Interventionen zur Raucherentwöhnung für Menschen mit Lungenkrebs

Hintergrund

Lungenkrebs ist weltweit die häufigste durch Krebs bedingte Todesursache. Tabakrauchen stellt den wichtigsten Risikofaktor für Lungenkrebs dar. Die meisten Menschen mit Lungenkrebs sind bei Diagnosestellung noch immer aktive Raucher oder werden regelmäßig nach einer Raucherentwöhnung rückfällig. Mit dem Rauchen aufzuhören ist für Raucher der wirksamste Weg das Risiko für vorzeitigen Tod oder gesundheitliche Beeinträchtigungen zu reduzieren. Interventionen zur Raucherentwöhnung können unterteilt werden, in psychosoziale Interventionen (nichtmedikamentöse Methoden, wie Ratschläge und Beratungen) und pharmakologische Interventionen (Medikamente, wie Nikotinpflaster). Von verhaltensbezogenen Maßnahmen (Methoden die das Verhalten einer Person verändern sollen) und pharmakologischen Maßnahmen wird angenommen, dass sie einander ergänzende Wirkungsmechanismen haben, und dass sie die Wahrscheinlichkeit für eine langfristige Raucherabstinenz unabhängig voneinander verbessern. Nach einer Lungenkrebsdiagnose mit dem Rauchen aufzuhören, könnte mit einer Verminderung von Mortalität (Tod), postoperativen Komplikationen, dem Wiederauftreten und der Inzidenz von einem zweiten primären Lungenkrebs und einer größeren Behandlungswirksamkeit und verbesserten Lebensqualität assoziiert werden. Interventionen zur Tabakraucherentwöhnung spielen eine wichtige Rolle für die Behandlung von Menschen mit Krebs. Derzeitige und ehemalige Raucher, vor allem die mit Lungenkrebs, sollten zur Raucherentwöhnung ermutigt werden. Jedoch ist die Wirksamkeit jeglichen Arten von Raucherentwöhnungsprogrammen für Menschen mit Lungenkrebs unklar.

Fragestellung

Unser Ziel war es, die Alltagswirksamkeit aller Arten von Raucherentwöhnungsprogrammen für Menschen mit Lungenkrebs zu untersuchen.

Hauptergebnisse

Wir durchsuchten medizinische Datenbanken bis zum 22. Juni 2015 und andere Webseiten bis zum 1. Juli 2015. Wir haben keine randomisierten kontrollierten Studien gefunden (klinische Studien, in denen Teilnehmer zufällig einer von zwei oder mehr Behandlungsgruppen zugeteilt werden), die wir in unser Review einschließen konnten. Wir haben drei noch laufende Studien gefunden, die eingeschlossen werden können, wenn die Daten verfügbar sind. Derzeit sind wir nicht in der Lage darauf schließen zu können, ob Interventionen zur Raucherentwöhnung für Menschen mit Lungenkrebs wirksam sind und ob eine Methode wirksamer ist als irgendeine andere. Menschen mit Lungenkrebs sollten zur Raucherentwöhnung ermutigt und ihnen dafür Hilfe angeboten werden, jedoch können wir für sie kein Raucherentwöhnungsprogramm empfehlen. Randomisierte kontrollierte Studien von hoher Qualität sind nötig, um diese Frage zu beantworten.

Qualität der Evidenz

Keine Studie hat unseren Einschlusskriterien entsprochen, sodass es keine Evidenz von hoher Qualität gibt.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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