Training der den Brustkorb erweiternden und verengenden Muskeln für Menschen mit Zystischer Fibrose (Mukoviszidose)

Fragestellung

Was sind die Wirkungen eines Trainings der Muskeln, die den Brustkorb erweitern und verengen, für Menschen mit Zystischer Fibrose?

Hintergrund

Die Zystische Fibrose ist die am weitesten verbreitete genetische Erkrankung in der weißen Bevölkerung; sie verursacht bei den meisten Betroffenen Probleme mit den Lungen. Ein Training der Muskeln, die den Brustkorb erweitern und verengen, kann möglicherweise zur Verbesserung der Lungenfunktion und Lebensqualität von Menschen mit Zystischer Fibrose beitragen.

Recherchedatum

Die Evidenz ist auf dem Stand vom: 17. April 2018

Studienmerkmale

Wir suchten nach Studien, in denen Menschen mit Zystischer Fibrose zufällig entweder einer Gruppe, die ein Atemmuskeltraining durchführte, oder einer Kontrollgruppe (Vergleichsgruppe) zugeteilt wurden. Wir schlossen neun Studien mit 202 Teilnehmern ein, in denen eine große Bandbreite an Trainingsmethoden und -intensitäten angewandt wurde. In sieben der Studien erhielten die Trainings- und die Kontrollgruppe jeweils lediglich entweder ein Atemmuskeltraining oder eine Kontrollbehandlung (eine Studie hatte insgesamt drei Gruppen: eine, die eine Kontrollbehandlung erhielt und zwei, die unterschiedliche Trainingsintensitäten erhielten). In einer Studie erhielten die Teilnehmer beide Behandlungsformen, jedoch in zufälliger Reihenfolge. Eine weitere Studie verglich ein Training mit der üblichen Versorgung. Die Studien dauerten maximal 12 Wochen und waren alle sehr klein: die größte hatte nur 29 Teilnehmer. Die Studien schlossen Teilnehmer unterschiedlichen Alters ab sechs Jahren ein, jedoch waren scheinbar die meisten Erwachsene. Die Studien untersuchten eine Reihe verschiedener Endpunkte (Ergebnismaße). Alle erhoben ein Maß der Atemmuskelkraft und die meisten mindestens ein Maß der Lungenfunktion; nur drei Studien erhoben die Lebensqualität.

Hauptergebnisse

Die Ergebnisse konnten zur Beantwortung der Reviewfrage nicht statistisch (rechnerisch) zusammengefasst werden, weil die Studienberichte entweder keine ausreichenden Angaben enthielten oder nicht dieselben standardisierten verwendet wurden. Keine Studie fand einen Unterschied in der Lungenfunktion nach dem Training; jedoch ermittelte eine Studie eine Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit, wenn mit einer Intensität von 60% der maximalen Anstrengung trainiert wurde, und eine andere, in der die Teilnehmer mit einer Intensität von 80% der maximalen Anstrengung trainierten, Verbesserungen in der Bewertung der Lebensqualität. Eine Studie ermittelte einige Evidenz für eine Verbesserung der Atemmuskelfunktion.

Angesichts dieses Mangels an Informationen ist eine Empfehlung für oder gegen das Atemmuskeltraining nicht möglich. Zukünftige Studien sollten methodisch höherwertiger als die bisherigen durchgeführt werden und standardisierte Messungen verwenden.

Qualität der Evidenz

Es war in der Regel unklar, wie die Teilnehmer auf die Behandlungsgruppen aufgeteilt wurden und ob dies die Ergebnisse beeinflusst haben könnte. In zwei Studienberichten wurde angegeben, dass die Personen, die die Ergebnismessungen durchführten, nicht wussten, welche Behandlung die Teilnehmer erhalten hatten; in anderen Studien war dies jedoch unklar. Aus drei Studien schieden Teilnehmer aus Gründen aus, die möglicherweise in einem direkten Zusammenhang zur Behandlung standen und daher möglicherweise ein Risiko für eine Verzerrung (Verfälschung) der Ergebnisse bedeuten. In anderen Studienberichten wurden keine Angaben dazu gemacht, wie viele Teilnehmer ausschieden. Wir bewerteten die Qualität der Evidenz und beurteilten die Evidenz für die Lungenfunktion, körperliche Belastbarkeit und gesundheitsbezogene Lebensqualität als von sehr niedriger Qualität und die Evidenz für die Atemmuskelfunktion als von niedriger Qualität.

Übersetzung: 

C. Braun, T. Bossmann, Koordination durch Cochrane Deutschland

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