Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) bei chronischen nicht-krebsbedingten Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen

Fazit

Wir sind unsicher, ob NSAR eine Schmerzlinderung bei chronischen nicht-krebsbedingten Schmerzen bei Kindern und Jugendlichen bieten.

Hintergrund

Kinder können chronische oder wiederkehrende Schmerzen aufgrund von genetischen Erkrankungen, Nervenschäden, Muskel- oder Knochenschmerzen, Magenschmerzen oder aus unbekannten Gründen erleben. Ein Schmerz ist chronisch, wenn er drei Monate oder länger anhält und ist häufig begleitet von Veränderungen des Lebensstils und funktionalen Fähigkeiten, sowie Anzeichen und Symptomen von Depressionen und Angstzuständen.

Nichtsteroidale Antirheumatika werden zur Behandlung von Schmerzen oder zur Fiebersenkung genutzt und werden häufig bei Kindern eingesetzt. Das schließt rezeptfreie Medikamente wie Ibuprofen, Aspirin und Naproxen, wie auch rezeptpflichtige Medikamente ein. NSAR sind im Moment in westlichen Ländern zugelassen, allerdings nicht für Kleinkinder, die noch keine drei Monate alt sind. Die Hauptnebenwirkungen von NSAR sind Nierenversagen und Magenprobleme. Andere häufige Nebenwirkungen bei Kindern sind Durchfall, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung, Hautausschlag, Schwindel, Blähungen, Bauchschmerzen und Verdauungsstörungen.

Studienmerkmale

Im September 2016 suchten wir nach klinischen Studien, in denen NSAR zur chronischen Schmerzbehandlung eingesetzt wurden. Wir haben sieben Studien (mit insgesamt 1074 Teilnehmern im Alter von 2 bis 18 Jahren) mit chronischer juveniler Polyarthritis oder chronischer juveniler rheumatoider Arthritis, die die Teilnehmer seit mehr als 3 Monaten hatten, gefunden.

Hauptergebnisse

Die Studien untersuchten verschiedene Vergleiche von Aspirin, Celecoxib, Fenoprofen, Ibuprofen, Indometacin, Ketoprofen, Meloxicam, Naproxen und Rofecoxib. Keine der Studien verglich NSAR mit einem Placebo. Wir konnten keine Vergleiche der Medikamente oder der Schmerzergebnisse vornehmen, da die Studien alle unterschiedliche Typen von NSAR untersuchten.

Nebenwirkungen traten häufig auf. Kinder berichteten über Probleme bei Aspirin (85 von 202 Teilnehmern), Fenoprofen (28 von 49), Ibuprofen (40 von 45), Indometacin (9 von 30), Ketoprofen (9 von 30) , Meloxicam (18 von 47), Naproxen (44 von 202) und Rofecoxib (47 von 209).

Qualität der Evidenz

Wir bewerteten die Qualität der Evidenz dieser Studien unter Verwendung von vier Kategorien: sehr niedrig, niedrig, moderat oder hoch. Evidenz von sehr niedriger Qualität bedeutet, dass wir hinsichtlich der Ergebnisse sehr unsicher sind. Hohe Qualität der Evidenz bedeutet, dass wir uns bezüglich der Ergebnisse sehr sicher sind.

Insgesamt war die verfügbare Evidenz aufgrund eines Mangels an Daten und Problemen bei der Durchführung einiger Studien von niedriger oder sehr niedriger Qualität.

Anmerkungen zur Übersetzung: 

H. Schilling, freigegeben durch Cochrane Deutschland

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