Kognitive Verhaltenstherapie gegen Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen

Bedeutung des Reviews

Viele Kinder und Jugendliche leiden unter Angststörungen. Dies führt häufiger als bei anderen Kindern und Jugendlichen zu Schwierigkeiten bei Freundschaften, im Familienleben und in der Schule. Therapien können verhindern, dass solche Kinder und Jugendliche im späteren Leben psychische Gesundheitsprobleme entwickeln oder drogen- oder alkoholabhängig werden. Gesprächstherapien wie die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) können Kindern und Jugendlichen helfen, mit Ängsten umzugehen, indem sie neue Denkmuster erlernen. Viele Eltern und Kinder sind eher bereit, es mit einer Gesprächstherapie zu versuchen, als auf Medikamente wie Antidepressiva zurückzugreifen.

Zielgruppe des Reviews

Eltern, Kinder und Jugendliche; im Bildungswesen tätige Menschen; Fachleute in Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten; Allgemeinmediziner.

Fragestellungen des Reviews

Dieser Review ist eine Aktualisierung eines Cochrane Reviews von 2005, der belegte, dass die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) eine wirksame Therapie für Kinder und Jugendliche mit Angststörungen ist.

Diese Aktualisierung will die folgenden Fragestellungen beantworten:

• Ist KVT wirksamer als keine Therapie (Kontrollgruppe auf einer Warteliste)?

• Ist KVT wirksamer als andere „aktive“ Therapien wie Selbsthilfebücher für Kinder und Jugendliche?

• Ist KVT wirksamer als Medikamente?

• Hilft KVT dabei, Symptome von Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen langfristig zu vermindern?

Eingeschlossene Studien

In Suchdatenbanken suchten wir nach Studien guter Qualität zur KVT bei Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen, die zwischen 1970 und Juli 2012 veröffentlicht wurden. Eingeschlossen wurden nur randomisierte kontrollierte Studien an Kindern und Jugendlichen mit einer eindeutig diagnostizierten Angststörung.

41 Studien mit insgesamt 1806 Teilnehmern wurden in den Review eingeschlossen. Die Review-Autoren beurteilten die Qualität der Studien als moderat.

Auswertung der Evidenz

KVT ist signifikant wirksamer als keine Therapie bei der Verringerung von Angstsymptomen bei Kindern und Jugendlichen.

Es gibt keine eindeutige Evidenz dafür, dass eine Durchführungsart einer KVT (z. B. in der Gruppe, einzeln, mit den Eltern) wirkungsvoller ist als eine andere.

KVT ist nicht wirksamer als andere „aktive Therapien” wie Selbsthilfebücher.

Wegen der geringen Studienanzahl konnten die Review-Autoren die KVT nicht mit einer medikamentösen Therapie vergleichen.

Nur vier Studien beschäftigten sich mit längerfristigen Endpunkten nach einer KVT. Es gibt keine eindeutige Evidenz für eine anhaltende Besserung von Angstsymptomen bei Kindern und Jugendlichen.

Künftige Aufgaben

Die Review-Autoren empfehlen, dass zukünftige Forschungsarbeiten genauer untersuchen, wodurch KVT bei Kindern und Jugendlichen am besten wirkt, wie sie am kostenwirksamsten angeboten werden kann und wie sich KVT an unterschiedliche Altersgruppen anpassen lässt.

Übersetzung: 

S. Schmidt-Wussow, Koordination durch Cochrane Schweiz.

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