Probiotika zur Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes mellitus

Schwangerschaftsdiabetes mellitus ist ein Zustand, bei dem die Mutter während der Schwangerschaft einen hohen Blutglukosespiegel hat. Es ist mit einer Reihe von unerwünschten Schwangerschaft-Endpunkten für die Mutter verbunden, wie z.B. Präeklampsie (Bluthochdruck mit Eiweiß im Urin) und einer instrumentellen oder operativen Geburt. Säuglinge können zudem für ihr Gestationsalter (Alter des ungeborenen Kindes) groß geboren werden. Die aktuelle Behandlung umfasst eine Diät mit oder ohne Medikamente. Die Prävention dieser Erkrankung wäre der Behandlung vorzuziehen. Präventive Ernährungs- und Lifestyle-Interventionen sind zeitaufwendig und reduzieren nicht unbedingt die Anzahl an Frauen, die Gestationsdiabetes bekommen. Probiotika - "gute" Bakterien, die meist in Form von Kapseln oder Getränken eingenommen werden - ergänzen die Darmbakterien. Sie haben das Potenzial, den Stoffwechsel einer Person zu verändern und so Schwangerschaftsdiabetes mellitus zu verhindern. Dieser Review wurde entwickelt, um die Evidenz, ob dies wahr ist oder nicht, zu prüfen Im Moment gibt es nur eine randomisierte kontrollierte Studie, in der 256 Frauen eingeschlossen wurden. Diese Studie zeigt eine niedrigere Rate von Schwangerschaftsdiabetes mellitus bei Frauen, die Probiotika bereits in der Frühschwangerschaft einnahmen. Die Diagnoserate von Schwangerschaftsdiabetes mellitus wurde um zwei Drittel reduziert und ihre Babys wogen bei der Geburt durchschnittlich 127 g weniger. Diese Studie fand keine Unterschiede in den Raten von Fehlgeburten, intrauterinem oder neonatalen Tod oder Totgeburt. Es gab keine eindeutige Evidenz, dass sich der Anteil an Frauen änderte, welche durch Kaiserschnitt entbanden, oder auf das Risiko einer Frühgeburt. Die Studie berichtete nicht darüber, wie viel Gewicht die Mütter während der Schwangerschaft zugenommen hatten, wie viele Babys groß für ihr Gestationsalter waren, wie viele Babys bei der Geburt mehr als 4000 g wogen oder über die Körperzusammensetzung der Babys. Eine Studie reicht nicht aus, um derzeit eindeutige Schlussfolgerungen zu ziehen. Es sind weitere Studien im Gange.

Übersetzung: 

A. Borchard, freigegeben durch Cochrane Schweiz. Unterstützt von Fondation SANA.

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