Der Gebrauch von geringen Atemvolumina bei intraoperativer mechanischer Beatmung während der Operation

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Hintergrund: Die Inspiration (Einatmung) geschieht durch die Verkürzung verschiedener Muskeln, welche die Lunge dehnen und sie vergrößern, wie bei einem Luftballon. Während dieser Phase tritt Sauerstoff in die Lungen. Wenn diese Muskeln ihre Kontraktion stoppen, fällt die Lunge zurück in ihre Ausgangsgröße. Während dieser Phase tritt das Kohlendioxid aus. Bei Patienten unter Vollnarkose stoppen manche Medikamente die Bewegung der Muskeln, welche die Lungengröße kontrollieren. Insufflation bedeutet, das unter mechanischem Druck Luft in das Atmungssystem gepresst wird. Eine Maschine ist erforderlich, um die Funktion der Muskeln zu ersetzen. Eine Gasmischung, welche Sauerstoff enthält, wird in die Lunge geblasen. Es ist noch nicht bekannt, ob es besser ist kleine Gasmengen mit einer höheren Frequenz oder größere Volumina mit einer niedrigeren Frequenz zu verwenden. Mit diesem Review haben wir versucht, zu klären, ob das Volumen mehr oder weniger als 10 ml pro Kilogramm Körpergewicht betragen sollte.

Studienmerkmale Wir durchsuchten die Literatur bis zum 5. September 2014. Wir schlossen 12 Studien mit 1.012 erwachsenen Teilnehmern beider Geschlechter ein. Diese Teilnehmer hatten Operationen am Bauch, am Herzen, dem Rücken oder an den unteren Extremitäten. Finanzielle Unterstützung von der Pharmaindustrie oder von Hersteller medizinischer Geräte wurde in zwei Studien erwähnt. Wir glauben nicht, dass dies einen Einfluss auf die Ergebnisse hatte, denn alle Geräte könnten auf größere oder kleinere Volumina eingestellt werden.

Die wichtigsten Ergebnisse: Wir fanden heraus, dass die Verwendung eines geringeren Volumens als 10 ml pro Kilogramm Körpergewicht die Chancen erhöht, dass ein Patient kurz nach der Operation wieder zu seiner normalen Spontanatmung zurückkehrt. Niedriges Tidalvolumen sollte vorzugsweise während der Operation verwendet werden. Wenn 1000 Patienten operiert werden, so müssen anschließend 136 Patienten zusätzliche nicht-invasiv beatmet werden (Maskenbeatmung), wenn während der Operation ein großes Beatmungsvolumen eingestellt wird. Wenn ein Volumen von weniger als 10 ml pro Kilogramm Körpergewicht während der Operation verwendet wird, dann benötigen nur 42 Patienten die nicht-invasive Beatmung. Bei 1000 operierten Patienten, benötigen anschließend 44 Patienten eine invasive Beatmung (ein Schlauch wird in die Luftröhre eingeführt), wenn hohe Volumina während der Operation eingesetzt werden. Wenn ein Volumen von weniger als 10 ml pro Kilogramm Körpergewicht während der Operation verwendet wird, benötigen nur 14 Patienten im Anschluss eine invasive Beatmung. Wir fanden keine Unterschiede in Mortalität zwischen Tag 0 bis Tag 30, sowie in der Krankenhausaufenthaltsdauer. Wir fanden keine möglichen schädlichen Auswirkungen, bei der Verwendung von geringen Volumina.

Qualität der Evidenz: Wir bewerteten die Qualität der Evidenz als moderat für die beiden Endpunkte (Notwendigkeit invasiver oder nicht-invasiver Beatmung).

Übersetzung: 

M. Schmidt-Haghiri, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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