusammengetragen hat wider:
- Erwerbsbeteiligung: Untersuchung von Strategien zur Unterstützung von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen beim Erhalt ihres Arbeitsplatzes.
- Nicht-medizinische Maßnahmen zur Förderung der Rückkehr an den Arbeitsplatz bei Menschen mit Krebs
- Koordinierte Programme zur Verbesserung der Wiedereingliederung von krankgeschriebenen Arbeitnehmer*innen in den Arbeitsprozess
- Interventionen zur leichteren Rückkehr ins Arbeitsleben für Menschen mit Depressionen
- Maßnahmen für Erwachsene mit schweren psychischen Erkrankungen, um Arbeit zu finden und zu behalten: eine Netzwerk-Metaanalyse
- Vorbeugung von Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Erkrankungen: Ermittlung wirksamer Maßnahmen zur Minimierung arbeitsbedingter Gesundheitsrisiken.
- Maßnahmen auf individueller Ebene zur Verringerung von beruflichem Stress bei Beschäftigten im Gesundheitswesen
- Systeme zur Abschätzung der Schallfelddämpfung sowie entsprechende Schulungen zur Verringerung der Lärmbelastung von Arbeitnehmenden
- Persönliche Schutzausrüstung zur Verhinderung der Asbestexposition bei Arbeitnehmenden
- Organisatorische Maßnahmen zur Vorbeugung und Eindämmung von Aggressionen von Patient*innen und Begleitpersonen gegenüber medizinischem Personal
- Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz: Bewertung von Programmen, die darauf abzielen, das allgemeine Wohlbefinden von Mitarbeitenden zu steigern.
- Gesundheits- und Sicherheitsrisiken durch Exposition am Arbeitsplatz: Bewertung der Auswirkungen verschiedener Gefahren am Arbeitsplatz auf die langfristigen Endpunkte der Gesundheit.
Soziale Absicherung und Versicherungsmedizin
Unser Bereich Soziale Absicherung konzentriert sich darauf, fundierte Evidenz zur Unterstützung medizinischer Entscheidungsprozesse in den Bereichen Invaliditäts- und Unfallversicherung bereitzustellen. Dazu gehört auch, Ärzt*innen, Versicherern und medizinischen Sachverständigen zuverlässige Daten zur Verfügung zu stellen, auf deren Grundlage sie die Arbeitsfähigkeit von Patient*innen beurteilen und über die Ausstellung von Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen entscheiden können. Durch die Verbreitung leicht zugänglicher, qualitativ hochwertiger Evidenz stellt die Gruppe sicher, dass die Empfehlungen im Bereich der Versicherungsmedizin sowohl fundiert als auch zuverlässig sind.
Zusammenarbeit und Wissensumsetzung
Ein zentrales Ziel unserer Thematischen Gruppe ist es, die Zusammenarbeit zwischen Forschenden, Praktiker*innen und politischen Entscheidungsträger*innen in den Bereichen Arbeitsmedizin und soziale Absicherung zu fördern. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung von Evidenz in die Praxis und stellt sicher, dass die neuesten Forschungsergebnisse weltweit an die Interessengruppen weitergegeben und von diesen genutzt werden. Das Expert*innen-Netzwerk der Gruppe spielt eine entscheidende Rolle bei der Wissensumsetzung und fördert die breite Anwendung evidenzbasierter Verfahren in den Bereichen Arbeit, Gesundheit und soziale Absicherung.
Cochrane Corners von Cochrane Versicherungsmedizin
- Komplexes regionales Schmerzsyndrom: viele Behandlungsmöglichkeiten, wenig wissenschaftliche Evidenz
- Rückenmarkstimulation bei chronischen Rückenschmerzen
- Entscheidungen der Versicherer über den Versicherungsschutz: Das „Evidenz-to-Decision“-Modell am Beispiel der transkutanen elektrischen Nervenstimulation (TENS) zur Behandlung neuropathischer Schmerzen
- Chirurgische oder konservative Behandlung bei einem Impingement-Syndrom der Rotatorenmanschette?
Interdisziplinärer Ansatz
Unsere Thematische Gruppe profitiert von den Beiträgen eines dynamischen, interdisziplinären Teams aus Autor*innen und Forschenden, die über umfangreiche Erfahrung in der Evidenzsynthese verfügen. Ihr Fachwissen erstreckt sich über eine Reihe von Disziplinen, darunter Arbeitsmedizin, soziale Absicherung, Versicherungsmedizin und evidenzbasierte Praxis. Dank dieser breit gefächerten Fachkompetenz ist die Gruppe in der Lage, komplexe Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und so umfassende und fundierte Analysen zu erstellen, die alle relevanten Faktoren berücksichtigen.
Unser Team
- Dr. Dr. Jan Hoving, Abteilung für öffentliche Gesundheit und Arbeitsmedizin (POH) & KCVG, Amsterdam UMC, Niederlande
- Prof. Dr. Dr. med. Regina Kunz, Abteilung für evidenzbasierte Versicherungsmedizin (EbIM), Abteilung für klinische Forschung, Institut für klinische Forschung, Universität Basel und Universitätsspital Basel, Schweiz
- Steve McCrosky, Abteilung für evidenzbasierte Versicherungsmedizin (EbIM), Abteilung für klinische Forschung, Institut für klinische Forschung, Universität Basel und Universitätsspital Basel, Schweiz
- Prof. Dr. Damien McElvenny, Universität Manchester, England
- Jessica Thomas, BSc (Hons), PGD, Amsterdam UMC, Niederlande
- Prof. Dr. med. Karen Walseth Hara, Abteilung für öffentliche Gesundheit und Krankenpflege, Norwegische Universität für Technologie und Wissenschaft, Trondheim (NTNU), Norwegen
Unsere Pläne
Das übergeordnete Ziel der Thematischen Gruppe ist es, evidenzbasierte Entscheidungen in den Bereichen Arbeit, Gesundheit und soziale Absicherung zu unterstützen. Im Fokus stehen dabei die Förderung der Erwerbsbeteiligung, die Verbesserung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, ein gerechter Zugang zu Leistungen der sozialen Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit sowie das Wohlbefinden am Arbeitsplatz.
Konkrete Ziele für die nahe Zukunft
- Unterstützung hochwertiger Evidenzsynthesen: Der Schwerpunkt liegt auf der Erstellung systematischer Übersichtsarbeiten in Bereichen von hoher Priorität innerhalb der Arbeitswelt, der Arbeitsmedizin und der sozialen Absicherung.
- Ermittlung vorrangiger Themen: Systematische Ermittlung von Schlüsselthemen für systematische Übersichtsarbeiten und Primärforschung in den Bereichen Arbeit, Gesundheit und soziale Absicherung, die durch eine internationale Umfrage bestätigt werden sollen (laufend).
- Beitrag zur Entwicklung von Methoden zur Unterstützung der Evidenzsynthese: Entwicklung und Weiterentwicklung von Instrumenten, Berichtsrichtlinien und Harmonisierung von Methoden in diesem Bereich, wie beispielsweise das „Core Outcome Set for Work“ (COSforWork.org) für den Einsatz in Interventionsstudien mit arbeitsbezogenen Endpunkten.
- Globale, nationale und regionale Partnerschaften und Verbreitung: Zusammenarbeit mit globalen Partnern wie „Evidence for Work“, EUMASS oder der Internationalen Kommission für Arbeitsmedizin (ICOH), um Cochrane-Evidenz zu verbreiten und die Aktivitäten der Gruppe auf internationaler Ebene zu fördern.
- Bildungsinitiativen: Weiterhin Bildungsangebote mit Schwerpunkt auf Cochrane-Methoden und evidenzbasierter Versorgung im Rahmen von Berufsausbildungsprogrammen bereitstellen.
- Förderanträge: Ermittlung und Einreichung von Förderanträgen für Projekte oder Infrastrukturmaßnahmen zur Unterstützung der Aktivitäten der Gruppe.
Kontaktieren Sie uns
Wenn Sie weitere Informationen zu unserer Arbeit wünschen, kontaktieren Sie uns per E-Mail.
Aktuelles
Cochrane-Führungskräftetagung
Das Cochrane-Führungskräftetreffen fand vom 29. bis 30. Oktober 2025 in Lissabon statt; Jan Hoving vertrat die Thematische Gruppe „Arbeit, Gesundheit und soziale Absicherung“ und nahm an beiden Tagen teil, einschließlich des Tages der Community of Practice.
Am ersten Tag standen Vorträge auf dem Programm, die sich mit der Stärkung der Rolle von Cochrane in der globalen Gesundheitspolitik, der Vereinfachung der Erstellung von Cochrane-Reviews sowie der Integration von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Tools zur Verbesserung der Arbeit der Organisation befassten. Ein zentrales Thema war die Zusammenarbeit. Dabei wurde gezielt erörtert, wie Partner im Rahmen der „Evidence Synthesis Infrastructure Collaborative“ (ESIC) gemeinsam beitragen können. Zudem wurde dies in der Sitzung „Scheideweg des Wandels: Chancen und Herausforderungen für ESIC und Cochrane“ vertieft. Die Themen Chancengleichheit und Kapazitätsaufbau wurden im Rahmen der Veranstaltung „Herausforderungen für Cochrane und Cochrane-Gruppen im Globalen Süden“ behandelt, ebenso wie im Rahmen der Veranstaltung „Imagine tomorrow: Die Evidenzsynthese der Zukunft“, die einen Ausblick auf neue Wege der Evidenzgewinnung und -Nutzung gab. Der Tag endete mit einer gemeinschaftsorientierten Plenarsitzung („Vom ‚Ich‘ zum ‚Wir‘“: „Wie prägt unsere Gemeinschaft das globale Evidenz-Ökosystem?“) sowie eine Zusammenfassung durch den Geschäftsführer, gefolgt von einem abendlichen Networking-Empfang.
Am zweiten Tag, der im Zeichen der „Community of Practice“ stand, teilten sich die Teilnehmenden in themenspezifische Sitzungen auf: Redaktionsausschuss, Leitungsgremium für Methoden und Methodengruppen, Leiter der Geografischen Gruppen, Leitungsgremium des Netzwerks für Patient*innen und Öffentlichkeit sowie das Leitungsgremium der „Community of Practice“, das sich mit Begutachtungsgruppen, Thematischen Gruppen, Einheiten zur Evidenzunterstützung und der gruppenübergreifenden Koordinierung zur Stärkung der Fachgebiete befasste. Die meisten Thematischen Gruppen, Geografischen Gruppen, Methodengruppen und die übrigen Review-Gruppen waren vertreten, wodurch eine breite Vertretung der gesamten Cochrane-Gemeinschaft gewährleistet war. An beiden Tagen war das beliebteste Thema das Potenzial künstlicher Intelligenz (KI) für die Evidenzsynthese – dabei wurden sowohl konkrete Chancen (Effizienz, Skalierbarkeit und Innovation) als auch Herausforderungen (Qualität, Transparenz und Governance) hervorgehoben, denen sich Cochrane stellen muss.