Veränderung der Salzaufnahme bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit

Patienten mit chronischer Nierenkrankheit haben ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Weiterhin besteht die Gefahr einer Verschlechterung der Nierenfunktion, was zur Notwendigkeit von Dialysen oder sogar einer Nierentransplantation führen kann. Eine Verminderung des Risikos für Herzerkrankungen und die Erhaltung der Nierenfunktion sind somit wichtige Behandlungsziele.

Ein hoher Salzkonsum wird mit Risikofaktoren für Herzkrankheiten und eine Verschlechterung der Nierenfunktion assoziiert. Diese Risikofaktoren sind hoher Blutdruck, übermäßige Ausscheidung von Proteinen über den Urin (Proteinurie) sowie ein erhöhtes Volumen des zirkulierenden Blutes (Hypervolämie). Es wird vermutet, dass ein verminderter Salzkonsum für Patienten mit chronischer Nierenkrankheit besonders wichtig ist, da die Nieren eine wichtige Funktion im Salzhaushalt haben. Wir wollten herausfinden, ob eine Änderung des Salzkonsums zu einem positiven Effekt bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit führt.

Wir suchten bis Januar 2015 in der Literatur nach Studien, welche die Auswirkungen einer beschränkten Salzzufuhr durch die Ernährung von Patienten mit chronischer Nierenkrankheit untersuchten. Wir haben acht Studien mit 258 Patienten gefunden, welche unsere Einschlusskriterien erfüllten. Die Studienteilnehmer waren Patienten in den frühen Stadien einer chronischen Nierenkrankheit (sechs Studien), Patienten, welche sich einer Peritonealdialyse unterzogen (eine Studie) oder Empfänger von Nierentransplantaten (eine Studie). Die durchschnittliche Studiendauer betrug 6 Wochen und reichte von einer Woche bis 26 Wochen. Wir konnten keine Studien finden, welche die Wirkung von Salzkonsum auf die Inzidenz von Tod, Herzerkrankungen oder die Notwendigkeit von Dialyse beschreiben.

Wir haben festgestellt, dass eine Verminderung der Salzaufnahme die 24-Stunden-Natriumausscheidung sowie den Blutdruck reduziert. Eine Studie wies darauf hin, dass eine Beschränkung des Salzkonsums das Risiko von Ödemen (Schwellungen) reduziert. Die Dosierung blutdrucksenkender Medikamente konnte mit einer salzarmen Ernährung signifikant reduziert werden. Es gab keinen signifikanten Unterschied der Nierenfunktionsparameter oder des Körpergewichtes. Es gab keine signifikante Änderung des Gesamtcholesterins oder der Hypotonie.

Langfristige Auswirkungen der Salzrestriktion bei Menschen mit chronischer Nierenkrankheit werden nicht berichtet. Es gelang uns also nicht, die direkte Wirkung einer Natriumreduktion auf die primären Endpunkte wie Sterblichkeit und Progression zum Endstadium einer Nierenkrankheit zu bestimmen. Weitere Forschung über die langfristigen Auswirkungen einer salzarmen Diät bei Patienten mit chronischer Nierenkrankheit ist notwendig. Auch die Einhaltung einer angeordneten Diät sollte weiter untersucht werden.

Übersetzung: 

M. Schmidt-Haghiri, Koordination durch Cochrane Schweiz.

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