Epidurale Analgesie im Vergleich zu systemischen opioidbasierten Medikamenten bei Menschen, die sich einer offenen Operation an der Bauchschlagader unterziehen

Hintergrund

Eine offene Operation an der abdominalen Aorta (der Hauptschlagader zu den Beinen, auch Bauchaorta oder Bauchschlagader) erfordert eine starke postoperative Schmerzbehandlung. Die am häufigsten angewandte Schmerztherapie ist die epidurale Analgesie. Dabei werden schmerzlindernde Medikamente durch einen Katheter (eine enge Röhre) injiziert, der in den Epiduralraum (den äußersten Teil des Spinalkanals) gelegt wird. Die Alternative sind systemische Opioide (morphinähnliche Medikamente, die in den Blutkreislauf injiziert werden).

Zielsetzungen

Dieser Review bewertete die Wirkung dieser beiden Methoden zur Schmerzlinderung, sowie die Risiken von postoperativen Komplikationen und Todesfällen nach einer offenen Operation an der Bauchschlagader. Der Review wurde erstmals im Jahr 2006 veröffentlicht und in den Jahren 2012 und 2015 aktualisiert.

Methoden

Wir suchten in wissenschaftlichen Datenbanken nach klinischen Studien, in denen die epidurale Analgesie mit systemischen Opioiden bei Erwachsenen verglichen wurde. Zwei Review-Autoren beurteilten unabhängig voneinander die Qualität der Studien und sammelten die Daten. Wir wiederholten die Suche im März 2017. Wir werden uns mit der neuen in Frage kommenden Studie beschäftigen, sobald wir diesen Review aktualisieren.

Hauptergebnisse

Wir schlossen 15 Studien, die von 1987 bis 2009 veröffentlicht wurden, mit insgesamt 1498 Teilnehmern in diesen aktualisierten Review ein. Die Evidenz ist auf dem Stand von November 2014. Die Studien erhielten finanzielle Unterstützung von einer gemeinnützigen Organisation (eine Studie), einer Regierungsorganisation (vier Studien) oder der pharmazeutischen Industrie (eine Studie). Bei neun Studien wurde die Finanzierungsquelle nicht näher angegeben. Wir stellten fest, dass die epidurale Analgesie Herzinfarkte, die postoperative Dauer der trachealen Intubation (ein flexibler Atemschlauch, der direkt in die Luftröhre gelegt wird), das Risiko eines postoperativen respiratorischen Versagens (Notwendigkeit einer Maschine zur Unterstützung der Atmung nach der Operation), gastrointestinale Blutungen, postoperative Schmerzen und die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (um sechs Stunden) verringerte. Bezüglich den Todesfällen nach der Operation stellten wir keinen Unterschied in der Sterblichkeitsrate fest (im Krankenhaus oder bis zu 30 Tagen). Für die Sterblichkeit und die Zeit bis zur trachealen Extubation war die Qualität der Evidenz niedrig; das bedeutet, dass weitere Forschung sehr wahrscheinlich einen wichtigen Einfluss auf unser Vertrauen in die Effektschätzung haben und die Schätzung wahrscheinlich verändern wird. Die Qualität der Evidenz für Herzinfarkte, respiratorisches Versagen und die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation war moderat; das bedeutet, dass weitere Forschungsarbeiten wahrscheinlich einen wichtigen Einfluss auf unser Vertrauen in die Effektschätzung haben werden und die Schätzung verändern könnten. Die Qualität der Evidenz für gastrointestinale Blutungen und Schmerzskalen war hoch; das bedeutet, dass weitere Forschung unser Vertrauen in die Effektschätzung höchstwahrscheinlich nicht verändern wird.

Schlussfolgerungen der Autoren

Epidurale Analgesie ermöglicht eine bessere Schmerzbehandlung als systemische Opioide. Sie reduziert erheblich die Zahl der Menschen, die Herzschäden erleiden werden, die Zeit bis zur Rückkehr zur Atmung ohne Unterstützung, gastrointestinale Blutungen und die Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation. Wir stellten keinen Unterschied in der Sterblichkeitsrate nach 30 Tagen fest.

Übersetzung: 

M. Zelck, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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