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Mit welchen Methoden lassen sich Blutentnahmen bei Frühgeborenen minimieren?

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Kernaussagen

  • Die Entnahme von Blut aus der Nabelschnur oder der Plazenta anstelle einer direkten Entnahme bei Frühgeborenen verringert wahrscheinlich die Frühgeborenen-Retinopathie, eine Augenerkrankung, die das Sehvermögen beeinträchtigen kann, und kann Komplikationen wie Hirnblutungen (intraventrikuläre Blutungen) und die bronchopulmonale Dysplasie, eine Form der Lungenerkrankung, reduzieren.

  • Wir wissen nicht, ob die Rückführung des Blutes nach der Untersuchung oder die Anwendung strenger Regeln zur Begrenzung von Blutuntersuchungen dazu beitragen, die Blutentnahmen und die damit verbundenen Komplikationen zu minimieren.

  • Wir benötigen groß angelegte, qualitativ hochwertige Studien, die die Kinder bis zum Alter von mindestens drei Jahren begleiten, um besser zu verstehen, welche Methoden am besten funktionieren und wie sie sich auf die längerfristige Entwicklung auswirken. Zukünftige Studien sollten neben den hier beschriebenen Methoden auch neuere Ansätze untersuchen, wie beispielsweise die Entnahme winziger Blutmengen für Untersuchungen oder die Verwendung anderer Körperflüssigkeiten als Blut, wie Speichel und Urin.

Warum ist es wichtig, die Blutentnahmen bei zu früh geborenen Babys auf ein Minimum zu beschränken?

Babys, die vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren werden (Frühgeborene), benötigen während ihres Krankenhausaufenthalts oft zahlreiche Blutuntersuchungen. Da diese Babys sehr klein sind, können wiederholte Blutentnahmen einen großen Teil ihres gesamten Blutvolumens entziehen. Dies kann dazu führen, dass Bluttransfusionen erforderlich werden.

Es wurden verschiedene Methoden untersucht, um den Blutverlust zu reduzieren, beispielsweise die Verwendung von Blut aus der Nabelschnur oder der Plazenta bei der Geburt, die Entnahme sehr kleiner Blutproben, die Rückführung des Blutes zum Frühgeborenen nach der Untersuchung oder die Einhaltung strenger Regeln zur Begrenzung der Häufigkeit von Blutentnahmen. Es ist nach wie vor unklar, welche dieser Methoden wirksam und sicher ist.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden, ob verschiedene Strategien zur Reduzierung der Blutentnahmen bei Frühgeborenen:

  • ihre Überlebenschancen verbessern;

  • körperliche oder geistige Entwicklungsstörungen, darunter Blindheit, Taubheit und Zerebralparese (eine lebenslange Erkrankung, die Bewegung, Körperhaltung und Muskelkontrolle beeinträchtigt), im Alter von 18 Monaten und älter verringern;

  • schwerwiegende Komplikationen reduzieren, darunter die Frühgeborenen-Retinopathie (eine Augenerkrankung, die das Sehvermögen beeinträchtigen kann), Hirnblutungen (intraventrikuläre Blutungen) und die bronchopulmonale Dysplasie, eine Form der Lungenerkrankung.

Wie gingen wir vor?

Wir suchten nach Studien, in denen verschiedene Strategien zur Blutersparnis mit der üblichen Versorgung von Frühgeborenen verglichen wurden. Wir haben die Ergebnisse der Studien verglichen und zusammengefasst und unser Vertrauen in die Evidenz bewertet, basierend darauf, wie die Studien konzipiert waren und wie viele Frühgeborene daran teilnahmen.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden fünf Studien mit 365 extrem frühgeborenen Kindern (die mehr als drei Monate vor dem errechneten Geburtstermin geboren wurden). Zwei Studien wurden in Indien, zwei in den USA und eine in Israel durchgeführt. Die kleinste Studie umfasste 20 Frühgeborene, die größte 102.

Eine Studie wurde von der Regierung, einer Wohltätigkeits-Spendenaktion und einem Technologieunternehmen finanziert. Der Autor einer weiteren Studie war zudem Eigentümer des Unternehmens, das das in der Studie verwendete Blutrückführgerät herstellte und lieferte. Die drei übrigen Studien machten entweder keine Angaben zur Finanzierung oder gaben an, dass keine Interessenkonflikte vorlagen.

Hauptergebnisse

Keine der Studien berichtete über Ergebnisse hinsichtlich körperlicher oder geistiger Entwicklungsstörungen (einschließlich Blindheit, Taubheit und Zerebralparese), als die Kinder 18 Monate alt oder älter waren.

Die Verwendung von Blut aus der Nabelschnur oder der Plazenta bei der Geburt anstelle einer direkten Blutentnahme beim Frühgeborenen:

  • kann möglicherweise Hirnblutungen in der ersten Lebenswoche verringern: Etwa 12 von 100 Frühgeborenen weniger könnten schwere Hirnblutungen erleiden (2 bis 16 Frühgeborene weniger; 2 Studien, 160 Frühgeborene);

  • kann möglicherweise die bronchopulmonale Dysplasie verringern: Etwa 13 von 100 Frühgeborenen weniger könnten diese Lungenerkrankung entwickeln (von 25 weniger bis zu 4 mehr Frühgeborene; 2 Studien, 152 Frühgeborene);

  • verringert wahrscheinlich die Frühgeborenen-Retinopathie, die vor der Entlassung aus dem Krankenhaus behandelt werden muss: Etwa 19 von 100 Frühgeborenen entwickeln wahrscheinlich keine Frühgeborenen-Retinopathie (6 bis 27 weniger Frühgeborene; 2 Studien, 152 Frühgeborene).

Wir wissen nicht, ob die Verwendung von Blut aus der Nabelschnur oder der Plazenta die Überlebensraten der Frühgeborenen verbessert.

Wir wissen auch nicht, ob (1) Geräte, die das Blut nach der Untersuchung in den Blutkreislauf des Frühgeborenen zurückleiten, oder (2) die Einhaltung strenger Regeln zur Begrenzung der Blutentnahme einen Einfluss auf Folgendes haben:

  • die Überlebensraten;

  • schwerwiegenden Komplikationen (einschließlich Frühgeborenen-Retinopathie, Hirnblutungen und bronchopulmonaler Dysplasie).

Nur eine kleine Studie untersuchte jeweils einen dieser Ansätze.

Was schränkt die Evidenz ein?

Wir sind mäßig überzeugt, dass die Verwendung von Nabelschnur- oder Plazentablut die Anzahl der Frühgeborenen, die eine Frühgeborenen-Retinopathie entwickeln, signifikant senkt – unsere Vertrauen darin wurde jedoch dadurch gemindert, dass relativ wenige Säuglinge untersucht wurden. Wir haben wenig bis gar kein Vertrauen in die Evidenz bezüglich der Überlebensrate und anderer schwerwiegender Komplikationen (Hirnblutungen und bronchopulmonale Dysplasie), da die Studien sehr klein waren und die Ergebnisse in einigen Fällen variierten.

Wir haben kein Vertrauen in die Evidenz für (1) Geräte, die Blut in den Blutkreislauf des Frühgeborenen zurückleiten, und (2) die Einhaltung strenger Regeln zur Begrenzung der Blutentnahme, da:

  • zu wenige Studien diese Methoden untersucht haben;

  • die Anzahl der einbezogenen Frühgeborenen gering war;

  • wir Bedenken hinsichtlich der Methoden dieser Studien, der Darstellung der Ergebnisse oder beidem hatten.

Wie aktuell ist die vorliegende Evidenz?

Die Evidenz ist auf dem Stand von September 2025.

Anmerkungen zur Übersetzung

A. Zink, S. Gerstlauer, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Nissimov S, Sibrecht G, Weerasekara I, Bartocci M, Bruschettini M, supported by Cochrane Sweden and Cochrane Neonatal. Minimizing blood sampling in preterm infants. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 8. Art. No.: CD016077. DOI: 10.1002/14651858.CD016077.pub2.

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