Kernaussagen
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Plasma aus dem Blut von Menschen, die sich von COVID-19 erholt haben (sog. Rekonvaleszenzplasma), hilft Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19 nicht.
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Ob Rekonvaleszenzplasma bei Menschen mit einem leichten COVID-19-Verlauf kaum oder gar keinen Unterschied macht, ist unklar.
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Wir benötigen noch weitere Evidenz über Menschen mit einem leichten COVID-19-Verlauf, über asymptomatische Personen und über Menschen mit einem geschwächten Immunsystem.
Was ist Rekonvaleszezplasma?
Als eine seiner Abwehrmaßnahmen gegen Infektionen produziert das Immunsystem Antikörper. Antikörper befinden sich als Bestandteile des Bluts im sogenannten Plasma. Das Plasma von Menschen, die sich vom COVID-19-Virus erholt haben, enthält COVID-19-Antikörper. Daraus lässt sich Rekonvaleszenzplasma herstellen, also Plasma, das diese Antikörper enthält.
Rekonvaleszenzplasma wurde erfolgreich zur Behandlung einiger anderer viraler Infektionen eingesetzt. Diese Behandlung (über eine Tropfinfusion oder eine Injektion) ist im Allgemeinen gut verträglich, kann aber dennoch unerwünschte Wirkungen haben.
Was wollten wir herausfinden?
Wir wollten herausfinden, ob Rekonvaleszenzplasma Menschen mit bestätigter COVID-19-Erkrankung hilft. Wir untersuchten:
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Todesfälle jeglicher Ursache;
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Verschlechterung des Gesundheitszustands der Menschen, gemessen an der Zahl derjenigen, die auf ein Beatmungsgerät angewiesen waren oder starben;
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Verbesserung des Gesundheitszustands der Menschen, gemessen an der Zahl der aus dem Krankenhaus entlassenen Patienten;
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die Lebensqualität;
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unerwünschte Wirkungen.
Wie gingen wir vor?
Wir suchten nach Studien, in denen Rekonvaleszenzplasma zur Behandlung von Menschen mit COVID-19-Erkrankung untersucht wurde. Wir schlossen Studien ein, die überall auf der Welt durchgeführt wurden und Personen mit leichtem, mittelschwerem oder schwerem COVID-19-Verlauf einbezogen.
Soweit möglich, haben wir die Ergebnisse der Studien zusammengefasst und analysiert. Wir bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz auf der Grundlage von Faktoren wie Studienmethoden und der Anzahl der eingeschlossenen Personen.
Was fanden wir heraus?
Wir haben 48 Studien mit insgesamt 24.518 Teilnehmenden gefunden. Davon bezogen sich 42 Studien auf Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19-Verlauf, und sechs Studien bezogen sich auf Menschen mit leichtem COVID-19-Verlauf. Die folgenden Ergebnisse vergleichen Rekonvaleszenzplasma mit einem Placebo (einer „Scheinbehandlung“, die keine Wirkstoffe enthält, aber genauso verabreicht wird wie das zu testende Medikament) oder der Regelversorgung von COVID-19-Patienten.
Menschen mit moderater bis schwerer COVID-19-Erkrankung
Bei Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19 hat Rekonvaleszenzplasma:
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keinen Einfluss auf die Gesamtsterblichkeit bis zu 28 Tage nach der Behandlung. Von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, starben etwa 230, verglichen mit 220 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (31 Studien, 20.798 Personen).
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hat kaum oder gar keinen Einfluss darauf , ob man auf ein Beatmungsgerät angewiesen ist oder stirbt . Etwa 291 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, benötigten ein Beatmungsgerät oder starben, verglichen mit 300 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (8 Studien, 15.189 Personen).
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ändert nichts daran, ob Menschen aus dem Krankenhaus entlassen werden. In beiden Gruppen wurden etwa 670 von 1000 Personen innerhalb von 28 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen (9 Studien, 13.930 Personen).
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kann möglicherweise zu keinem Unterschied in der Lebensqualität der Betroffenen führen (1 Studie, 483 Personen).
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hat wahrscheinlich keinen Einfluss auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen. Etwa 109 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, hatten schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, verglichen mit 129 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (11 Studien, 5298 Personen).
Menschen mit leichter COVID-19-Erkrankung
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Wir sind uns nicht sicher, ob Rekonvaleszenzplasma die Gesamtsterblichkeit bis zu 28 Tage nach der Behandlung senkt. Etwa 8 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, starben, verglichen mit 10 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (3 Studien, 1004 Personen).
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Wir sind uns nicht sicher, ob Rekonvaleszenzplasma die Zahl der Krankenhauseinweisungen oder die Sterblichkeit innerhalb von 28 Tagen nach der Behandlung senkt. Etwa 106 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, wurden ins Krankenhaus eingeliefert oder starben, verglichen mit 48 von 1000 Personen, die Rekonvaleszenzplasma erhielten (2 Studien, 493 Personen).
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Die Verabreichung von Rekonvaleszenzplasma führt möglicherweise zu keinem Unterschied hinsichtlich der Zeit bis zum Abklingen der COVID-19-Symptome (1 Studie, 376 Personen).
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In keiner der Studien wurde die Lebensqualität der Betroffenen gemessen.
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Wir sind uns nicht sicher, ob Rekonvaleszenzplasma einen Einfluss auf schwerwiegende unerwünschte Wirkungen hat . Etwa 174 von 1000 Personen, die ein Placebo oder die Regelversorgung erhielten, hatten schwerwiegende unerwünschte Wirkungen, verglichen mit 150 von 1000 Personen, denen Rekonvaleszenzplasma verabreicht wurde (2 Studien, 494 Personen).
Was schränkt die Evidenz ein?
Was Menschen mit mittelschwerem bis schwerem COVID-19 betrifft, sind wir von der Evidenz über die Zahl der Todesfälle jeglicher Ursache sowie darüber, ob sich der Zustand der Betroffenen verschlechtert oder verbessert hat, sehr überzeugt. Diese Ergebnisse beruhen auf zahlreichen hochwertigen Studien mit übereinstimmenden Ergebnissen. Wir sind hinsichtlich der Evidenz für schwerwiegende unerwünschte Wirkungen nur mäßig überzeugt, da diese Wirkungen in den Studien oft nur bei den mit Rekonvaleszenzplasma behandelten Personen oder gar nicht angegeben wurden.
Was Menschen mit einem leichten COVID-19-Verlauf betrifft, haben wir wenig bis gar kein Vertrauen in die Evidenz, da wir in vielen der Studien nicht genügend übereinstimmende Ergebnisse feststellen konnten.
Keine Studie berichtete über die Lebensqualität bei Menschen mit leichter Erkrankung und es liegt nur wenig Evidenz zur Wirkung von Rekonvaleszenzplasma in dieser Gruppe vor.
Wie aktuell ist die Evidenz?
Dies ist eine Aktualisierung unserer letzten Bewertung, die 2023 veröffentlicht wurde. Die Evidenz ist auf dem Stand von Oktober 2024.
S.Gerstlauer, A.Zink, freigegeben durch Cochrane Deutschland
Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.