Führt eine dichtere Form von Bupivacain im Vergleich zu normalem Bupivacain, das als Injektion in den unteren Rücken gegeben wird, zu einer wirksameren und sichereren Anästhesie während des Kaiserschnitts?

Hintergrund: Das schmerzlindernde Medikament Bupivacain wird während eines Kaiserschnitts durch Injektion in den unteren Rücken verabreicht. Es ist jedoch unklar, ob die Verabreichung von hyperbarem Bupivacain (dichter als der Liquor cerebrospinalis) bei der Schmerzlinderung wirksamer oder weniger wirksam ist als isobares Bupivacain (gleiche Dichte wie der Liquor cerebrospinalis). Dieser Cochrane Review fasst die beste verfügbare Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit der dichteren Form von Bupivacain im Vergleich zur isobaren Form zusammen, das für die Spinalanästhesie (Injektion von Medikamenten in den unteren Rückenbereich) bei der Entbindung eines Kindes durch Kaiserschnitt angewendet wird.

Studienmerkmale: Die Evidenz ist auf dem Stand von März 2016. Wir fanden 10 klinische Studien, die diese beiden Arten von Bupivacain untersuchten und an denen 614 Frauen teilnahmen. In den Studien wurden die folgenden Wirkungen der beiden Arten von Medikamenten untersucht: Frauen, die auf Vollnarkose wechseln müssen, zusätzliche Medikamente zur Schmerzlinderung oder bei niedrigem Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen und übermäßiges Taubheitsgefühl. Wir stellten fest, dass alle Studien methodisch ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Keine Studie gab ihre Finanzierungsquelle an. Wir warten auf die Antworten der Autoren von zwei weiteren Studien und werden diese bei der nächsten Aktualisierung des Reviews berücksichtigen.

Hauptergebnisse: Wir stellten fest, dass es keine ausreichende Evidenz dafür gibt, ob dichteres oder normales Bupivacain den Bedarf an: a) Wechsel auf Vollnarkose; b) zusätzlichen schmerzstillenden Medikamenten wirksamer verringert. Bei dichterem Bupivacin setzte die Schmerzlinderung schneller ein.

Qualität der Evidenz: Aufgrund der Unterschiede zwischen den eingeschlossenen Studien hinsichtlich der verabreichten Dosen, der Vielfalt der zusätzlich zur Schmerzlinderung eingesetzten Medikamente, der unterschiedlichen Techniken zur Teilnarkose und der geringen Teilnehmerzahlen bewerteten wir die Gesamtqualität der Evidenz für die verschiedenen Endpunkte als sehr niedrig bis moderat, da in allen Studien nur sehr wenige Frauen unerwünschte Ereignisse erlebten.

Schlussfolgerung: Wir kommen zu der Schlussfolgerung, dass die dichtere Form eine schnellere Schmerzlinderung bietet als die normale Form. Weitere Forschung ist erforderlich, um sich der Wirksamkeit der dichteren Form bei anderen Endpunkten sicher sein zu können.

Anmerkungen zur Übersetzung: 

M. Zelck, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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