Kernaussagen
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Im Vergleich zu keinem strukturierten Bewegungstraining verringert eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit die Zahl der Herzinfarkte, führt wahrscheinlich zu weniger Krankenhauseinweisungen und senkt das Sterberisiko wahrscheinlich leicht.
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Eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation verbessert wahrscheinlich einige Aspekte der gesundheitsbezogenen Lebensqualität über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten und scheint kosteneffizient zu sein.
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Neuere Studien schließen nun mehr Frauen ein, untersuchen häufiger Programme für zu Hause und digitale Programme und wurden in mehr Ländern weltweit durchgeführt.
Was ist eine koronare Herzkrankheit (KHK)?
Eine koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine Erkrankung, bei der die Blutgefäße, die das Herz mit Blut versorgen, verengt oder verschlossen sind – häufig durch Fettablagerungen. Dadurch wird der Herzmuskel schlechter durchblutet Sie ist weltweit die häufigste Todesursache. Dank besserer Behandlungsmöglichkeiten überleben heute mehr Menschen eine KHK und leben länger mit den Folgen der Erkrankung. Viele Menschen mit KHK leiden bei körperlicher Belastung unter Brustschmerzen (Angina pectoris) und Atemnot sowie häufig auch unter Müdigkeit. Zudem besteht das Risiko weiterer Komplikationen, zum Beispiel eines Herzinfarkts.
Was ist eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation?
Die bewegungsbasierte Herzrehabilitation soll Menschen mit KHK helfen, mit ihrer Erkrankung umzugehen, ihre Gesundheit zu verbessern und das Risiko künftiger Komplikationen zu verringern. Sie umfasst strukturierte Trainingsprogramme, die teilweise mit Informationen zur Erkrankung oder psychologischer Unterstützung kombiniert werden.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten wissen, ob Menschen mit KHK durch eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation im Vergleich zu keinem strukturierten Trainingsprogramm:
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ein geringeres Sterberisiko haben;
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weniger Herzinfarkte haben;
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seltener weitere Eingriffe am Herzen benötigen, zum Beispiel einen Stent (ein kleines Röhrchen, das ein Blutgefäß offenhält) oder eine Bypass-Operation sowie
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weniger häufig ins Krankenhaus eingewiesen werden.
Außerdem interessierte uns, ob eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Betroffenen verbesserte und kosteneffizient war.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation bei Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit mit keiner strukturierten Bewegung verglichen wurde. Die Studienteilnehmenden mussten einen Herzinfarkt (Myokardinfarkt) erlitten haben, sich einem Eingriff zur Wiederherstellung der Durchblutung des Herzens (zum Beispiel einer Koronarbypass-Operation) unterzogen haben oder an Angina pectoris beziehungsweise verengten oder verschlossenen Herzkranzgefäßen leiden. Das Training konnte im Krankenhaus, in wohnortnahen Einrichtungen oder zu Hause stattfinden. Die Studien mussten die Teilnehmenden mindestens sechs Monate lang nachbeobachten.
Was fanden wir heraus?
Wir fanden 107 Studien mit 26.886 Teilnehmenden. Die meisten Teilnehmenden hatten einen Herzinfarkt erlitten oder sich einer Bypass-Operation beziehungsweise einem Eingriff zur Öffnung verengter oder verschlossener Herzkranzgefäße (Angioplastie) unterzogen. Die meisten Studien schlossen sowohl Männer als auch Frauen ein, doch Frauen machten insgesamt nur 17 % der Teilnehmenden aus.
In 52 Studien wurde ausschließlich ein Bewegungsprogramm untersucht. Die übrigen Studien untersuchten Bewegungstraining in Kombination mit weiteren Maßnahmen, zum Beispiel Informationen zur Erkrankung oder psychologischer beziehungsweise sozialer Unterstützung. Am häufigsten wurde Ausdauertraining eingesetzt, zum Beispiel Radfahren auf dem Fahrradergometer, Gehen oder Zirkeltraining. Die Häufigkeit und Intensität der körperlichen Aktivität variierte zwischen den Studien. In 27 Studien wurde Bewegung zu Hause untersucht, wobei einige Trainingsprogramme über eine Smartphone-App oder online durchgeführt wurden. Die meisten Studien begleiteten die Teilnehmenden über einen Zeitraum von bis zu 12 Monaten.
Hauptergebnisse
Im Vergleich zu keinem strukturierten Bewegungstraining bewirkt eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation über sechs bis zwölf Monate Folgendes:
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verringert wahrscheinlich die Gesamtsterblichkeit (30 Studien, 10.391 Personen) und senkt wahrscheinlich die Sterblichkeit aufgrund von Herzerkrankungen (20 Studien, 7.277 Personen). Wenn 125 Menschen an einer bewegungsbasierten Herzrehabilitation teilnehmen, wird wahrscheinlich ein Todesfall verhindert. Ebenso kann wahrscheinlich bei 200 Teilnehmenden ein Todesfall aufgrund herzbedingter Ursachen verhindert werden.
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verringert deutlich die Rate der Herzinfarkte (25 Studien, 8.584 Personen). Pro 71 Teilnehmende an einer bewegungsorientierten Herzrehabilitation wird ein Herzinfarkt verhindert;
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hat kaum bis gar keinen Einfluss auf die Notwendigkeit weiterer Herzinterventionen (einschließlich Stents oder Bypass-Operationen);
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verringert wahrscheinlich die Zahl der Krankenhauseinweisungen insgesamt (21 Studien, 3.868 Personen). Von 17 Menschen, die an einer bewegungsbasierten Herzrehabilitation teilnehmen, wird voraussichtlich eine Krankenhauseinweisung verhindert. Möglicherweise werden auch herzbedingte Krankenhausaufnahmen reduziert (6 Studien, 1.550 Personen).
Die Evidenz deutete darauf hin, dass sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität durch das Training verbesserte.
Die Evidenz aus acht Studien deutet darauf hin, dass eine bewegungsbasierte Herzrehabilitation kosteneffizient ist.
Was schränkt die Evidenz ein?
Wir haben großes Vertrauen in die Evidenz zu Herzinfarkten und zur Notwendigkeit weiterer Herzbehandlungen. Unser Vertrauen in die übrige Evidenz ist jedoch begrenzt, da einige Studien methodische Schwächen bei der Durchführung oder Berichterstattung aufwiesen. Beispielsweise wissen wir nicht genau, wie konsequent die Teilnehmenden ihre Trainingsprogramme durchgeführt haben. Insgesamt sind Frauen in den Studien nach wie vor deutlich seltener vertreten als Männer. Viele der neuen Studien, die wir gefunden haben, wurden in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen durchgeführt. Daher könnten unsere Ergebnisse für diese Länder relevanter sein als bisher.
Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?
Dies ist eine Aktualisierung der vorherigen Version, die 2021 veröffentlicht wurde. Die Evidenz ist auf dem Stand von März 2026.
S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.




