Schutzkleidung und -ausrüstung für Beschäftigte im Gesundheitswesen zur Vorbeugung der Ansteckung mit dem Coronavirus und anderen hochinfektiösen Krankheiten

Hintergrund

Beschäftigte im Gesundheitswesen, die Patienten mit Infektionen wie dem Coronavirus (COVID-19) behandeln, sind selbst einem Infektionsrisiko ausgesetzt. Beschäftigte im Gesundheitswesen verwenden persönliche Schutzausrüstung (PSA), um sich vor Tröpfchen durch Husten, Niesen oder anderen Körperflüssigkeiten von infizierten Patienten und kontaminierten Oberflächen, über die sie sich infizieren könnten, zu schützen. Die PSA kann Schürzen, Kittel oder Overalls (einteilige Anzüge), Handschuhe, Masken und Atemschutzausrüstung (Atemschutzmasken) sowie Schutzbrillen umfassen. Die PSA muss korrekt angelegt werden; ihr Tragen kann unbequem sein, und Beschäftigte im Gesundheitswesen könnten sich beim Ablegen der Schutzkleidung selbst infizieren. Einige Formen von PSA sind angepasst worden, beispielsweise durch das zusätzliche Anbringen von Laschen zum Greifen, um das Ablegen zu erleichtern. Anleitungen zum korrekten Vorgehen beim An- und Ablegen von PSA sind bei Organisationen wie der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDS (Centers for Disease Control and Prevention) verfügbar.

Dies ist die im Jahr 2020 aktualisierte Version eines Cochrane Reviews, der erstmals 2016 veröffentlicht und zuletzt 2019 aktualisiert wurde.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten wissen:

welche Art von PSA oder welche Kombination von PSA Beschäftigten im Gesundheitswesen den besten Schutz bietet;

ob Veränderungen von PSA zur Erleichterung des Ablegens wirksam sind;

ob die Befolgung von Anleitungen zur Entfernung von PSA die Kontamination verringert;

ob Schulungsmaßnahmen die Kontamination verringern.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden 24 relevante Studien mit 2278 Teilnehmern, die verschiedene Arten von PSA, veränderter PSA, Vorgehensweisen beim An- und Ablegen von PSA und Schulungsmaßnahmen untersuchten. Achtzehn der Studien untersuchten nicht Beschäftigte im Gesundheitswesen, die infizierte Patienten behandelte, sondern simulierten die Wirkung der Infektionsexposition mit Hilfe von fluoreszierenden Markern oder harmlosen Viren oder Bakterien. Die meisten Studien waren klein, und nur eine oder zwei Studien befassten sich mit jeder unserer Fragen.

Arten von persönlicher Schutzausrüstung

Eine großflächigere Bedeckung des Körpers führt zu einem besseren Schutz. Dies ist in der Regel jedoch mit erhöhten Schwierigkeiten beim An- und Ablegen der PSA verbunden und die PSA ist zudem nicht so bequem. Overalls sind die PSA bei der es die meisten Schwierigkeiten beim Ablegen gibt, könnten aber möglicherweise den besten Schutz bieten, gefolgt von langen Kitteln, Kitteln und Schürzen. Atemschutzmasken, die mit einem Overall getragen werden, könnten zwar besser schützen als eine Maske, die mit einem Kittel getragen wird, sind aber schwieriger anzulegen. Atmungsaktivere Arten von PSA könnten zu einem vergleichbaren Kontaminationsgrad führen, könnten aber bequemer sein. Trotz einer verbesserten PSA kam es in der Hälfte der Studien häufig zur Kontaminierung.

Veränderte persönliche Schutzausrüstung

Kittel, bei denen Handschuhe am Ärmelaufschlag befestigt sind, so dass Handschuhe und Kittel zusammen ausgezogen werden und den Handgelenkbereich abdecken, und Kittel, die so verändert sind, dass sie am Hals eng anliegen, könnten die Kontamination verringern. Auch das Anbringen von Laschen an Handschuhen und Gesichtsmasken könnte zu weniger Kontamination führen. Eine Studie fand jedoch kein geringeres Vorkommen von Fehlern beim An- oder Ablegen von veränderten Kitteln.

Anleitungen zur Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung

Die Befolgung des CDC-Leitfadens für das Ablegen von Schürzen oder Kitteln oder anderer Anweisungen zum Ablegen von PSA im Vergleich zu einem individuell bevorzugten Vorgehen könnte die Selbstkontamination verringern. Das Entfernen von Kittel und Handschuhen in einem Schritt, das Tragen von zwei Paar Handschuhe und die Reinigung von Handschuhen mit Bleich- oder Desinfektionsmitteln (nicht jedoch mit Alkohol) könnte die Kontamination ebenfalls verringern.

Schulungsmaßnahmen für Nutzer

Persönliche Schulungsmaßnahmen, Computersimulationen und Videoschulungen führten zu weniger Fehlern beim Ablegen der PSA als Schulungen, die nur als schriftliches Material ausgegeben oder in Form eines herkömmlichen Vortrags durchgeführt wurden.

Vertrauenswürdigkeit der Evidenz

Unser Vertrauen in die Evidenz ist begrenzt, weil die Studien eine Infektion simulierten (d.h. diese war nicht echt), und sie eine geringe Anzahl von Teilnehmern hatten.

Was müssen wir noch herausfinden?

Es gab keine Studien, die Schutzbrillen oder Gesichtsschutzschildern untersuchten. Wir sind uns nicht sicher, welches das beste Vorgehen für das Ablegen von PSA nach ihrem Gebrauch ist, und welche Art von Schulungsmaßnahmen langfristig die beste ist.

Krankenhäuser sollten mehr Studien organisieren, und Wissenschaftler sollten sich auf die beste Methode für die Simulation der Exposition gegenüber einem Virus einigen.

Zukünftige Simulationsstudien sollten mindestens 60 Teilnehmer umfassen, die einem harmlosen Virus ausgesetzt werden, um herauszufinden, welche Art und Kombination von PSA am besten schützt.

Es wäre hilfreich, wenn Krankenhäuser die Art der von ihren Beschäftigten verwendeten PSA registrieren und dokumentieren könnten, um dringend benötigte Informationen aus der klinischen Praxis bereitzustellen.

Datum der Suche

Dieser Review beinhaltet Evidenz, die bis zum 20. März 2020 veröffentlicht wurde.

Übersetzung: 

M. Zelck, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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