Videolaryngoskope zur geleiteten Einführung von Beatmungsschläuchen bei erwachsenen Operationspatienten

Hintergrund

Patienten unter Vollnarkose benötigen während der Operation Unterstützung beim Atmen. Um diese Unterstützung bereitzustellen, kann der Anästhesist eine Röhre durch den Mund oder die Nase einführen, die durch die Trachea (Luftröhre) in die Lunge führt. Für dieses Verfahren, welches als endotracheale Intubation bekannt ist, verwendet der Anästhesist für gewöhnlich ein metallenes Instrument, das Laryngoskop genannt wird. Dieses wird benutzt, um die Zunge und das Weichgewebe des Mundes zu bewegen, sodass der Anästhesist die Stimmbänder sehen kann, direkt bevor er intubiert. Jedoch kann es schwierig sein, die Stimmbänder zu sehen, z.B. wenn der Patient Einschränkungen in der Nackenbeweglichkeit hat. Schwierigkeiten bei der Intubation könnten zu Komplikationen für den Patienten führen. Andere Laryngoskope, Videolaryngoskope genannt, verwenden Videotechnologien und könnten die Sicht des Anästhesisten vor der Intubation verbessern. Diese Technologie ermöglicht es dem Anästhesisten, die tatsächliche Position der Röhre auf dem Videobildschirm zu sehen, während diese eingeführt wird. Dieser Review hat das Ziel zu beurteilen, ob Videolaryngoskope das Risiko für Komplikationen und Intubationsfehler reduzieren.

Studienmerkmale

Die Evidenz ist auf dem Stand vom 10. Februar 2015. Wir fanden 64 Studien mit 6895 Teilnehmern. Die Studien verglichen Anästhesisten, die verschiedene Arten von Videolaryngoskopen verwendeten mit Anästhesisten, die die übliche Macintosh Laryngoskope ohne Videofunktion nutzten. Wir wiederholten die Suche am 12. Januar 2016 und werden die neuen, relevanten Studien in die Aktualisierung dieses Reviews miteinbeziehen.

Hauptergebnisse

Wir fassten die Ergebnisse der Studien mithilfe statistischer Tests zusammen. Verglichen mit der üblichen Laryngoskopie, fanden wir bei der Videolaryngoskopie weniger fehlgeschlagene Intubationen, die einer Intubation mit einem anderen Instrument bedurften. Dies galt auch bei Patienten mit schwierigen Atemwegen. Die Wahrscheinlichkeit für kleinere Verletzungen im Mund/Rachen, oder Heiserkeit nach der Operation waren für Teilnehmer dieser Methode ebenfalls geringer. Anästhesisten hatten eine verbesserte Sicht vor der Intubation und bewerteten die Videolaryngoskope als einfacher in der Verwendung, als die übliche Laryngoskope. Forscher berichteten keine Unterschiede in der Anzahl der erwachsenen Teilnehmer mit Halsschmerzen und keine Unterschiede in der Anzahl an erfolgreichen ersten Versuchen oder in der Anzahl der Versuche insgesamt. Es war uns nicht möglich die Studiendaten bezüglich der benötigten Zeit für die Verwendung der Videolaryngoskope statistisch zusammenzufassen. Dies ist den Unterschieden in den Messzeitpunkten geschuldet. Wir identifizierten 38 Studien für einen möglichen Einschluss und werden diese Studien während der Aktualisierung des Reviews beurteilen.

Qualität der Evidenz

Zwar fanden wir gute Methoden in einigen der Studien, jedoch war es für die Wissenschaftler nicht möglich die Anästhesisten bezüglich der Art der verwendeten Laryngoskope zu verblinden. Wir glauben, dass dies die Qualität der Evidenz zugunsten beider Arten von Laryngoskopen beeinträchtigt haben könnte.

Schlussfolgerungen

Die Evidenz weist darauf hin, dass Videolaryngoskope den Erfolg von endotrachealen Intubationen verbessern könnten, wenn der Patient schwierige Atemwege aufweist.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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