Nephroureterektomie beim Urothelkarzinom des oberen Harntraktes: Wirksamkeit einer Einzeldosis der intravesikalen Chemotherapie

Schlussfolgerungen der Autoren: 

Bei Patienten, die eine Nephroureterektomie bei Urothelkarzinom des oberen Harntraktes erhielten, könnte die als Einzeldosis intravesikal instillierte Chemotherapie das Risiko eines Rezidivs des Urothelkarzinoms in der Blase nach Nephroureterektomie verringern. Wir sind uns jedoch unsicher, was das Risiko der schwerwiegenden (und kleineren) unerwünschten Ereignisse betrifft. Wir fanden keine Evidenz bezüglich des Endpunkts Zeit bis zum Tod durch Urothelkarzinom des oberen Harntraktes. Wir konnten keine der zuvor geplanten Subgruppenanalysen durchführen, vor allem nicht diejenigen, welche auf operativem Zugang, pathologischem Stadium und Methode der Blasenmanschette basieren.

Zum wissenschaftlichen Abstrakt
Hintergrund: 

Intravesikale Chemotherapie, postoperativ als Einzeldosis, reduziert das Risiko eines Blasenkarzinom-Rezidivs nach transurethraler Resektion von Blasentumoren. Es gibt jedoch nur begrenzt Evidenz darüber, ob eine intravesikale Chemotherapie als Einzeldosis bei der Prävention von Rezidiven des Urothelkarzinoms nach Nephroureterektomie ähnlich effektiv ist.

Zielsetzungen: 

Ziel des Reviews ist die Beurteilung der Auswirkungen einer Einzeldosis-Instillation einer intravesikalen Chemotherapie nach Nephroureterektomie bei Urothelkarzinomen des oberen Harntraktes.

Suchstrategie: 

Wir führten eine umfassende Literatursuche in mehreren Datenbanken (MEDLINE, Cochrane Library, Embase, Scopus, Web of Science und LILACS), Studienregistern, anderen Quellen der grauen Literatur und in Konferenzberichten bis zum 15.04.2019 durch, ohne Einschränkungen bezüglich der Sprache oder des Status der Publikation.

Auswahlkriterien: 

Wir schlossen randomisierte kontrollierte Studien ein, in denen die Teilnehmer wahlweise eine intravesikale Instillation einer Chemotherapie-Einzeldosis nach Nephroureterektomie erhielten oder nicht.

Datensammlung und ‐analyse: 

Zwei Review Autoren prüften und beurteilten unabhängig voneinander Studien und extrahierten Daten aus den eingeschlossenen Studien. Wir führten die statistischen Analysen mittels des Random Effects Modells durch. Zur Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nutzten wir den GRADE-Ansatz.

Hauptergebnisse: 

Die Suche identifizierte zwei Studien (eine multizentrische Studie aus Japan und eine aus Großbritannien) mit 361 Teilnehmern.

Primäre Endpunkte

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine intravesikale Instillation einer Einzeldosis Chemotherapie das Risiko eines Blasenkarzinom-Rezidivs im Laufe der Zeit verringern könnte, im Vergleich zu keiner Instillation (Hazard Ratio [HR]: 0,51, 95% Konfidenzintervall [KI]: 0,32 bis 0,82, niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Nach 12 Monaten Follow-Up würde sich dieses Ergebnis in 127 weniger auftretenden Blasenkarzinom-Rezidiven (95% KI: 182 bis 44 weniger Rezidive des Blasenkarzinoms) auf 1000 Teilnehmer zeigen. Wir stuften die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz aufgrund von Studienlimitationen und unzureichender Präzision zwei Ebenen herunter.

Wir konnten keine Studien finden, die über die Endpunkte Zeit bis zum Tod durch Urothelkarzinom des oberen Harntraktes berichteten. Die Wirkung der intravesikal instillierten Chemotherapie-Einmaldosis auf schwerwiegende unerwünschte Ereignisse ist unsicher (relatives Risiko [RR]: nicht einschätzbar, 95% KI: nicht einschätzbar, es gab keine Ereignisse, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Wir stuften die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz aufgrund von Studienlimitationen eine Ebene und aufgrund von unzureichender Präzision zwei Ebenen herab.

Sekundäre Endpunkte

Wir konnten keine Studien finden, die über die Endpunkte Zeit bis zum Tod durch jegliche Ursache und krankheitsspezifische Lebensqualität der Studienteilnehmer berichteten. Die Wirkung der als Einzeldosis intravesikal instillierten Chemotherapie auf kleinere unerwünschte Ereignisse ist unsicher (relatives Risiko [RR]: nicht einschätzbar, 95% KI: nicht einschätzbar, es gab keine Ereignisse, sehr niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Wir stuften die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz aufgrund von Studienlimitationen eine Ebene und aufgrund von unzureichender Präzision zwei Ebenen herab.

Übersetzung: 

A. Spek, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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