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Welche Wirkungen hat eine Jodsupplementierung zur Vorbeugung von Jodmangelerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen?

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Kernaussagen

  • Eine Jodsupplementierung verbessert die Denkfähigkeit (kognitive Funktion) bei Kindern und Jugendlichen leicht. Das Wachstum (Gewicht) beeinflusst eine Jodsupplementierung möglicherweise nicht oder allenfalls geringfügig. In keiner der Studien wurden unerwünschte Wirkungen berichtet.

  • Eine Jodsupplementierung verringert wahrscheinlich das Auftreten einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) und möglicherweise auch das Risiko, im Säuglingsalter zu sterben, in Regionen mit hoher Säuglingssterblichkeit. Ob eine Jodsupplementierung das Auftreten einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) verringert, ist unklar.

  • Zukünftige Studien sollten sich auf Regionen und Bevölkerungsgruppen konzentrieren, in denen Jodmangel ein Problem sein könnte, und dabei auch Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen einbeziehen. Zukünftige Studien sollten höhere Joddosen über längere Behandlungs- und Nachbeobachtungszeiträume untersuchen.

Was ist Jod und warum ist es wichtig?

Jod ist ein Mineralstoff, den der Körper für die Bildung von Schilddrüsenhormonen benötigt. Diese Hormone sind wichtig für die normale Entwicklung des Körpers und des Gehirns. Da Jod für die körperliche und geistige Entwicklung wichtig ist, sollten Kinder ausreichend damit versorgt sein. Jodmangel bei Kindern kann das Wachstum und die Entwicklung des zentralen Nervensystems beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Entwicklungsstörungen, eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit, eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma) und in schweren Fällen auch ein erhöhtes Risiko, im Säuglingsalter zu sterben.

Wichtige Jodquellen in der Ernährung sind jodiertes Speisesalz, Fisch und andere Meeresprodukte sowie Milch und Milchprodukte. Auch Getreide kann Jod liefern, wenn es auf jodreichen Böden angebaut wurde. Eine Jodsupplementierung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: Jodiertes Öl kann einmalig oder einmal jährlich in einen Muskel gespritzt werden. Kaliumjodid kann dagegen täglich oder wöchentlich in niedriger Dosis als Tablette, Kapsel oder Tropfen eingenommen werden.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob eine Jodsupplementierung im Vergleich zu einem Placebo (Scheinbehandlung) Jodmangelerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verhindern kann. Außerdem wollten wir wissen, ob die Einnahme einer Jodsupplementierung mit unerwünschten Wirkungen verbunden ist.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, die eine Jodsupplementierung mit einem Placebo bei Kindern und Jugendlichen mit einem erhöhten Risiko für Jodmangel verglichen. Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz. Dabei berücksichtigten wir unter anderem die Größe der Studien und wie gut sie durchgeführt wurden.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden acht Studien mit insgesamt 2.528 Teilnehmenden, die die Wirkungen einer Jodsupplementierung zur Vorbeugung von Jodmangel bei Kindern und Jugendlichen untersuchten. Die Studien wurden zwischen 1982 und 2009 durchgeführt, überwiegend in einkommensschwachen Regionen in Albanien, Bangladesch, Kolumbien, Indonesien, Malawi, Neuseeland und Tansania. In den Studien wurde eine orale Jodsupplementierung mit einem Placebo verglichen. In einer Studie erhielten die Teilnehmenden zusätzlich Eisen.

Jodsupplementierung im Vergleich zu Placebo

  • Eine Jodsupplementierung verbessert die Denkfähigkeit (kognitive Funktion) im Vergleich zu Placebo leicht (1 Studie, 166 Teilnehmende).

  • Eine Jodsupplementierung hat im Vergleich zu Placebo möglicherweise nur geringe oder keine Auswirkungen auf das Gewicht der Kinder (3 Studien, 658 Teilnehmende).

  • Eine Jodsupplementierung verringert im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich deutlich das Auftreten einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) (1 Studie, 264 Teilnehmende).

  • Keine der Studien berichtete über unerwünschte Wirkungen der Jodsupplementierung. Auch zur Lebensqualität lagen keine Daten vor.

  • Eine Jodsupplementierung verringert im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich das Risiko, innerhalb der ersten sechs Lebensmonate zu sterben (1 Studie, 617 Säuglinge).

  • Ob eine Jodsupplementierung das Auftreten einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) verringert ist auf Basis von 2 Studien mit 432 Teilnehmenden unklar. Eine der beiden Studien verwendete keine ausreichend robusten Methoden. Wir schlossen diese Studie aus der Analyse aus. Danach zeigte sich, dass Jod das Auftreten einer Schilddrüsenvergrößerung (Struma) wahrscheinlich deutlich verringert (1 Studie, 230 Teilnehmende).

Jod- und Eisensupplementierung im Vergleich zu Placebo

  • Es ist unklar, ob eine Jod-plus-Eisen-Supplementierung das Körpergewicht beeinflusst (1 Studie, 146 Teilnehmende).

  • Zu den Wirkungen auf die kognitive Funktion, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), unerwünschte Wirkungen, Lebensqualität, Todesfälle jeglicher Ursache und Schilddrüsenvergrößerung (Struma) lagen keine Daten vor.

Was schränkt die Evidenz ein?

Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz war je nach Ergebnis unterschiedlich und reichte von hoch bis sehr niedrig. Unser Vertrauen in die Evidenz war in einigen Fällen begrenzt, weil:

  • es möglich ist, dass die Teilnehmenden in den Studien wussten, welche Behandlung sie erhielten;

  • die Studien an unterschiedlichen Personengruppen durchgeführt wurden;

  • es nicht genügend Studien gibt, um die Ergebnisse mit Sicherheit beurteilen zu können.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von Mai 2025.

Anmerkungen zur Übersetzung

B. Schindler, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Velasco I, Rueda-Etxebarria M, Trak-Fellermeier MA, Taylor P, Rabassa Bonet M, Chi Y, Janka H, Rueda JR. Iodine supplementation for preventing iodine deficiency disorders in children and adolescents. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 9. Art. No.: CD014475. DOI: 10.1002/14651858.CD014475.pub2.

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