Methoden zum Blutzuckermonitoring während der Schwangerschaft für Frauen mit einem präexistenten Diabetes

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Worum geht es?

Wenn eine Frau bereits Diabetes hat, wenn sie schwanger wird, besteht für sie und ihr Kind ein höheres Risiko für verschiedene Probleme in der Schwangerschaft, in der Wehenphase, bei der Geburt und danach. In der Schwangerschaft wird der Blutglukosespiegel der Mutter (auch Blutzuckerspiegel genannt) überwacht, damit die erforderlichen Schritte unternommen werden können, um den Blutzucker zu kontrollieren. In diesem Cochrane-Review suchten wir nach dem besten Test zur Bestimmung des Blutzuckerwertes in der Schwangerschaft, um den Blutglukosespiegel zu kontrollieren und damit die Probleme für Kinder und Mütter zu verringern. Wir sammelten und analysierten alle relevanten Studien für die Beantwortung dieser Frage (Suchdatum: November 2016).

Warum ist das wichtig?

Diabetes kann für schwangere Frauen und ihre Kinder Probleme wie Frühgeburt, große Neugeborene, schwierige Geburten und die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts mit sich bringen. Für das Kind besteht außerdem ein Risiko für Gehirnblutungen (intrakranielle Blutungen) und während der Wehenphase besteht ein höheres Risiko, dass die Schulter des Säuglings stecken bleibt (Schulterdystokie). Nach der Geburt besteht ein erhöhtes Risiko für niedrige Blutzuckerwerte (Hypoglykämie), Gelbsucht und Atemprobleme. Die Neugeborenen werden mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in eine Intensivstation aufgenommen. Später besteht für den Säugling ein höheres Risiko, in der Kindheit Diabetes zu entwickeln.

Frauen mit bestehendem Diabetes, der zum Zeitpunkt der Empfängnis und in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nicht gut eingestellt ist, haben ein höheres Risiko für Fehlgeburten, Kinder mit Entwicklungsproblemen oder Totgeburten. Zur Überwachung des Blutglukosespiegels werden mehrere Methoden angewandt, darunter regelmäßige Tests in Geburtskliniken, Selbstüberwachung oder der Gebrauch spezieller Geräte, die den Glukosespiegel während der Schwangerschaft kontinuierlich überwachen können. Eine genauere Messung des Blutzuckers könnte zu einer wirksameren Steuerung des Blutglukosespiegels und einer Verringerung der möglichen Probleme für Kinder und Mütter führen.

Welche Evidenz haben wir gefunden?

Wir fanden 10 Studien mit 538 Frauen und Säuglingen. In den Studien wurden verschiedene Methoden der Glukoseüberwachung miteinander verglichen: Selbstüberwachung mit Standardversorgung, Selbstüberwachung mit Krankenhausaufenthalt, Kontrolle vor den Mahlzeiten mit Kontrolle nach den Mahlzeiten, automatisierte Überwachung mit konventionellem System, kontinuierliche Glukoseüberwachung mit Überwachung in festen Abständen und ständige kontinuierliche Glukoseüberwachung mit kontinuierlicher Glukoseüberwachung in festen Abständen. Die Studien wurden in europäischen Ländern und in den USA durchgeführt. Sie untersuchten verschiedene Techniken der Glukoseüberwachung und berichteten über unterschiedliche Endpunkte. Die Anzahl der Frauen in den einzelnen Studien war in der Regel gering. Die Evidenz war überwiegend von sehr niedriger Qualität, wir können uns der Ergebnisse daher nicht sicher sein.

Die Ergebnisse zeigten nicht, dass eine bestimmte Überwachungstechnik anderen Techniken überlegen ist. Es gab keinen eindeutigen Unterschied zwischen den Überwachungstechniken bei der Betrachtung der Steuerung des Blutzuckers durch die Mutter oder von hohem Blutdruck. Ebenso fanden wir keinen Unterschied in der Kaiserschnittrate, der Anzahl großer Neugeborenen, der Anzahl von Säuglingen, die starben oder schwerwiegende Gesundheitsprobleme entwickelten oder der Anzahl von zu früh geborenen Kindern. Wir wissen nicht, ob dies darauf zurückzuführen ist, dass es keinen Unterschied zwischen den Techniken gibt, oder ob es einen Unterschied gibt, den diese Studien nicht zeigen konnten.

Was bedeutet das?

Der Review zeigte, dass es keine ausreichende Evidenz gibt, um mit Sicherheit sagen zu können, welche Überwachungsmethode des Blutglukosespiegels die beste ist. Es sind weitere Forschungsarbeiten erforderlich, um herauszufinden, ob eine Überwachungsmethode das Komplikationsrisiko besser verringert als andere, und welche das ist.

Übersetzung: 

S. Schmidt-Wussow, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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