Progesteron zur Vorbeugung von Fehlgeburten

Diese Übersetzung ist nicht mehr aktuell. Bitte klicken Sie hier, um die neueste englische Version dieses Reviews zu sehen.

Worum geht es?

Fehlgeburten, auch Aborte genannt, finden in der Regel im ersten Drittel der Schwangerschaft statt. Manche Frauen und ihre Partner erleiden mehrere Fehlgeburten hintereinander; dies wird auch als „habitueller Abort“ bezeichnet. Während manchmal Ursachen für die Fehlgeburten gefunden werden, gibt es oftmals keine eindeutigen Gründe. In der frühen Phase der Schwangerschaft bereitet das Hormon Progesteron die Gebärmutter (den Uterus) auf die Einnistung und Unterstützung des soeben befruchteten Eis vor. Es gibt Hinweise darauf, dass Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht genügend Progesteron produzieren. Es wird vermutet, dass die ergänzende Gabe von Medikamenten, die die gleiche Wirkung wie Progesteron haben (sogenannte Gestagene), bei diesen Frauen eine Möglichkeit sein könnte, Fehlgeburten zu verhindern.

Warum ist das wichtig?

Das Erleiden von Fehlgeburten kann für Frauen und ihre Partner sowohl körperlich als auch seelisch belastend sein. Die Ermittlung einer Therapie, die wiederholte Fehlgeburten vermindert, könnte ihnen dabei helfen, eine Fehlgeburt zu vermeiden und ein lebendes Kind zu bekommen.

Welche Evidenz haben wir gefunden?

Die Literatursuche am 6. Juli 2017 ergab insgesamt 13 Studien, an denen insgesamt 2.556 Frauen mit wiederholten Fehlgeburten teilnahmen. Diese Studien ergaben, dass die Gabe von Gestagenen bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten zu Beginn der Schwangerschaft möglicherweise dazu beiträgt, die Fehlgeburten-Rate in dieser Schwangerschaft von 26,3 % auf 19,4 % zu senken. Wir sind der Ansicht, dass diese Ergebnisse auf Evidenz von lediglich moderater Qualität basieren, sodass wir uns bezüglich der Ergebnisse nicht sicher sein können. Wir fanden heraus, dass eine Progesteron-Behandlung für Frauen, die vor ihrer Teilname an der Studie bereits drei Fehlgeburten erlitten hatten, möglicherweise am wirksamsten ist. Allerdings fanden wir nicht heraus, dass die orale Gabe von Progesteron (über den Mund), die Gabe durch Injizieren (Spritzen) oder die vaginale Gabe (über die Scheide) besser war als eine der anderen Arten der Verabreichung. Wir fanden außerdem heraus, dass die Studien zeigten, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt am Ende der bestehenden Schwangerschaft bei Frauen mit vorausgegangenen wiederholten Fehlgeburten durch die Gabe von Progesteron geringfügig erhöhte. Wir fanden Evidenz dafür, dass bei dieser Gruppe von Frauen die Rate von Früh- oder Totgeburten durch die Gabe von Progesteron möglicherweise gesenkt werden kann, allerdings war diese Evidenz nicht sehr stark und sollte durch mehr Studien gestützt werden. Wir fanden bei Frauen, denen Progesteron gegeben wird, keine Evidenz für Verbesserungen bei anderen Endpunkte, wie dem Tod des Neugeborenen, einem geringen Geburtsgewicht oder Fehlbildungen.

Was bedeutet das?

Wir fanden Evidenz aus randomisierten kontrollierten Studien, dass die Gabe von Progesteron bei Frauen mit wiederholten vorangegangenen Fehlgeburten wahrscheinlich Fehlgeburten verhindern kann.

Übersetzung: 

S. Eppert, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

Share/Save

Cochrane Kompakt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Cochrane Schweiz, Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich. Wir danken unseren Sponsoren und Unterstützern. Eine Übersicht finden Sie hier.