Kernaussagen
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Multisensorische Stimulation (die gleichzeitige Stimulation von mehr als einem Sinn) fördert möglicherweise das Wachstum von Frühgeborenen, indem sie die Gewichtszunahme vor der Entlassung aus dem Krankenhaus steigert. Es ist jedoch unklar, ob sie die längerfristige Entwicklung verbessert oder das Sterberisiko senkt, da die verfügbare Evidenz begrenzt und unsicher ist.
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Im Vergleich zur Stimulation eines einzelnen Sinnes (nur Tastsinn) ist unklar, ob die multisensorische Stimulation die Gewichtszunahme während der Intervention besser fördert als die Stimulation des Tastsinns allein.
Was ist multisensorische Stimulation und wie funktioniert sie?
Multisensorische Stimulation bedeutet, Frühgeborenen Erfahrungen zu vermitteln, die zwei oder mehr ihrer Sinne anregen. Zu den beteiligten Sinnen und den verwendeten Stimulationsarten gehören:
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Hören – die Stimme eines Elternteils, Gesang oder beruhigende Musik;
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Tastsinn – Massage oder passive Bewegungen;
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Geruchs- und Geschmackssinn – der Geruch der Mutter oder Muttermilch;
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Gleichgewichtssinn – sanftes Schaukeln oder das Verändern der Position des Frühgeborenen;
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Sehsinn – sanftes, zyklisch wechselndes Licht sowie einfache Formen, Farben oder sich bewegende Muster.
In der Neugeborenenphase wächst das Gehirn sehr schnell. Positive Sinneserfahrungen in dieser Zeit können Frühgeborenen in vielerlei Hinsicht helfen, beispielsweise indem sie das Gedächtnis fördern, bei der Regulierung von Emotionen unterstützen und das frühe Lernen sowie die Entwicklung verbessern.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob multisensorische Stimulation im Vergleich zur Stimulation eines einzelnen Sinnes oder zur Regelversorgung Frühgeborenen hilft, zu überleben, zu wachsen, gesund zu bleiben und sich gut zu entwickeln. Insbesondere wollten wir herausfinden, ob multisensorische Stimulation möglicherweise:
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die Zahl der Kinder mit schweren Entwicklungsstörungen im korrigierten Alter von 18 bis 24 Monaten verringert, wie z. B. Zerebralparese, Entwicklungsverzögerungen, Einschränkungen der geistigen Fähigkeiten, Blindheit oder Taubheit;
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die Zahl der Frühgeborenen verringert, die in der Neugeborenenphase oder vor der Entlassung aus dem Krankenhaus sterben;
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die Gewichtszunahme der Frühgeborenen bis zu ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus steigert.
Wir untersuchten außerdem weitere wichtige Gesundheitsindikatoren der Frühgeborenen, darunter:
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wie lange sie im Krankenhaus oder auf der Neugeborenen-Intensivstation (NICU) blieben;
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wie lange es dauerte, bis sie vollständig über den Mund ernährt werden konnten;
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wie viele Tage sie auf Atemunterstützung angewiesen waren.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen die multisensorische Stimulation vor der Entlassung des Frühgeborenen aus dem Krankenhaus nach der Geburt begann und in denen die multisensorische Stimulation verglichen wurde mit:
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keiner Intervention oder der Regelversorgung;
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der Stimulation eines einzelnen Sinnes.
Wir haben die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz anhand von Faktoren wie der Studiengröße (Anzahl der eingeschlossenen Frühgeborenen) und den angewandten Methoden bewertet.
Was fanden wir heraus?
Wir haben 19 Studien (1.544 Frühgeborene) einbezogen. In 18 dieser Studien wurde die multisensorische Stimulation mit der Regelversorgung verglichen, und in einer Studie wurde die multisensorische Stimulation mit der Stimulation eines einzelnen Sinnes (nur Tastsinn) verglichen.
In 10 Studien bestand das Hauptziel darin, zu untersuchen, wie sich multisensorische Stimulation auf die Gehirn- und Verhaltensentwicklung der Frühgeborenen auswirkt.
Die übrigen neun Studien konzentrierten sich auf die Gewichtszunahme während der Intervention, die Gewichtszunahme vor der Entlassung aus dem Krankenhaus, die Aufenthaltsdauer auf der Neugeborenen-Intensivstation, die Gesamtdauer des Krankenhausaufenthalts, die Zeit bis zur vollständigen Ernährung über den Mund, die Anzahl der Tage mit Atemunterstützung oder eine Kombination dieser Messgrößen.
Wir fanden außerdem 13 laufende Studien und 4 Studien, die noch nicht abschließend beurteilt werden konnten. Diese könnten uns in Zukunft weitere nützliche Informationen liefern.
Hauptergebnisse
Keine der Studien, die multisensorische Stimulation mit der Regelversorgung verglichen, berichtete über den kritischen Endpunkt „schwere Entwicklungsstörung" im korrigierten Alter von 18 bis 24 Monaten. Nur eine Studie untersuchte einen verwandten Endpunkt, nämlich Zerebralparese im Alter von 12 Monaten. Da diese Studie sehr klein war, ist die Evidenz sehr unsicher, ob multisensorische Stimulation das Risiko einer Zerebralparese verändert.
Multisensorische Stimulation führt möglicherweise zu keinem oder nur einem geringen Unterschied hinsichtlich der Sterblichkeit vor der Entlassung aus dem Krankenhaus, obwohl dies nur in einer einzigen großen Studie berichtet wurde. Sie erhöht möglicherweise die Gesamtgewichtszunahme vor der Entlassung, doch ist der beobachtete Effekt gering und seine klinische Bedeutung bleibt unklar.
Im Vergleich zur Stimulation eines einzelnen Sinnes (Tastsinn) konnten wir nicht feststellen, ob die multisensorische Stimulation den Frühgeborenen half, während der Intervention mehr an Gewicht zuzunehmen. Die einzige Studie, die wir fanden, in der multisensorische Stimulation mit der Stimulation eines einzelnen Sinnes verglichen wurde, berichtete nicht über die kritischen Endpunkte, zum Beispiel schwere Entwicklungsstörungen im korrigierten Alter von 18 bis 24 Monaten, den Tod während des ersten Krankenhausaufenthalts oder die Gesamtgewichtszunahme vor der Entlassung.
Was schränkt die Evidenz ein?
Wir haben nur begrenztes Vertrauen in diese Ergebnisse, da viele der Studien klein oder nicht gut konzipiert waren. In mehreren Studien wurden die für uns besonders relevanten Endpunkte nicht berichtet oder es lagen nicht genügend Daten für eine Analyse vor. Aufgrund dieser Einschränkungen können die tatsächlichen Wirkungen multisensorischer Stimulation von unseren Ergebnissen abweichen.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Die Evidenz ist auf den Stand vom 28. November 2025.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




