Übungsbasierte Rehabilitation bei Herzinsuffizienz

Hintergrund

Menschen mit einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) erfahren deutliche Einschränkungen ihrer Belastungsfähigkeit, die sich nachteilig auf Aktivitäten des täglichen Lebens, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie letztendlich die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten und die Sterblichkeit auswirken.

Studienmerkmale

Wir haben die wissenschaftliche Literatur nach randomisierten kontrollierten Studien durchsucht, die die Wirksamkeit übungsbasierter Behandlungen im Vergleich mit keiner Übungsbehandlung für über 18-jährige Erwachsene mit Herzinsuffizienz untersucht haben. (Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) sind Untersuchungen, in denen zwei oder mehrere Behandlungsmaßnahmen unter Einschluss einer Kontrollbehandlung (einer anderen Behandlung) oder keiner Behandlung verglichen werden, und in denen die Studienteilnehmer den verschiedenen Behandlungen zufällig zugeordnet werden). Die Einschlusskriterien für diese aktualisierte Übersichtsarbeit wurden erweitert, um nicht nur die Herzinsuffizienz infolge einer verminderten Auswurfleistung (HFREF oder ‚systolische HI‘) (Auswurfleistung ist ein Maß, wie gut ihr Herz pumpt), sondern auch die Herzinsuffizienz infolge einer unveränderten Auswurfleistung (HFPEF oder ‚diastolische HI‘) zu berücksichtigen. Die Suchergebnisse sind auf dem Stand von Januar 2013.

Hauptergebnisse

Wir haben 33 RCTs mit insgesamt 4740 Teilnehmern gefunden. Die Ergebnisse dieser Aktualisierung stimmen mit denen der vorherigen (2010) Version dieses Cochrane Reviews überein. Sie zeigen bedeutende Vorteile einer übungsbasierten Rehabilitation im Vergleich zu keiner Durchführung von Übungen auf, einschließlich einer Verringerung des Risikos von Krankenhausaufenthalten aufgrund der Herzinsuffizienz und Verbesserungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. In ihren Ergebnissen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität unterschieden sich die Studien erheblich. Während die meiste Evidenz (der wissenschaftliche Beleg) für die übungsbezogene Rehabilitation von Menschen mit HFREF galt, hat diese Aktualisierung auch eine breitere Evidenzlage aufgezeigt, die eine höhere Risikogruppe (New York Heart Association Grad IV), ältere Menschen und Menschen mit HFPEF einschließt, sowie mehr Programme, die im häuslichen Umfeld durchgeführt wurden. Wir haben keine Evidenz gefunden, die darauf hindeutet, dass Übungsprogramme kurz- oder längerfristig schädliche Auswirkungen im Sinne eines Anstiegs des Sterberisikos verursachen. Es gab einige wenige Belege zur Wirtschaftlichkeit, die darauf hindeuten, dass eine übungsbasierte Rehabilitation kosteneffektiv (wirtschaftlich) ist. Weitere Belege sind erforderlich, um die Wirksamkeit von Übungen für Menschen mit HFPEF sowie die Kosten und Auswirkungen von ausschließlich im häuslichen Umfeld durchgeführten Übungsprogrammen besser zu verstehen.

Qualität der Evidenz

Die insgesamt mangelhafte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise in den eingeschlossenen Studienberichten erschwert die Beurteilung der methodischen Qualität und somit das Risiko für mögliche Verzerrungen (engl. Bias; eine Verfälschung der Ergebnisse).

Übersetzung: 

Translated by: German Cochrane Centre

Tools
Information
Share/Save

Cochrane Kompakt ist ein Gemeinschaftsprojekt von Cochrane Schweiz, Cochrane Deutschland und Cochrane Österreich. Wir danken unseren Sponsoren und Unterstützern. Eine Übersicht finden Sie hier.