Bewegungsorientierte kardiale Rehabilitation bei Erwachsenen nach einer Herzklappenoperation

Hintergrund

Kardiale Rehabilitation wurde als Behandlung nach einer Herzklappenoperation empfohlen, aber wir waren nicht in der Lage einen bestehenden systematischen Review der Evidenz zu finden. Dieser systematische Review untersucht den Nutzen und Schaden von bewegungsorientierten kardialen Rehabilitationen bei Erwachsenen, die einer Herzklappenoperation unterzogen wurden.

Studienmerkmale

Wir suchten nach randomisierten klinischen Studien (Versuche, in denen eine Intervention mit einer Kontrollintervention verglichen wird, bei einer randomisierten Zuteilung der Teilnehmer), um die Wirkung von bewegungsorientierter kardialer Rehabilitation auf Herzklappenerkrankungen (aufgrund jeglicher Ursache) zu überprüfen, verglichen mit keiner Bewegung nach einer Herzklappenoperation, bei Erwachsenen (18 Jahre und älter). Unsere Literaturrecherche wurde bis März 2015 durchgeführt.

Hauptergebnisse

Wir fanden zwei randomisierte klinische Studien, die 1987 und 2004 publiziert wurden, die insgesamt 148 Teilnehmer einschlossen. Aufgrund der begrenzten Datenmenge waren wir nicht in der Lage die Wirkung von bewegungsorientierter Rehabilitation bezogen auf Mortalität, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, gesundheitsbezogene Lebensqualität, die Rückkehr an den Arbeitsplatz, die New York Heart Association Klassifikation, die Ejektionsfraktion der linken Herzkammer oder auf die Kosten festzustellen. Bewegungsorientierte Rehabilitation schien dennoch die körperliche Leistungsfähigkeit bei einer 12-monatigen Nachbeobachtung zu steigern, auch wenn dieses Ergebnis mit Vorsicht interpretiert werden sollte, da die eingeschlossenen Studien ein hohes Risiko für systematische Fehler (Bias) haben. Zusätzliche randomisierte klinische Studien sind notwendig, um die Wirkung von körperlicher Bewegung bei Erwachsenen nach einer Herzklappenoperation mit Sicherheit verstehen zu können.

Qualität der Evidenz

Aufgrund der Tatsache, dass die eingeschlossenen Studien relativ alt sind und eng selektierte Studienteilnehmer eingeschlossen hatten, ist die Evidenz für die Anwendbarkeit in der klinischen Praxis wahrscheinlich begrenzt. Beide Studien haben ein hohes Risiko für Bias (systematische Fehler) und eine niedrige Qualität der Evidenz. Aufgrund des Mangels an Evidenz gibt es auch ein hohes Risiko dafür, dass die Ergebnisse Zufallsfehlern unterliegen. Deshalb sind zusätzliche randomisierte klinische Studien von hoher Qualität notwendig, um die Wirkung von bewegungsorientierten Interventionen zu bestimmen.

Übersetzung: 

I. Nolle, freigegeben durch Cochrane Deutschland.

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