Transkranielle Magnetstimulation zur Behandlung von Epilepsie

Hintergrund

Epilepsie ist eine häufige neurologische Erkrankung, die in verschiedenen Formen auftritt. Viele Menschen mit Epilepsie haben eine zufriedenstellende Kontrolle ihrer Krampfanfälle durch die Verwendung von antiepileptischen Medikamenten. Dennoch, leiden fast ein Drittel dieser Personen an häufigen und unkontrollierten Krampfanfällen trotz der Einnahme von Medikamenten. Oder sie finden, dass sie die Nebenwirkungen dieser Medikamente nicht vertragen können. Operationen sind eine Möglichkeit, für manche Menschen mit unkontrollierten Krampfanfällen, aber diese sind invasiv und nicht für alle Personen geeignet. Dementsprechend werden sichere und wirksame Therapien für diese schwer zu therapierbaren Epilepsien benötigt.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist eine von mehreren aufkommenden Behandlungen, die Personen möglicherweise eine sichere und nicht-invasive Alternative zur operativen Epilepsiebehandlung bieten kann. Lange als Forschungsinstrument zur Untersuchung von Gehirnfunktionen verwendet, wurde TMS auch als mögliche Behandlung für eine Vielzahl von neurologischen Zuständen untersucht, darunter Epilepsie. Diese nicht-operative und schmerzlose Behandlung verwendet elektrische Stromflüsse, welche durch ein Magnetfeld erzeugt werden. Dadurch soll die Gehirnfunktionen eingestellt werden, um so die Tendenz für Krampfanfälle zu reduzieren.

Ziele

Dieser Review hat zum Ziel, die Evidenz zur Verwendung von TMS bei Personen mit Epilepsie zu untersuchen, durch den Vergleich mit anderen verfügbaren Behandlungen und bezüglich der Reduktion der Häufigkeit von Krampfanfällen, der Verbesserung der Lebensqualität, der Einnahme von antiepileptischen Medikamenten, Nebenwirkungen und der Reduktion epileptiformer Entladungen (spitze und herausstechende Abnormitäten im elektrographischen Test des Gehirns, die eine zugrundeliegende Gehirnstörung oder Tendenz zu Krampfanfällen vermuten lassen, die fokal, multifokal oder diffus sein können).

Methoden

Die Suche ist auf dem Stand vom 10. März 2016. Wir untersuchten die Evidenz aus sieben randomisierten kontrollierten Studien (230 Teilnehmer), die TMS mit einer TMS-Vergleichsbehandlung ('Scheinbehandlung' (Placebo), antiepileptische Medikamente und niedrig-frequentierte TMS) verglichen. Aufgrund von Unterschieden im Studiendesign war es nicht möglich, die Ergebnisse aus diesen Studien in unseren Analysen zusammenzufassen. Dementsprechend haben wir die Ergebnisse der sieben Studien narrativ zusammengefasst.

Ergebnisse

Manche der Studien zeigten, dass TMS die Anzahl an Krampfanfällen, die die Personen hatten, reduziert, verglichen mit der Therapie zuvor. Jedoch zeigten andere Studien keine signifikanten Unterschiede in der Häufigkeit der Krampfanfälle. Vier Studien zeigten eine Reduktion in epileptiformen Entladungen nach der TMS-Behandlung. Keine der Studien hat Veränderung der Lebensqualität untersucht und nur eine Studie berichtete eine Zunahme an antiepileptischen Medikamenten bei einer einzelnen Person. Nebenwirkungen wurden in der Regel nicht berichtet. Die am häufigsten genannte Nebenwirkung war der Kopfschmerz (und die Mehrzahl der Personen schloss die Behandlung mit TMS ab).

Qualität der Evidenz

Insgesamt bewerteten wir die Qualität der Evidenz in diesem Review bezüglich dem Hauptendpunkt der Reduktion der Krampfanfallhäufigkeit als niedrig. Dies, vor allem aufgrund unklarer Informationen in den publizierten Studien zum Studiendesign und einer unklaren Darstellung der Ergebnisse. Dieser Review bietet keine Informationen über die Wirkung von TMS auf die Lebensqualität. Es ist wichtig, dass zukünftige Studien größer angelegt sind und wichtige Endpunkte messen, wie die Wirkung von TMS bezüglich einer Reduktion von Krampfanfällen, die Verbesserung der Lebensqualität und jegliche Nebenwirkungen, die mit TMS auftreten, verglichen mit anderen verfügbaren Behandlungen.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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