Kernaussagen
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Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten haben wahrscheinlich auch später Schwierigkeiten beim Sprechen, beim Sprachverständnis sowie beim Lesen und Schreiben. Sie haben möglicherweise auch häufiger psychische und soziale Schwierigkeiten. Die Evidenz zu diesen Endpunkten ist jedoch weniger eindeutig als die Evidenz zu den Lernleistungen.
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Frühe Sprachschwierigkeiten wirken sich möglicherweise negativ auf die spätere Selbstständigkeit aus und beeinflussen wahrscheinlich den beruflichen Werdegang negativ.
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Wir benötigen mehr langfristige, hochwertige Studien mit großen Stichproben und Vergleichsgruppen, um zu verstehen, welche Kinder am stärksten betroffen sind und wie sich frühe Sprachschwierigkeiten auf spätere Endpunkte auswirken, insbesondere auf die Selbstständigkeit und die Teilhabe am täglichen Leben. In diesen Bereichen ist die derzeitige Evidenz noch begrenzt.
Geringe Sprachfähigkeiten bei Kindern
Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten haben in der frühen Kindheit Schwierigkeiten beim Sprechen, beim Verstehen oder beim Sprachgebrauch. Diese Schwierigkeiten können sich darauf auswirken, wie Kinder lesen lernen, mit anderen kommunizieren und an alltäglichen Aktivitäten in der Schule und zu Hause teilnehmen. Bei manchen Kindern bessern sich frühe Sprachschwierigkeiten mit der Zeit. Bei anderen bestehen sie auch dann noch fort, wenn die Kinder älter werden. Sie können sich auf das spätere Lernen, soziale Beziehungen und die Selbstständigkeit auswirken.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob Kinder im Alter von vier bis acht Jahren mit geringen Sprachfähigkeiten auch später noch Schwierigkeiten mit der Sprache, dem Lesen und verschiedenen Bereichen ihres täglichen Lebens haben.
Wie gingen wir vor?
Wir haben nach Studien gesucht, in denen Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren mit geringen Sprachfähigkeiten untersucht wurden. Diese Kinder erzielten entweder unterdurchschnittliche Ergebnisse in Sprachtests oder hatten eine klinische Diagnose einer Sprachstörung. Wir haben die Endpunkte in Bezug auf Sprache und Lesen sowie fünf Bereiche der Lebensqualität analysiert:
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psychisches Wohlbefinden (psychische Gesundheit)
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körperliche Gesundheit
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Unabhängigkeit
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soziale Beziehungen (Freunde finden)
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Teilhabe am Alltag, beispielsweise am Arbeits- und Gemeinschaftsleben
Mithilfe statistischer Methoden (Metaanalyse) haben wir die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und dabei berücksichtigt, dass einige Endpunkte miteinander in Zusammenhang standen.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden 80 Studien (durchgeführt in Nordamerika oder Europa), in denen Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten bis ins Jugend- oder Erwachsenenalter begleitet wurden und die Endpunkte von 15 verschiedenen Gruppen von Kindern (Kohorten) mit insgesamt etwa 28.800 Kindern berichteten.
Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten werden im Vergleich zu Kindern ohne diese Beeinträchtigung:
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häufiger bis ins Jugend- und Erwachsenenalter hinein Schwierigkeiten mit der Sprache und dem Lesen haben.
Diese Schwierigkeiten waren deutlich erkennbar und zeigten sich durchgängig in allen Studien. Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten haben möglicherweise bis wahrscheinlich auch ein erhöhtes Risiko für:
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psychische Probleme wie Depressionen oder Angstzustände (wahrscheinlich)
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Schwierigkeiten beim Knüpfen von Freundschaften (wahrscheinlich)
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weniger Selbstständigkeit im Alltag (möglicherweise)
Wir verfügen nicht über genügend Evidenz, um zu wissen, ob sie gesundheitliche Probleme haben.
Was schränkt die Evidenz ein?
Einige Studien in dieser Übersichtsarbeit wiesen Einschränkungen auf, die das Vertrauen in die Ergebnisse beeinträchtigen.
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Wir sind sehr sicher, dass Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten auch später häufiger Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben.
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Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten haben wahrscheinlich im Laufe ihres Heranwachsens Sprachschwierigkeiten. Die Vertrauenswürdigkeit ist hier nur moderat, da einige der Kinder die Studie vorzeitig abgebrochen haben. Unsere Ergebnisse waren im Großen und Ganzen übereinstimmend.
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Es ist wahrscheinlich, dass Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten im Laufe ihres Heranwachsens häufiger unter psychischen Problemen (z. B. Schwierigkeiten beim Knüpfen von Freundschaften) leiden und sich weniger am Alltag beteiligen. Unser Vertrauen in die Ergebnisse ist aufgrund kleiner Studien (hinsichtlich der Teilnahme) oder Abweichungen zwischen den Studien nur moderat. Im Allgemeinen waren die Muster konsistent, doch weitere Evidenz könnte unsere Ergebnisse beeinflussen.
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Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten haben möglicherweise Schwierigkeiten, im Laufe ihres Heranwachsens selbstständig zu werden. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz ist hier nur niedrig, da es nur sehr wenige Studien gibt. Zukünftige Evidenz wird unsere Ergebnisse wahrscheinlich verändern.
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Wir sind uns unsicher, ob Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten im Laufe ihres Heranwachsens gesundheitliche Probleme haben. Die Evidenz ist sehr unsicher.
Die Art und Weise, wie geringe Sprachkenntnisse beschrieben und gemessen wurden, unterschied sich teilweise von Studie zu Studie. Einige Endpunkte – insbesondere die körperliche Gesundheit, die Selbstständigkeit und die Teilhabe am täglichen Leben – wurden nur in wenigen Studien erfasst. Einige Studien waren klein oder bezogen sich nur auf bestimmte Gruppen von Kindern. Wichtige Faktoren wie der nonverbale IQ oder andere gesundheitliche Faktoren wurden nicht immer angegeben. Die Ergebnisse variierten zudem von Studie zu Studie, was bedeutet, dass nicht alle Kinder mit geringen Sprachfähigkeiten in gleicher Weise betroffen sind. Insgesamt zeigt sich ein konsistentes Muster, jedoch sollten einige Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Die Evidenz ist auf dem Stand von März 2025.
S. Gerstlauer, A. Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.