Gesundheitsversorgung und Selbstmanagementstrategien für Kinder mit Epilepsie

Hintergrund

Epilepsie ist ein Spektrum von Erkrankungen, bei denen eine Person Anfälle haben kann, die in ihrer Häufigkeit unvorhersehbar sind. Die meisten Anfälle lassen sich durch Medikamente und andere Behandlungsmethoden gut kontrollieren, aber die Epilepsie kann zu Problemen in sozialen, schulischen und beruflichen Situationen führen und ein unabhängiges Leben schwierig machen. Menschen mit Anfällen neigen zu körperlichen Problemen (z. B. Knochenbrüchen, Blutergüssen und einem leicht erhöhten Risiko für den plötzlichen Tod) sowie zu sozialen Problemen aufgrund des Stigmas, das der Krankheit anhaftet. Menschen mit Epilepsie und ihren Familien kann es an sozialer Unterstützung mangeln, oder sie erleben soziale Isolation, Beschämung, Angst und Diskriminierung, und manche Eltern entwickeln möglicherweise auch Schuldgefühle. Das Selbstmanagement der Epilepsie bezieht sich auf eine breite Palette von Gesundheitsverhalten und Aktivitäten, die eine Person erlernen und sich daran anpassen kann, um ihre Anfälle zu kontrollieren und ihr Wohlbefinden zu verbessern. Dieser Ansatz erfordert eine Partnerschaft zwischen der Person und den Durchführenden von Gesundheitsdienstleistungen (z. B. spezialisierten Epilepsie-Ambulanzen, pflegebasierten Kooperationsangeboten zwischen Hausärzten und spezialisierten Krankenhausärzten, spezialisierten lokalen Epilepsie-Teams) sowie gezielte Angebote für bestimmte Gruppen (z. B. Kinder, Jugendliche und Familien).

Studienmerkmale

Wir suchten in wissenschaftlichen Datenbanken nach Studien an Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie, die sich mit den Auswirkungen des Selbstmanagements der Epilepsie befassten. Die Ergebnisse sind auf dem Stand von September 2016. Wir wollten verschiedene Endpunkte betrachten, um zu sehen, wie gut Menschen und deren Familien im Allgemeinen mit Epilepsie zurechtkommen.

Hauptergebnisse

Dieser Review verglich sechs schulungs- oder beratungsbasierte Selbstmanagement-Interventionen für Kinder mit Epilepsie. Vier Interventionen richteten sich an Kinder und deren Eltern, eine an Jugendliche und deren Eltern und eine an Kinder, Heranwachsende und deren Eltern. Jede der Interventionen schien einige der untersuchten Endpunkte zu verbessern, aber keine Maßnahme verbesserte alle erhobenen Endpunkte. Die Studien hatten auch Probleme mit ihren Methoden, was ihre Ergebnisse weniger zuverlässig macht. Obwohl keine der Interventionen einen Schaden verursachte, war ihre Wirkung begrenzt und wir können keine einzelne Intervention als die beste für Kinder mit Epilepsie empfehlen.

Die Evidenz für die beste Art der Versorgung von Kindern mit Epilepsie ist immer noch unklar.

Qualität der Evidenz

Die Qualität der Evidenz ist niedrig, weil alle Studien große Probleme in ihrer Durchführung aufwiesen.

Übersetzung: 

N.-E. Denninger und A. Egger-Rainer, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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