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Was sind die wirksamsten Maßnahmen, um Kinder und Jugendliche davon abzuhalten, E-Zigaretten zu konsumieren?

Kernaussagen

  • Programme in Schulen verhindern möglicherweise, dass Jugendliche mit dem Konsum von E-Zigaretten beginnen, jedoch ist die Evidenz sehr unsicher. Ein gemeindebasiertes Programm, das per Textnachricht angeboten wird, hilft Jugendlichen wahrscheinlich dabei, mit dem Konsum von E-Zigaretten aufzuhören.

  • Die Evidenz ist sehr begrenzt, da nur drei Studien zu den Ergebnissen beigetragen haben.

  • Derzeit laufen 30 weitere Studien, und wir müssen noch fünf weitere veröffentlichte Studien überprüfen. Diese könnten in Zukunft weitere Antworten liefern.

Was sind elektronische Zigaretten (E-Zigaretten)?

E-Zigaretten, auch als „Vapes“ bekannt, sind batteriebetriebene Geräte. Sie erhitzen eine Flüssigkeit und erzeugen dabei ein Aerosol (ein Gemisch kleiner Partikel, die in die Luft abgegeben werden). Dieses Aerosol wird über den Mund eingeatmet und gelangt in die Lunge. Dazu gehören unter anderem elektronische Zigarren, „Snus“ (ein schwedisches Tabakprodukt) oder Wasserpfeifen. Sie können Nikotin enthalten, müssen es aber nicht.

Allgemein wurde angenommen, dass diese Geräte Menschen, die derzeit rauchen, beim Rauchstopp helfen könnten. Inzwischen ist klar, dass sie Erwachsenen tatsächlich dabei helfen können, mit dem Rauchen aufzuhören. Allerdings greifen auch junge Menschen, die bislang nicht rauchen, häufiger zu diesen Geräten. E-Zigaretten können die Atemwege belasten und mit Beschwerden wie Asthma in Zusammenhang stehen. Zudem könnte Nikotin, das häufig in E-Zigaretten enthalten ist, die Entwicklung des jugendlichen Gehirns beeinträchtigen.

Welche Arten von Programmen werden eingesetzt, um Kinder und Jugendliche vom E-Zigaretten-Konsum abzuhalten?

Zu den Programmen gehörten Aufklärungs-, Schulungs- und Kommunikationsmaßnahmen – entweder auf Gemeinde- oder Schulebene – sowie öffentliche Informationskampagnen. Weitere Programme umfassten familienbezogene Maßnahmen, medikamentöse Behandlungen oder Beratungsangebote. Alle zielen darauf ab, Kinder und Jugendliche vom Konsum von E-Zigaretten abzuhalten oder sie dabei zu unterstützen, den Konsum zu beenden.

Was wollten wir herausfinden?

Wir wollten herausfinden:

  • ob Programme wirksam sind, die verhindern sollen, dass Kinder und Jugendliche mit dem Konsum von E-Zigaretten beginnen, oder die sie dabei unterstützen sollen, den Konsum zu beenden.;

  • ob die Programme unerwünschte Wirkungen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen oder auf die Organisationen hatten, die sie durchführten.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir suchten nach Studien, die Programme untersuchten, die Kinder und Jugendliche davon abhalten sollen, mit dem Konsum von E-Zigaretten zu beginnen, oder ihnen dabei helfen sollen, den Konsum von E-Zigaretten aufzugeben. Die Programme richteten sich entweder an Kinder und Jugendliche, die bislang keine E-Zigaretten konsumiert hatten, oder an aktuelle Konsument*innen.

  • In den Studien wurden die Programme mit keiner Maßnahme, mit der Aufnahme auf eine Warteliste oder mit einem anderen allgemeinen Gesundheitsprogramm verglichen. Eingeschlossen wurden Programme, die in der Gemeinde, in der Schule, in Gesundheitseinrichtungen, in Krankenhäusern oder zu Hause durchgeführt wurden.

  • Die Teilnehmenden waren Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre. Zusätzlich konnten auch ihre Eltern oder Betreuungspersonen sowie Gesundheitsfachpersonen einbezogen sein.

  • Der Konsum wurde entweder im Labor oder anhand von Angaben der Eltern, der Teilnehmenden selbst, Fragebögen oder Umfragen erfasst.

Wir verglichen die Ergebnisse der Studien, fassten sie zusammen und bewerteten unser Vertrauen in die Evidenz auf Grundlage von Faktoren wie Studienmethoden und Studiengröße.

Was fanden wir heraus?

Wir fanden drei Studien mit 10.510 Jugendlichen.

  • Alle Teilnehmenden waren Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren.

  • Zwei der Studien (durchgeführt in Schweden und Australien) richteten sich an Kinder und Jugendliche, die bislang weder Zigaretten noch E-Zigaretten konsumiert hatten. Beide Programme wurden in Schulen durchgeführt. Die schwedische Studie mit 1176 Jugendlichen lief über drei Jahre. Die Jugendlichen schlossen gemeinsam mit einer erwachsenen Bezugsperson eine schriftliche Vereinbarung, während der Schulzeit tabakfrei zu bleiben. Zusätzlich nahmen sie im ersten Jahr gemeinsam mit dieser Bezugsperson an einer Informationsveranstaltung teil; außerdem erhielten die Jugendlichen viermal jährlich Unterrichtseinheiten mit altersgerechten Informationen und praktischen Übungen. Verglichen wurde das Programm mit einer weniger umfassenden Maßnahme, die aus vier Aufklärungsveranstaltungen pro Jahr bestand. Die australische Studie mit 7654 Jugendlichen untersuchte ein vierwöchiges Programm mit jeweils 40-minütigen Unterrichtseinheiten. Verglichen wurde es mit dem üblichen Gesundheitslehrplan.

  • Eine US-amerikanische gemeindebasierte Studie mit 1681 Jugendlichen, die aktuell E-Zigaretten konsumierten, untersuchte ein textbasiertes Nachrichtensystem. Das Programm dauerte entweder vier oder 14 Wochen – je nachdem, ob die Teilnehmenden ein konkretes Datum für den Ausstieg angegeben hatten oder nicht. Als Vergleich dienten entweder monatliche SMS-Abfragen zum E-Zigaretten-Konsum oder eine Wartelistenkontrolle, also Personen, die auf einer Warteliste für die Intervention standen.

Hauptergebnisse

  • Die beiden Studien mit Personen, die noch nie E-Zigaretten konsumiert hatten, ergaben, dass schulbasierte Programme möglicherweise dazu beitragen können, Jugendliche davon abzuhalten, E-Zigaretten überhaupt auszuprobieren. Die Ergebnisse sind jedoch mit großer Unsicherheit behaftet: In zwei Studien begannen etwa 31 % der Jugendlichen, die an einem Schulprogramm teilnahmen, mit dem Konsum von E-Zigaretten, verglichen mit etwa 33 % in der Kontrollgruppe bzw. in einem alternativen Programm. Die Evidenz ist jedoch sehr unsicher.

  • Die dritte Studie ergab, dass ein gemeindebasiertes Programm Jugendlichen, die bereits E-Zigaretten nutzten, wahrscheinlich dabei hilft, den Konsum von E-Zigaretten aufzugeben: 45 % der Jugendlichen, die an dem Programm teilnahmen, gaben an, weiterhin E-Zigaretten zu konsumieren. In der Vergleichsgruppe, die entweder ein alternatives Programm erhielt oder auf einer Warteliste stand, waren es 62 % (1 Studie, 1681 Personen).

  • Keine der Studien lieferte Informationen zu den unerwünschten Wirkungen der Programme.

Was schränkt die Evidenz ein?

Da die Übersichtsarbeit nur drei Studien einschloss, steht nur sehr begrenzte Evidenz dazu zur Verfügung, welche Programme helfen können, den Konsum von E-Zigaretten bei Jugendlichen zu verhindern oder zu beenden. Unser Vertrauen in die Evidenz war sehr gering bis moderat, da nur sehr wenige Studien gefunden wurden, die Programme unterschiedlich waren und die Studien über unterschiedliche Zeiträume liefen.

Wie aktuell ist die Evidenz?

Diese Evidenz ist auf den Stand vom 1. September 2025. Dies ist eine Aktualisierung unserer früheren Übersichtsarbeit, die 2024 veröffentlicht wurde.

Anmerkungen zur Übersetzung

S. Gerstlauer, B. Schindler, freigegeben durch Cochrane Deutschland

Diese Cochrane-Übersichtsarbeit wurde ursprünglich auf Englisch verfasst. Die Genauigkeit der Übersetzung liegt in der Verantwortung des übersetzenden Teams. Die Übersetzung wird mit Sorgfalt angefertigt und folgt standardisierten Verfahren zur Qualitätssicherung. Allerdings gilt im Falle von Unstimmigkeiten, ungenauen oder unpassenden Übersetzungen der englische Originaltext.

Zitierung
Barnes C, Turon H, Hall AE, Bialek C, McCrabb S, Hodder RK, Yoong S, Stockings E, Agyei DD, Mantach S, Wolfenden L. Interventions to prevent or cease electronic cigarette use in children and adolescents. Cochrane Database of Systematic Reviews 2026, Issue 7. Art. No.: CD015511. DOI: 10.1002/14651858.CD015511.pub3.

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